Die Leipziger Formation, die ihren Stil als Prog/Power/Metal definierte, war Zeit ihres Bestehens eine Institution in der lokalen Musikszene und galt lange als größte ostdeutsche Hoffnung in Sachen hartem und anspruchsvollem Rock. Als rein instrumentale Art-Rock-Band im Jahre 1990 gegründet, machte sie sich schnell einen Namen als fleißige Konzertgruppe, die jede Chance auf Auftritte vor Publikum nutzte und dabei stets hervorragende Kritiken einfuhr. Mit dem Bekanntheitsgrad wuchs auch der Standard ihrer Konzerte, die schon bald zu Spektakeln aus Licht, Feuer und Sound mutierten und damit einen für Undergroundverhältnisse sensationellen Unterhaltungsfaktor boten. Daneben war Factory Of Art nicht zuletzt ihres professionellen Auftretens wegen beliebter Support-Act für größere Bands, die in Leipzig und Umgebung Station machten. Die Liste ist unglaublich lang und enthält jede Menge klangvolle Namen. Mit der erfolgreichen Teilnahme an diversen Bandwettbewerben festigten die Musiker von Factory Of Art ihren Ruf weiter und erspielten sich Renommee und eine stetig wachsende Anhängerschar. Natürlich mußte die eigenständige und originelle Musik der Truppe - die eigentümlichen Rhythmen und Songaufbauten Factorys kann man noch heute problemlos zuordnen - auch auf Tonträgern festgehalten werden. So entstanden zunächst einige Demos, die nie lange auf ihre Käufer warten mußten und heute gesuchte Raritäten sind, bis der folgerichtige Deal folgte und die Band mit dem Longplayer "Grasp!!!" bei AFM Records debütierte. Nach einer musikalischen Sinnkrise und der daraus resultierenden Kompromiß-Produktion "Point Of No Return" formierte sich Factory Of Art neu und startete mit neuer Mannschaft noch einmal durch. Die Single "Story Of Pain" geriet zu einem durchschlagenden Erfolg, der mit dem ersten Platz beim "Unerhört!"-Wettbewerb des renommierten ROCK HARD Magazins seinen Höhepunkt fand. Es sollte der letzte sein. Das hervorragende Konzept-Werk "The Tempter" geriet verkaufstechnisch zur Katastrophe, die Karriere des sympathischen sächsischen Sextetts verlief im Sande, bis es schließlich ganz von der Bildfläche verschwand. An dieser Stelle sollen die wichtigsten Fakten für die Nachwelt festgehalten und vor dem Vergessen geschützt werden.


Die Mitwirkenden:



Name: Heiko "Flecke" Flechsig
 
Funktion bei FOA: Kompositionen, Leadguitar
 
Mitglied von: 1989-2005 (Gründer & Urgestein)
 
Vorher: von 1986-1989 bei der Jugendtanzband der Sonderklasse "Open Ohr"
 
Nebenbei: Side-Projekt "Flecke & Co.", Gründer & Urgestein "Four Roses"
 
Nachher: Four Roses (seit 1998)
 
Musikalische Vorlieben: Mein Gitarren-Hexer ist Steve Vai, ansonsten alles, was sackstarke Gitarristen sind.
 
Schönste FOA-Erinnerung: Europa-Tour, Rock Hard-Tour, Support Gigs Malmsteen, Gamma Ray, Blind Guardian...
 
Schlimmstes FOA-Erlebnis: Die letzte Mugge! Scheiß-Sound und für mich ein Scheiß-Abgang.
 
Bester FOA-Song: Ich hab sie alle gemocht - ob "Silent Crying", "No Better World", "The Tempter" oder die Instrumentals, die ich heute noch komponiere.
 
Meine FOA-Zeit bedeutet mir aus heutiger Sicht: Eine sehr lehrreiche Zeit auf allen Gebieten der Musikbranche und jede Menge Herzblut.
 
Einen nochmaligen Neustart der Band unter meiner Mitwirkung halte ich für: Warten wir mal ab. Da war so ein Gemurmel bei der letzten Party...



Name: Marco "Polo" Wultschew
 
Funktion bei FOA: Management
 
Mitglied von-bis: Kann ich nicht mehr genau sagen, wann wir angefangen haben, ich denke so '88. Dabei war ich bis 17.06.1998. Ich habe aber noch einige Zeit weiter für die Band gearbeitet. So war ich bei der Sängersuche involviert und fand auch den neuen Schlagzeuger Ralle bei einem Rockwettbewerb, wo ich mit in der Jury saß.
 
Vorher: Seit 1981 etwa war ich erst als Lichttechniker, später als Gitarrist und Schlagzeuger mit Ronald bei der Band IRON. Das ging so etwa bis 1984. Dann war ich noch kurzzeitig Schlagzeuger bei der Leipziger Band Shark Attack.
 
Nachher: Als Booking- & Management-Agentur "Factory Concert" diverse Bands betreut. Dann ab 2000 bis 2008 für die Profi-Coverband "The Art of Voices" exklusiv gebookt.
 
Heutige Tätigkeit: Streetworker
 
Musikalische Vorlieben: Bands wie Dream Theater oder Queensr˙che sind schon immer für mich super gewesen und sie sind es noch.
 
Schönste FOA-Erinnerung: Es gibt so viele. Die meisten fallen mir ein, wenn ich mal z.B. mit Ron oder Gunther über die alten Zeiten spreche. Da kommt eines zum andern. So gab es viele Hürden, die wir genommen haben, wie das erste Demo zu produzieren, einen Produzenten zu finden, Plattenvertrag mit AFM, die erste CD. Oder mit Künstlern wie Yngwie Malmsteen und Blind Guardian spielen oder unsere Touren mit Depressive Age (D-Age) und Grave Digger. Ein besonderes Highlight war die kleine Europatour mit Sacred Reich. Es hat immer Spaß gemacht, mit den Jungs unterwegs zu sein und meist waren die Partys nach den Auftritten super. Oft haben wir mit denen, die zuerst schliefen, unsere Späße getrieben (das war nicht selten unser Tonmann Renner), z.B. während des Schlafens das Bett woandershin zu tragen... Es gibt da sehr viele Storys, die man sich weder alle merken, noch alle erzählen kann.
 
Schlimmstes FOA-Erlebnis: Das schlimmste war eigentlich, dass die Band auseinander brach. Wir haben ohne Ende Zeit, Geld und sehr viel Enthusiasmus investiert und dann war alles anders. Es haben nicht mehr alle an einen Strang gezogen, also musste eine Veränderung her. Auch wenn unsere Plattenfirma damals ihren Job besser gemacht hätte…
 
Bester FOA-Song: "Silent Crying", "Story Of Pain", "Until The End Of Time"
 
Meine FOA-Zeit bedeutet mir aus heutiger Sicht: Sehr viel, auch damals schon. Wir hatten eine super Zeit. Wir haben hart gearbeitet aber auch viel gespielt und gefeiert. Wir haben viele andere Bands & Musiker kennengelernt und hatten auch die Möglichkeit, mit ihnen zu spielen & von ihnen zu lernen. Das war für unsere musikalische & menschliche Entwicklung wichtig. Man musste lernen, sich mit anderen Menschen zu arrangieren und geschäfts- / marketingmäßig zu denken.
 
Einen nochmaligen Neustart der Band unter meiner Mitwirkung halte ich für nicht ausgeschlossen.



Name: Torsten Wolf
 
Funktion bei FOA: Drums, Texte, Arrangements
 
Mitglied von: 1990-1997
 
Vorher: Studioteam, Sixpack, Dusty City Faces
 
Nachher: The Art of Voices, Minos Limited
 
Heutige Tätigkeit: Wolfs Vision (voc, git, bass), Landgraf (drums, voc), Tino Standhaft Band (drums)
 
Musikalische Vorlieben: Gitarren
 
Schönste FOA-Erinnerung: NDH-Tour, Europa-Tour mit Sacred Reich & Screw, Gigs mit D-Age
 
Schlimmstes FOA-Erlebnis: Vergessen! Das Gehirn macht's möglich...
 
Bester FOA-Song: "Never Dying Hero", "Wings Of Destiny", "Live Fast"
 
Meine FOA-Zeit bedeutet mir aus heutiger Sicht: Sehr viel, wir hatten viel Spaß, aber auch eine Menge Schweiß.
 
Einen nochmaligen Neustart der Band unter meiner Mitwirkung halte ich für überdenkenswert.



Name: Joe F. Winter
 
Funktion bei FOA: Gitarre, Backings, Kompositionen
 
Mitglied von: 1993 bis 2005
 
Vorher: Distel, Spider, Veto, Dr.Rock
 
Nachher: Joe's Company
 
Heutige Tätigkeit: Joe's Company
 
Musikalische Vorlieben: Je länger ich Musik mache, desto breiter gefächert sind meine musikalischen Interessen. Nach wie vor steht aber der alte Metal-Gitarren-Rock an erster Stelle: AC/DC, Motörhead, Metallica, Ozzy u.s.w. Aber auch andere Musikrichtungen haben ihre Reize, wie z.B. Bluegrass. Es gibt überall schöne Musik!
 
