Vivian & Die Lebowskis live
am 11.11.2008 im Zosch Berlin



Bericht: Dietmar Meixner
Fotos: Dietmar Meixner






Vorwort: Der Zosch ist ein irres Kellergewölbe in der Mitte von Berlin, wo fast in jedem Keller Kultur stattfindet. Eine Adresse die sicher viele Nachtschwärmer in und um Berlin kennen. Warum zog es mich am 11.11.2008 in die Tuchholski Str. 30? Es ist eine Band die Berlin aufhorchen lässt und sogar schon einen Verkehrschaos auf offener Straße angerichtet hat. Ich lernte sie live beim Berlin Music Clash kennen, aber ihre Musik war mir schon vorher bekannt. Beim BMC belegten sie den zweiten Platz, und Vivian wurde als bester Interpret ausgezeichnet. Um 20.00 Uhr sollte das Konzert laut Presse beginnen, aber es wurde eine gute Stunde später. Das warten sollte aber belohnt werden. Der Saal (...Gewölbe) war mehr als gut gefüllt. Doch warum kamen die Leute nun bereits zum dritten mal in relativ kurzer Zeit hierher?! Es ist Vivian, die ihre Fans von den Straßen holt.
Doch wer ist Vivian überhaupt? Es war am 12. Januar 2007 in Berlin. Die Rock-Göre Vivian, auch bekannt als Frontsau der Band LIKRISH, wechselte die musikalischen Fronten. Mit der Band Vivian & die Lebowskis hat die Informatik-Studentin ein Ziel: Jazz mal anders zu machen! Dafür bekam sie spitzen Musiker der Stadt: Drummer Charly Köhn, der Mann, nach dem die bekannte "Charly-Köhn-Snare" benannt wurde, und Daniel Francisco Vargas, den gechilltesten Latino der Welt am Kontrabass. Den Namen bekamen sie durch die Anlehnung an den Film "The Big Lebowski". Sie blieben aber auf dem Teppich und flogen durch die skurillsten Clubs und Kneipen Berlins, bis hoch zum Sage Club. Bei einem Konzert betrat ganz spontan Alexander die Bühne und setzte sich ans Piano. Seit diesem Tag war die Band komplett.
Das Konzert: Um 21.15 Uhr ging es im Zosch dann auch los, und gebannt verfolgten die Fans im Saal das Treiben auf der Bühne. "Das sind meine Zugpferde" sagte mir der Chef des Ladens. "Die werden noch ganz andere Konzertsäle füllen". Vivian fragt auf der Bühne "Na wer fängt an?" Alex fängt an, und Vivian nimmt lässig das Mikro vom Ständer und singt "Sonntag im August". Nur ein Lied im Programm ist nicht von ihr komponiert. Alle anderen Songs stammen aus ihrer Feder (samt der wundervollen deutschen Texte). Da geht es nicht um... "ich liebe Dich", "Liebe ist alles"... oder "Sonnenschein und Liebe"... es geht um das alltägliche Zusammenleben, Geschichten wie sie das Leben schreibt, so ganz ohne Schmalz. Ich kann mich nicht erinnern in letzter Zeit so viele gute Texte konzentriert in einem Konzert gehört zu haben. Vivian macht ein großes Konzert mit Ihrer Band. Da sind verschiedene Musikrichtungen, und ausgespuckt wird eine ganz neue frische Art von Jazz! Vivian kommt ja vom Rock und Hip Hop, Charly vom Funk, Daniel ist ein Jazzer und Alex kann und spielt alles. "Eigenheim", "So was kleines Fröhliches", "Fang mich auf" und "Mein Versteck" sind Titel die mich vor und nach der kleinen Pause begeistern. Im zweiten Teil ist es besonders "Roswitha" und der "Mitternachtskaffee" die mein Herz höher schlagen lassen. Aber auch bei den anderen im Zosch kommen gerade diese Titel gut an. Der Song "Roswitha" ist neu im Programm und und wurde erst zum zweiten mal gespielt. Im Zugabenteil der einzige englische Titel "Word Up". Um 23:26 Uhr erklang der letzte Ton von der Bühne. P.S.: Die Setlist des Abends findet Ihr am Ende dieser Seite!
Vivian sagte mir in einem Gespräch: "Ich singe das, was ich schreibe, und das will ich rüber bringen. Ich habe auch schon englische Texte geschrieben, aber da hat keiner richtig zugehört. Jetzt schreibe ich deutsche Texte. Die sind vom Inhalt nicht einfach, aber es sind wundervolle Geschichten darin verborgen". Jazz hat sie schon immer gern gehört, aber sie bezeichnet sich nicht als Jazzsängerin, denn sie singt, was sie schreibt, und wenn es eine Ballade ist, wird es auch musikalisch eine. Mir geht wieder der Titel "Immer nur Engel" durch den Kopf. Ein wunderbares Lied mit einer Wahnsinns- Stimme vorgetragen. Ihre Texte sagen das aus, was andere Bands heute leider an Inhalt misseen lassen. Es war ein toller Sound an diesem Abend! Und das Licht? Es gab nur rote Scheinwerfer, des Fotografen Tod, für die Stimmung aber gut.
Fazit: Vivian & Die Lebowskis - eine Band, nicht nur für Jazzliebhaber! Da steckt so viel Herzblut in den Melodien und Texten. Ich kann einen Konzert-Besuch nur wärmstens empfehlen!




Foto Impressionen: