![]() Was macht eigentlich... Martin Jones
Gründer und Frontmann der Formation war Martin Jones. Der gebürtige Brite gründete die Band 1982 aus Mitgliedern der Gruppe Trend. Anfänglich hatte die M.Jones Band einige Titel, die für den Rundfunk produziert wurden, und den Weg auf einige Sampler gefunden hatten. Erst spät, nämlich 1988, erschien die besagte, einzige LP mit dem Titel "Herzschlag". Dann kam die Wende, und mit der DDR verschwand auch die M.Jones Band. Es hat lange gedauert, bis Martin Jones wieder zur Gitarre griff und neue Songs veröffentlichte. Im Jahre 2005, nach fast 16 Jahren Pause, erschien sein Solo-Album "Mehr ist es nicht". Seitdem erscheinen regelmäßig neue Singles...
Hallo Martin! So trifft man sich wieder. Unser erstes Interview war im Jahre 2005 anlässlich der Veröffentlichung Deines Albums "Mehr ist es nicht". Was hat sich seitdem bei Dir getan?
Wir haben sehr viele Songs aus dem Album auskoppeln können und die sind auch sehr erfolgreich bei einigen Sendern gelaufen. Vom Titelsong "Mehr ist es nicht" gibt es eine englische und sogar für den japanischen Markt eine Version.
Ich habe zu diesem Zweck eine Band ins Leben gerufen, die ausschließlich meine Songs spielt. In der Band sind auch einige ehemalige Mitglieder der "M. Jones-Band". Es hat einige Auftritte im vergangenen Jahr gegeben, mal sehen wie es weitergeht. "Mehr ist es nicht" liegt jetzt zwei Jahre zurück. Wie zufrieden bist Du mit der Arbeit aus heutiger Sicht und wie waren die Resonanzen auf die CD? Ich bin nach wie vor sehr mit dem Ergebnis zufrieden, man sammelt ja auch immer neue Erfahrungen und lernt dazu, und das schlägt sich dann hoffentlich in dem nächsten Album wieder. Auf der Platte befand sich auch eine Coverversion des Karat-Klassikers "Märchenzeit". Warum gerade dieser Titel als "Fremdkomposition"? Da werden immer Erinnerungen wach an meinen alten Kumpel Herbert, er spielte mir die Demo-Version vor von der" Märchenzeit". Ich hab mir damals schon geschworen, dass ich irgendwann einmal dieses Lied singen werde.
Eigentlich aus der Not heraus wurde der Gedanke geboren, ein Lied für die anstehende Weihnachts-/Wintersaison zu produzieren. Wir hatten Ende Oktober diese Idee, nicht ausschließlich einen Weihnachtssong zu produzieren, er sollte schon etwas nachhaltiger vom Inhalt her sein. Wird es dazu auch ein neues Album von Martin Jones geben? Schaun mer mal... Ich habe gehört, dieses Jahr soll eine "Best of"-CD von Dir erscheinen. Stimmt das? Was wird da alles zu hören sein? Ja, im März erscheint bei Amiga noch mal mein Album "Herzschlag" im Rahmen von 60 Jahre Amiga. Darauf sind auch Titel, die auf anderen Amiga-Samplern erschienen sind UND 6 Songs aus meinem aktuellen Album!
Ich war damals noch sehr klein, mein Vater bekam einen Job als Dozent an der Uni-Halle angeboten und somit sind wir übergesiedelt. Was waren Deine ersten musikalischen Schritte? Wann hast Du angefangen, Musik zu machen und wie kam es dazu? Ich lernte zunächst in der Schule Flügelhorn, war aber nicht so geil und kam bei den Mädels auch nicht so gut an. Mein Bruder hatte eine Gitarre und darauf klimperte ich erst ein bischen rum bis ich mich entschloss, die Sache doch etwas ernsthafter zu betreiben. Die von Dir 1982 gegründete "M. Jones Band" und deren größter Hit "Nacht aus schwarzem Samt" sind legendär. Wie ist die Gruppe entstanden und welche Ziele hattet Ihr damals? Die M. Jones-Band entstand 1982 aus der Gruppe TREND. Eines Tages stand die Managerin Veronika Jarzombeck vor meiner Tür und dann ging es los! Ein wirkliches Ziel gab es nicht - eben nur Musik machen.
Na, weil nachher Schluss war, die Wendezeit hat die Band nicht überlebt. Wie waren die Live-Konzerte zu dieser Zeit? Kannst Du Dich daran noch erinnern? Welche Eindrücke hast Du gesammelt? Wir haben zu DDR-Zeiten ca. 130 Konzerte im Jahr gehabt, das fand ich schon toll, wir haben damals auch richtig gut Geld verdient - haben aber das meiste in die Anlage gesteckt. Nach der Wende war das alles nicht mehr viel wert. Kannst Du uns etwas darüber erzählen, wie "Herzschlag" entstanden ist? Wir waren eine der ersten Bands, die im neu enstandenen POP-Studio in der Nalepastrasse/Berlin produzieren durften. Uns wurde Matthias Schramm, ehem. Silly, an die Seite gestellt, der uns sehr unterstützt hat. Das muss so 1987 gewesen sein.
Der Kulturbetrieb in der DDR war staatlich subventioniert - das war nicht mehr vorhanden und somit waren kaum noch Mittel vorhanden, Gagen zu zahlen. Außerdem wollte jeder der Band mal was Neues ausprobieren, es war ja auf einmal alles möglich. Was ist aus den ehemaligen Kollegen Sander Lueken, Lutz Möhwald und Matthias Keppler geworden? Was machen sie heute und hast Du noch Kontakt zu ihnen? Zu Sander und zu Matthias "Keppi" Keppler habe ich noch sehr guten Kontakt, was Lutz macht, weiß ich nicht. Was hast Du nach der Wende gemacht? War komplett Schluss mit der Musik? Ja, ich musste mich erstmal um private Dinge kümmern, außerdem habe ich mich mit meinem neuen Job, dem Radiomachen, beschäftigt. Nebenbei hatte ich aber immer musikalische Beschäftigung.
Na, weil ich alleine Verantwortung übernehmen wollte, endlich mein eigenes Ding zu machen und natürlich auch dafür zu stehen. Wäre es Deiner Meinung nach nicht "verkaufsförderlich" gewesen, den alten Bandnamen wieder zu reaktivieren? Nein, wieso?? Ich bin bewusst als Solo-Künstler zurückgekommen. Was planst Du für die Zukunft? Ich will doch nicht hoffen, dass die Singles "Fällt der Mond ins Meer" und "Dieser Winter" aus dem vergangenen Jahr die letzten neuen Lieder von Dir sein werden, oder? Mit Sicherheit nicht ! Es sind schon neue Songs entstanden, an denen wir noch herumfeilen. Martin, ich danke Dir für die Zeit und die Antworten auf meine Fragen. Möchtest Du noch ein paar Worte an unsere Leser richten? Gerne, KAUFT ALLE MEIN ALBUM - Mehr ist es nicht! ;-)) Interview: Christian Reder Bearbeitung: kf, cr Bilder: Archiv Martin Jones & Christian Reder
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