Bericht:
Dietmar Meixner

Fotos:
Dietmar Meixner





Es ist Mittwoch, und ich fahre zu einem Konzert nach Neuenhagen. Mittwoch? Mitten in der Woche? Naja, am Donnerstag war ja Himmelfahrt (Herrentag), und deshalb fand das erste Open Air Konzert 2011 in der "Arche" zu Neuenhagen statt.
Bei meiner Ankunft um kurz vor 20.00 Uhr staunte ich. Irgendwie war alles anders als gewohnt... Irgendwie war alles größer... Die Absperrungen rings herum wird nicht - wie gewohnt - vom Arche Personal, sondern - wie die gesamte Veranstaltung - von einer Security Firma gesichert. Und auch die Gastronomie ist dieses Mal nicht wie gewohnt hauseigen, sondern wird von einen Catering Service betreut.


Die "Arche" in Neuenhagen (Foto: Arche)

Aber ich bin ja nicht wegen des Essens oder der "Konzertsicherheit" gekommen. Der Grund meiner Anreise war ein anderer: Die STARFUCKER um Frontmann und Rockhaus-Urgestein Mike Kilian waren an diesen Abend in der Arche zu Gast. Um mir ein Getränk oder eine Speise vor dem Konzert zu sichern war ich allerdings zu spät gekommen, denn endlose Schlagen an den drei Versorgungsständen machten dieses Vorhaben zu einem zeitraubenden Abenteuer. Das allein zeigt aber schon, wie gut besucht die "Arche" an diesem Tag war. Ja, aber Hallo! Der Hof war rammelvoll, denn ca. 400 Rock`n Roll Fans, davon fast 100 mit dem entsprechenden Rolling Stones T-Shirt, hatten den Weg dorthin gefunden.

Als Mike Kilian und Band um 20:20 Uhr mit dem Stones-Klassiker "Start Me Up" die Bühne lautstark betraten, machte Mike gleich folgende Ansage: "Wir sind heute stellvertretend für eine Band hier, die leider nicht anwesend sein kann..." Schon klar, dass damit die Orginal "Rollenden Steine" gemeint waren. Aber dass die hier keineswegs gebraucht wurden, sollte ich in den folgenden Stunden erleben...
Das Konzert teilte sich in zwei Hälften. Der erste Abschnitt - noch im Sonnenschein - bedeutete für die Fans, etwas Abstand von der Bühne zu halten - soweit es der gefüllte Hof der "Arche" überhaupt noch zuließ. Nach gut einer Stunde mit vielen musikalischen Knallern wie "Get Off Of My Cloud" und "Let`s Spend The Nigt Together" war dann erst einmal eine Pause, die mit 35 Minuten für mich allerdings viel zu lange ausfiel. So eine lange Pause ist auch eher ungewöhnlich bei Konzerten. Allerdings hatte ich durch diese gefühlte Ewigkeit ausreichend Zeit, mit einigen Fans ins Gespräch zu kommen und einigen Freunden die Hand zu schütteln. Ich war in der Pause aber auch oft und lange in Gedanken bei meinen ersten Rolling Stones-Konzerten gleich nach der Wende im Berliner Olympiastadion und in Weißensee. Ich zog Vergleiche zu dem heute Erlebten. Aber die Gedanken gingen auch ganz weit zurück, nämlich in die Zeit, als ich mit 14 Jahren den Konzerten der Butlers rund um Leipzig beiwohnte. Schon bei den Butlers spielten die Rolling Stones-Titel eine entscheidende Rolle. Wenn ich mir so die Fans ansah musste ich feststellen, dass der Altersdurchschnitt zwar weit über 40 Jahre lag, dass sich unter den Zuschauern aber auch deutlich jüngere Fans befanden. Die Musik der Stones ist eben zeitlos...


Allein das Eintrittsgeld wert: Mike Kilian

Nach der Pause ging das Stones-Feuerwerk weiter mit "Wild Horses"," Ruby Tuesday", "Paint It Black", "Jumping Jack Flash" usw. Jetzt rückten auch die Fans Mike Kilian und seinen Kollegen auf die Pelle, vor der Bühne füllte sich der Platz und es wurde leidenschaftlich getanzt. Die zweite Konzerthälfte, die etwa 90 Minuten dauerte, war Party pur bis in die Zugaben. Sehr beeindruckend dabei war die Leistung vom Frontmann dieser Rolling Stones-Coverband, Mike Kilian. Was er für eine Show reißt und wie er die Klassiker der britischen Kultband vorträgt, ja eigentlich zelebriert, ist sehr überzeugend! Und so eine Leidenschaft und Spielfreude braucht natürlich nicht lange, um auf's Publikum über zu springen. Zur musikalischen Leistung der Band an diesen Abend muss ich anmerken, dass die Kapelle einfach ihr Handwerk versteht, und sie die Fans ohne lange Umschweife in Partylaune versetzen kann. Da fällt dann auch manch falscher Ton einfach nicht groß auf. Wie heißt es so schön: "Live is Life"! Außer Mike Kilian steht bei den STARFUCKERN natürlich Gitarrist Christian Sorge ebenfalls immer im Rampenlicht. Er bewegt sich gut, und tänzelt auf der Bühne genauso perfekt wie sein Pendant bei den "echten" (aber nicht unbedingt besseren) Stones, Keith Richard. Bernd Hauke an den Drums arbeitet sehr unscheinbar, aber sein Beitrag während eines STARFUCKER-Konzerts sorgt stets für einen guten und sauberen Takt und Druck. Auch er zeigte am Mittwoch eine überzeugende Leistung. Last but not least wäre da noch Volker Hopfner am Bass zu erwähnen, der das ganze Konzert über fast bewegungslos aber mit geilem Bassspiel (besonders bei "Miss You") einen einwanfreien Part ablieferte. Aber es ist ja nicht allein die Band, die für einen gelungenen Konzertabend sorgt. Die Männer "hinter den Kulissen" haben auch ganze Arbeit geleistet. Der Ton und die Lichtschau waren ebenfalls erstklassig und lieferten keinen Grund für Kritik.

Das Konzert der STARFUCKER am vergangenen Mittwoch war echt stark! Es war ein Konzertabend voller Erinnerungen, ausgelöst durch die Protagonisten auf der Bühne, und gelebtem Rock'n Roll. Das diese Band längst kein Geheimtipp mehr ist, sah man an dem Zuspruch der Zuschauer und an der Leistung der Kapelle. Das Publikum dankte es den vier Musikern mit reichlich Applaus - zurecht! Wer die Rolling Stones in Verbindung mit Party mag, dem sei ein erlebnisreicher Konzertabend bei den STARFUCKERN empfohlen.




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