Schönste FOA-Erinnerung: Europatour im Wohnmobil und alle Record-Release-Partys in der Moritzbastei in Leipzig
 
Schlimmstes FOA-Erlebnis: Eigentlich war alles schön.
 
Bester FOA-Song: "Story of Pain", "Solitary Soldier"
 
Meine FOA-Zeit bedeutet mir aus heutiger Sicht: Es war ein bedeutendes, schönes Stück meines Lebens und wird mir immer in guter Erinnerung bleiben. Wir haben schöne Muggen gehabt, mit bekannten Bands zusammen auf der Bühne gestanden, viele Leute kennengelernt, Spaß gehabt und viel Erfahrung gesammelt.
 
Einen nochmaligen Neustart der Band unter meiner Mitwirkung halte ich für durchaus möglich. Allerdings müßte das Konzept überarbeitet werden. Z.B. nicht jedes Wochenende in Clubs tingeln, sondern Platte machen, Werbung machen, Tour machen (die Frage ist bloß, wie das zu finanzieren ist - ???). Das Potential war einmal enorm, wir haben es bloß nicht umsetzen können - schade.



Name: Jens "Petri" Schmikale
 
Funktion bei FOA: Gesang, Texte
 
Mitglied von: 1998 bis jetzt (hüstel...)
 
Vorher: Castaway, vor der Wende Family Emetic
 
Nachher: Main Machine
 
Heutige Tätigkeit: selbständiger Bauhand-werker
 
Musikalische Vorlieben: Metal in fast jeglicher Stilistik
 
Schönste FOA-Erinnerung: Kurztour mit Destruction, sämtliche Oranienbaum-Muggen, Tempteralbum
 
Schlimmstes FOA-Erlebnis: Miterleben müssen, wie so viel Potential im Sande verläuft...
 
Bester FOA-Song: "The Ritual", "Wings of Destiny", "Story of Pain"
 
Meine FOA-Zeit bedeutet mir aus heutiger Sicht: Sehr viel, denn für mich war es der Höhepunkt meiner musikalischen Karriere. (Klingt hochgestochen, ist aber so.)
 
Einen nochmaligen Neustart der Band unter meiner Mitwirkung halte ich für wünschenswert aber aussichtslos.



Name: Ekkehard "Ekky" Meister
 
Funktion bei FOA: Keyboards, Backing Vox, Kompositionen
 
Mitglied seit: 1998
 
Vorher: Black Label, Uferlos
 
Nachher: Reservoir Dogs, Dark Suns, Breakfast in LE, Thomas Kantor
 
Heutige Tätigkeit: Lehrauftrag an der Musikhochschule, Kabarett academixer, Thomas Kantor, Leglermeister, diverse Kammermusik-besetzungen, Aushilfstaster für fast alles
 
Musikalische Vorlieben: Sogenannter progressiver Rock u. Metal (einige Entdeckungen der letzten Zeit: Matthew Parmenter, Lazuli, Sleepytime Gorilla Museum, Seasons Standard, Riverside)
 
Schönste FOA-Erinnerung: Als erstmals "The Ritual" im Proberaum funktionierte und die Kurztour mit Destruction
 
Schlimmstes FOA-Erlebnis: Gig Silvester 2003 im Kulturbundhaus Leipzig. Die Besetzung war nicht eingespielt, der Sound war Scheiße, das Publikum hatte nach meiner Erinnerung keinen großen Spaß und wir haben eine Menge Mist zusammengespielt. Ich selber war unkonzentriert und es sind fast sämtliche Verspieler und falsche Soundumschalter passiert, die denkbar sind.
 
Bester FOA-Song: "The Ritual", "No Tears", "Solitary Soldier"
 
Meine FOA-Zeit bedeutet mir aus heutiger Sicht: Eine Menge, denn ich hab einiges gelernt, z.B. über die Arbeit mit zwei Gitarristen (musikalisch und menschlich), über Teamwork beim Komponieren, und ich habe zu einer Platte, die ich heute noch sehr mag, einige wesentliche Sachen beitragen können. Am bedauerlichsten finde ich, dass eine Besetzung mit Jens und Thoralf an den Gitarren sich nicht wirklich etablieren konnte. Da die beiden "erstaunlicherweise" menschlich gut miteinander klarkamen, hätte das durchaus noch interessant werden können.
 
Einen nochmaligen Neustart der Band unter meiner Mitwirkung halte ich für unwahrscheinlich, aber nicht undenkbar. Entscheidend wäre für mich, dass es ein wirkliches Interesse an der Band gibt und die Chance, ein paar relevante neue Stücke nicht nur für uns, sondern auch für ein paar andere Menschen zu machen. Für Nostalgieveranstaltungen ist die Band nicht weit genug gekommen.



