Trixi G am 25.07.2008 in Hötensleben


Bericht: Petra Heinzel
Fotos: Petra Heinzel




Da die Presse, für die wir jeden Tag unseren Obolus am Kiosk entrichten, nicht in der Lage ist einen vernünftigen und vor allem korrekten Konzertbericht zu schreiben, ist es mir ein Bedürfnis, dies an dieser Stelle selbst zu erledigen.
Für Hötensleben war ein großes Fest angekündigt "Rock und Kultur am Denkmal". Mal kurz den Routenplaner befragt, wusste ich sofort: wir fahren. Trixi G ist immer eine Reise wert! Dieses Mal hatten sie ein Heimspiel in ihrem Bundesland.
Nach Feierabend noch kurz die Zahnbürste und alle anderen nötigen Kleinigkeiten in eine Tasche verstaut, und ab ging es auf die Autobahn. Kurz vor Konzertbeginn trafen wir bei herrlichem Wetter ein. Die Veranstaltung fand unmittelbar hinter den Häusern des Ortes auf dem ehemaligen Grenzstreifen statt. Die Grenzanlage steht unter Denkmalschutz. Sie soll die Erinnerung an die Teilung Deutschlands wach halten. Passend hierzu begann Trixi G mit dem Song "Traumpaar". Dieses Lied schrieb Tamara Danz (Silly) anlässlich der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Ein unbeschreibliches Gefühl so ein Lied an diesem geschichtsträchtigen Ort zu erleben. Danach schickten uns Trixi und Uwe auf ihren "Lebenstrip". Trixis gekonntes Spiel mit Cabasa und Saxophon in "Aus und vorbei" verlieh dem Song noch mehr Ausdrucksstärke. "Du" beendete Uwe, der Perfektionist an seinen Gitarren, souverän trotz gerissener Gitarrensaite. Während Trixi für Unterhaltung sorgte, zog Uwe in gekonnter Schnelle eine neue Saite auf. Für "Das Paar" waren sämtliche Instrumente: Akustikgitarre, Querflöte und Djembe stimmig. Weiterhin wurde also für den perfekten Sound gesorgt. Christian, der Percussionist ist erst seit kurzem in der Band. Auf dem Cajon sitzend nahm er die Macasa (Rasselei) zur Hand und "Hurensöhne" erklang mit genialem Satzgesang, und der letzte Refrain a cappella. Das Publikum tobte vor Begeisterung. In "Mein Gott", "Ideal" und "Mein Haus" konnten wir Trixis unbeschreibliche Energie spüren. Sie lebte ihre Songs auf der Bühne mit sehr großer Intensität. Ständig spürte ich in den Songs ihre fantastische starke Stimme. Und dann hörten wir nicht nur Gundermanns "Gras" wachsen, sondern sangen mit... eine tolle Atmosphäre! Anschließend kündigte Trixi "So ne kleine Frau" mit folgenden Worten an: "Jetzt kommt was ganz Besonderes. Kenner wissen wovon ich spreche...". Eigentlich war ich mir ganz sicher was nun folgen würde... aber ich verspürte ganz andere wunderbare Klänge. "So ne kleine Frau" erklang im neuen Gewand. Trixi (mit Saxophon) und Christian (mit Chalumeau - gilt in Fachkreisen als Vorgänger der Klarinette) spielten im Duett, während Uwe seine Gitarre strapazierte. Es war fantastisch!
Kurz darauf war ich beim "Regentropfen" genießen. Ich spürte Regentropfen auf meiner Haut, dachte dann aber ganz kurz, wie authentisch... ich spürte sie wirklich. Bis ich dann die "Echten" bemerkte, da es immer mehr wurden. In diesem Moment sagte Trixi mitten im Lied: "Was für eine Magie". Alle Zuschauer suchten Schutz unter Zelten und Imbissüberdachungen, die sich rund um den Platz befanden. Zugejubelt wurde aus der Ferne... bis dann auch der Strom ausfiel. Einen kurzen Moment später kam der erste Strom über die Mikrofone zurück, worauf Trixi G ganz spontan "Bye Bye" einstimmte.
Da ein heftiger Sturm aufkam endete das Konzert leider schon nach 1 ½ Stunden. Nun hieß es sämtliches Inventar retten, da plötzlich ein Unwetter aufzog. Innerhalb von Sekunden waren wir durch bis auf die Haut und wenige Minuten später schätzte die Feuerwehr den entstandenen Schaden auf ca. 150 000 EUR (allein 15 beschädigte PKWs). Die anschließend geplante Theateraufführung fiel dadurch aus.
Trotzdem verbrachten wir noch viele schöne Stunden miteinander. Und dieses Konzert wird nicht nur wegen diesem Unwetter unvergessen bleiben, sondern natürlich hauptsächlich wegen dem genialen Trixi G-Konzert.
Anmerkung der Redaktion: Ein abschließendes Wort zu den Pressevertretern sei erlaubt. Es spielt eine hervorragende Band mit wachsender Fangemeinde aus dem eigenen Umkreis, verdient aber nur zwei Sätze irgendwo am Rand der Zeitung, wo trotz der Knappheit noch genügend Platz für Fehler und falsche Infos war. Für eine Kapelle aus dem Ausland, die seit 30 Jahren keine neuen Songs mehr veröffentlicht und nur noch auf Oldie-Spektakeln zu finden ist, ist ein ganzer Block in der Zeitung reserviert? Ganz schwache Leistung der schreibenden Zunft!




Foto Impressionen: