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Tarja Turunen's "Final Storm Tour 2009" live in Berlin am 23.09.2009 (Support: FURNAZE und Kings Of Modesty) Bericht: Frank Heinzel Bearbeitung: Petra Heinzel Fotos: Frank Heinzel, Paul Harries (Pressefoto Tarja Turunen)
Als die Einlasszeremonie ohne besondere Vorkommnisse vollzogen war, begann auch schon gegen 19:30 Uhr die erste Vorband. FURNAZE, eine Londoner Thrash-Metalband, mischte den Postbahnhof auf. Sehr kraftvoll sang der kahlköpfige bärtige Olivier Vermeersch und strapazierte dabei seine Gitarre bis auf's Äußerste. Sein Arbeitsgerät hatte eine außergewöhnliche und ganz besondere Form (siehe Fotos). Neben ihm auf der Bühne arbeitete eine energiegeladene Blondine, Andie Cayne. Sie rockte mit ihrem schwarzen viersaitigen Bass im ebenso schwarzen Outfit über die Bühne, und verlieh dem Ganzen dabei immer wieder mit ihrer blonden langen Mähne Ausdruck. Ason Bowld rundete das Ganze am Schlagzeug ab. Er zeigte eine sportliche Leistung und ergänzte mit festen Rhythmen somit die flotte Gitarre mit eingängigen harten Riffs. Nach einer halben Stunde erfolgte ein kurzer Umbau, und um 20:15 Uhr heizte die zweite Vorband ordentlich ein. Die fünf Männer der Gruppe "Kings Of Modesty", die keinesfalls bescheiden erschienen, zeigten was man im Metal-Bereich noch so zu bieten hat. Der Schlagzeuger Rane Simoinen, Mitbegründer der Band im Jahr 1994, hatte seine finnische Fahne dabei, und verwies damit auf die Herkunft der Kapelle. Im Jahr 2007 hatte "Kings of Modesty" in den USA mit ihrer EP "Miracle" einen beachtlichen Erfolg vorzuweisen. Diesen Song spielten sie aber nicht, sondern begannen mit ihrem Titel "Never Touched The Rainbow", den es bereits in Europas Radiostationen zu hören gab. Sofort auffällig war der Gitarrist Samuel Hjelt, auch Mitbegründer der Band, mit seiner außergewöhnlichen Frisur. Im Wechsel mit dem Sänger Jason Flinck eroberte er den vorderen Bühnenrand, während sein älterer Bruder Mikael mit seinen blonden Haaren auf der linken Bühnenseite am Keyboard rockte. Auch der Basser, "Hellraiser", war mit seinem Instrument auf der rechten Seite nicht zu überhören. Mit dem Titel ihres Debütalbum "Hell or Highwater", das in den letzten Septembertagen erschienen ist, beendeten sie nach einer halben Stunde ihre Metal-Einlage.
Die Uhr zeigte kurz vor halb zehn als Tarjas Band die Bühne betrat und Tarja Turunen mit tosendem Applaus im vollen Postbahnhof begrüßt wurde. Fotos durften nur während der ersten drei Songs gemacht werden, wie das bei den großen Stars und Sternchen inzwischen üblich ist. Das gestaltete sich etwas schwierig, denn der Fotograben war zwar groß genug (obwohl er nicht riesig war), aber die berühmteste Finnin der Rockgeschichte fegte gleich beim ersten Titel "Enough" mit so viel Power über die Bühne, dass es kaum möglich war im Gegenlicht qualitativ wertvolle Fotos zu schießen. Tarja glänzte mit ihrer ausgebildeten glockenhellen Sopranstimme, zelebrierte damit eine Mischung aus modernem Metal und klassischen Gesang. Tarja Turunen sang in der Vergangenheit bereits Stücke von Bach, Mozart, Wagner und Verdi. Bis vor ca. vier Jahren war sie noch die Frontfrau der Band "Nightwish". Die gewisse düstere Grundstimmung von damals, die sie bei "Nightwish" so berühmt machte, ist heute immer noch vorhanden. Als Solokünstlerin kann sie aber ihre Sopranstimme noch besser entfalten, obwohl mir die Abwechslung in den Nightwish-Titeln damals sehr gut gefiel. Da erinnert man sich gerne an Hits wie "Sleeping Sun" (in Finnland Platinstatus), der an diesem Abend leider fehlte. Mit einer starken Band im Rücken konnte sie rocken was das Zeug hielt. Ab und zu rockten auch Gitarrist Alex Scholpp und Bassist Oliver Holzwarth im vorderen Bühnenteil. Dann konnte man aber auch bei Songs wie z.B. "Minor Heaven" etwas zur Ruhe kommen, kleine weiße Sterne ließen die dunkle Bühnenrückwand erstrahlen, und auch die Fans hatten ihre Hände gen Himmel gerichtet. Dann stieg Nebel auf, Max Lilja (früher bei Apocalyptica) streichelte sein Cello und Tarja kam mit weißem Umhang auf die Bühne. Sie hatte ihre Kapuze auf und sang in ihr passend weißes Mikrofon "I walk alone". Danach zeigte Mike Terrana sein Können am großen Schlagzeug. Der Mann mit dem blonden Hahnenkamm legte ein fantastisches Solo hin.
Tarja freute sich: "Absolutely fantastic, thank you very much!" Rockig wurde der Abend mit dem Alice Cooper Coversong "Poison". Tarja sagte vor Beginn noch: "The next version of the song, I`m sure you like it". Und sie hatte Recht: die Fans sangen mit und brachten ihr ein klatschendes "Hey hey hey" entgegen. "Oasis" brachte eine ruhige mystische Stimmung in den Postbahnhof zurück. Max machte den Anfang mit seinem Cello, Mike packte kurz ein leises Beckengeräusch hinzu, Christian Kretschmar (von der Band Schiller kommend) stieg mit seinen Keyboards ein, Alex setzte sich mit seiner Gitarre auf einen Hocker, Tarja kam auf die Bühne und Oliver hockte kniend mit seinem Bass im hinteren Bühnenbereich. Tarja sang diesen Titel mit viel Leidenschaft, die letzten drei Töne kamen vom Cello. Beim Titel "Nemo" im blau-roten Licht platzte der Postbahnhof aus allen Nähten. Wer kennt ihn nicht den Nightwish-Titel aus dem Jahr 2004?! Nur das kurze Keyboardsolo von Christian sorgte für absolute Stille, bis die Halle dann wieder mit rockender Gitarre und Cello brodelte. Tarja dankte: "Vielen Dank, thank you so much. You wanna more? Are you sure you wanna more?" Die Fans jubelten. Nach "Sing for me" verließ die Band gegen halb elf die Bühne. Ein kleines Keyboard tauchte plötzlich am vorderen Bühnenrand auf. Ich fragte mich, "Hmmm, was das wohl werden soll?" Securities suchten einen Weg durch das Publikum, verweilten inmitten der Halle und bereiteten einen Auftritt direkt, ganz nah bei den Fans vor. Dann bestritten die Musiker tatsächlich einen akustischen Block inmitten der Fans, die inzwischen einen Kreis gebildet hatten. Zur letzten Runde fanden sich alle Musiker wieder auf der Bühne ein. Im blauen Licht erschien Tarja in einem bräunlichen langen Kleid, mit gewagtem Ausschnitt. Bis zum letzten Titel hielt der Lüfter durch, Tarjas Haar wurde vom Wind getragen. Gegen 23:00 Uhr verabschiedete sie sich von ihren Fans mit folgenden Worten: "Vielen Dank Berlin. It was a nice evening for me, for you, for all!" Der Aussage ist nichts hinzu zufügen.
Foto Impressionen:
Support 1: "FURNAZE" ![]() ![]()
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Support 2: "Kings Of Modesty" ![]() ![]()
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Das Hauptprogramm: TARJA TURUNEN & Band ![]() ![]()
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