Name: Jens Legler
 
Funktion bei FOA: E-Gitarre (Lead)
 
Mitglied seit: 2004
 
Vorher/Nachher: Duo "Leglermeister" (mit Ekky Meister), Band "Superstamp", Leipzig BigBand, diverse freiberufliche Engagements u.a. in Orchestern
 
Heutige Tätigkeit: freiberuflicher Musiker
 
Musikalische Vorlieben: Dream Theater, Genesis, John McLaughlin, Steve Vai, Klassik (J.S. Bach, B. Bartók, A. Skrjabin u.a.) und vieles, vieles mehr (sprengt den Rahmen)
 
Schönste FOA-Erinnerung: gutes Gefühl nach Auftritten
 
Schlimmstes FOA-Erlebnis: Sound- und Lautstärkeprobleme bei einer Mugge (hier kein so gutes Gefühl danach)
 
Bester FOA-Song: "The Ritual", "No Tears", "The Healing (Part II)"
 
Meine FOA-Zeit bedeutet mir aus heutiger Sicht: In eine Band eingestiegen zu sein, deren musikalische Richtung ich teile und die ich extrem gern spiele. Die anderen Musiker finde ich jeweils Klasse. Und das "Tempter"-Album mag ich auch fast ausnahmslos sehr.
 
Einen nochmaligen Neustart der Band unter meiner Mitwirkung halte ich für nur dann sinnvoll, wenn alles zeitlich gut geplant und wenn es "effizient" ist.


...und außerdem:




Ronald "Ron" Losch
(Bass, Kompositionen)
seit Gründung


Gunter Lange
(Gesang, Keys, Kompositionen)
1991-1997


Bernd Fleischer
(Gitarre)
1992-1993


Ralph-Marcel "Ralle" Dietrich
(Drums, Webdesign)
1998-2004


Thoralf Schulze
(Gitarre)
ab 2004


Henry Weihrauch
(Drums)
ab 2004


Diskografie:




Fakten:


Highlights & Meilensteine:

1992  Unplugged Session bei DT 64

          TV Special bei Elf 99 (RTL)

1993  Endrunde beim Deutschen Rockpreis
          (Platz 6)

1994  Endrunde beim Süddeutschen Rockpreis
          (Platz 4)

1996  Europatour mit Sacred Reich & Screw

2000  1.Platz bei "Unerhört! 2000"
          (Rock Hard Magazin)

          3.Platz bei Hardsampler 2000/Vol.1

          TV Special bei NBC-GIGA

2001  Auftritt beim "Hardlive-Festival"

2002  TV-Special bei Leipzig TV

Bühnenpartner: (Auswahl)

· Grave Digger (D-Tour u.a.)
· Blind Guardian
· Depressive Age
· Yngwie J. Malmsteen
· Threshold
· Gamma Ray
· Morgana Lefay
· X-Wild
· Sacred Reich (Europatour)
· Iced Earth
· Nevermore
· Crematory
· Uriah Heep
· Berluc
· Metalium
· Primal Fear
· Double Action
· Moshquito
· Warhead
· Destruction (Kurztour)
· Rage
· Freedom Call


Fotos:



1992: Bernd, Gunter, Ron, Wolf, Flecke

1993: Gunter, Wolf, Ron, Joe, Flecke

1995: Wolf, Ron, Flecke, Gunter, Joe

1997: Wolf, Gunter, Joe, Ron, Flecke

1997: Wolf, Gunter, Ron, Flecke, Joe

1997: Gunter, Wolf, Ron, Flecke, Joe

1999: Ekky, Joe, Ralle, Petri, Ron, Flecke

1999: Ralle, Petri, Ron, Joe, Flecke, Ekky

Tempter Promo 2001
2001: Petri
Tempter Promo 2001
2001: Flecke
Tempter Promo 2001
2001: Joe
Tempter Promo 2001
2001: Ekky
Tempter Promo 2001
2001: Ron
Tempter Promo 2001
2001: Ralle


2002: Ralle, Joe, Ron, Petri, Ekky, Flecke

2002: Petri, Joe, Ron, Flecke, Ekky, Ralle

2002: Ron, Petri, Ekky, Flecke, Joe, Ralle

2004: Joe, Henry, Ekky, Ron, Petri, Thoralf

Promo 2005
2005: Petri
Promo 2005
2005: Ekky
Promo 2005
2005: Ron
Promo 2005
2005: Jens
Promo 2005
2005: Thoralf
Promo 2005
2005: Henry

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