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Der zweitbeste Sommer Patti Heidrich & Andreas Hähle auf Sommertour / Begegnungen bei Thomas Putensen, mit Dirk Zöllner, Dunja Averdung & Jörg Nassler, Christian Haase und vielen anderen / Ein Tourbericht der anderen Art... Bericht: Patricia Heidrich & Andreas Hähle Fotos: Patti, Iris, Doris, Hähle
Logistik ist wichtig. Das wissen nicht nur Musiker auf Tournee, auch alle anderen Menschen. Naja, mit Ausnahme der Manager der Deutschen Bahn vielleicht. Und deshalb fuhren wir mit dem Auto und haben uns dabei gut unterhalten... lassen. Von zwei völlig verschiedenen CDs. Zum einen von einer Promotion-CD aus der aktuellen Produktion von Katrin Lindner, die sie gemeinsam mit André Gensicke und Sonny Thet eingespielt hat. Sonny Thet kann man übrigens mit „Bayon“ am 20.8. in Altenhof erleben. Patti und ich werden auch dort sein. Logisch, denn am 21.8., einen Tag später, wird UNBEKANNT VERZOGEN am selben Ort gemeinsam mit Christian Haase & Band sowie Tino Eisbrenner konzertieren. Ich war vollkommen begeistert von dieser CD, selbst auch dann, wenn mir der Gesang von Katrin Lindner nicht ganz zusagte. Die kompositorischen Lösungen von André Gensicke kann man durchaus als absolut genial bezeichnen und irgendwie kam ich beim Hören dieser CD aus dem Staunen nicht heraus. Danach entschieden wir uns, Titel von Helga Hahnemann anzuhören, ja von der unvergesslich bleiben müssenden „Henne“. Ein wenig war es auch ein „Arbeitshören“, denn Patti plant aus eben genanntem Grunde, und auch weil sie die Lieder unglaublich liebt, mit einem Musiker einen Helga-Hahnemann-Abend zusammenzustellen, bei welchem sie deren Lieder interpretieren wird. Mit wem und ab wann dieser Abend auf Tour geht, das darf ich an dieser Stelle leider noch nicht verraten. Aber nach dieser Autofahrt wissen wir wenigstens ein paar der Titel, die in dieses Programm integriert werden. Und Spagat kann sie ja auch noch nicht... Freitagabend kamen wir in Roggow, unserem Basislager, bei René Wiggers, unserem Tourmanager und in gewisser Weise Betreuer („Die Patti ist nicht normal und der Hähle ist verrückt.“ Zitat Dirk Zöllner) an und trafen dort Lutz aus Kühlungsborn und Charly aus Düren, zwei Menschen, die noch eine gewisse Rolle, auch in künstlerischer Hinsicht für uns in dieser Woche spielen sollten. Doch dazu später. Erst einmal war es ein wunderschöner Abend mit vielen witzigen Gesprächen an einem lauen Sommer. Am nächsten Tag fuhren wir zu Thomas Putensen, der seine diesjährige Sommerklöne veranstaltete. Diese Sommerklöne, ein lockeres Treffen verschiedener Künstler, Freunde, Dorfbewohner und Kunstinteressierten ist immer wieder ein wunderschönes Ereignis, eine große Begegnungsfreude und irgendetwas, ja irgendetwas und wenn es nur ein sehr gutes inneres Gefühl ist, nimmt man immer davon mit. Und witzigerweise trifft man dort auch alljährlich auf Menschen zum ersten Mal, von denen man selbst nie etwas gehört hat und zu denen man sich die Frage stellt: Warum eigentlich nicht? Auf Hardy Henning, der nach Aussage Thomas Putensens in einem Seniorenheim in Greifswald lebt (bei Pute weiss man aber nie, ob dies stimmt oder ein Scherz ist, aber das entsprechende Alter hat der Hardy schon) trifft das nicht zu, denn den trafen wir bereits im letzten Jahr. Aber da hatte er – also Überraschung – nicht gesungen. Und diesmal hat er es. Und so wunderbar, dass ich mich nicht mehr gewundert hatte, dass Thomas Putensen öfter mit ihm arbeitet.
Wie eben auch das Kurzkonzert des Duos „Liaisong“, bestehend aus dem grandiosen Gitarristen Jörg Nassler und seiner Lebensgefährtin, der wunderbaren Dunja Averdung, die auch Stücke aus ihrem neuen deutschsprachigen Programm vorstellten. Die beiden haben wir letztes Jahr bei Pute auf der „Sommerklöne“ getroffen und daraus entstand die Zusammenarbeit, die zu diesem Programm führte, für das ich die Texte schreiben darf. Welch Ehre und welch Ehre, dass die beiden dies, an diesem Abend geäußert, wiederum für eine Ehre halten. Das klingt eitel, aber um ehrlich zu sein, bin ich stolz auf diese Arbeit und finde solche Äußerungen eben auch anerkennend und schön. Ein neuer Titel von Reinhard Fißler ist auch dabei und ich bin auch darauf stolz, dass es einen Titel von Fißler/Hähle als Autorenduo gibt, denn auch Reinhard soll weiter getragen werden mit seiner großartigen Musikalität. Leider konnte er in diesem Jahr – aus logistischen Gründen – nicht dabei sein. Ich hoffe, wir sehen uns – das sowieso – nicht nur „zwischendurch“ in Berlin wieder, sondern auch nächstes Jahr auf Putes „Sommerklöne“ im klönen Wendorf. Dass Patti keinen Text von mir sang, sondern das russische Zigeunerlied „zuiganka molodaja“ fand wiederum Pute erstaunlich. Und so wie er und Jörg Nassler sie begleiteten und wie sie es mit ihrer unverwechselbaren Stimme sang, das war einfach... schweißtreibend im besten Sinne und dies, als es schon dunkel ward. Zuvor durfte ich auch drei Texte aus meinem Buch „Und schuld an allem ist das Leben, die Sau...“ lesen. Also auch Literatur gehört auf jeden Fall mit zu dieser Klöne. Dies bewies auch, allerdings in Form von sehr ergreifenden tollen witzigen Liedern der Sänger und Songwriter Harald Wandel mit seinen Freunden. Bei dem Titel „Kackende Hunde“ zerriss Dunja Averdung fast das musikalische Werk mit einem überaus heftigen Lachanfall – des unglaublich wortwitzigen und stimmigen Textes wegen. Meine Empfehlung also außer natürlich allem bisher genanntem und noch zu nennendem: „Harald Wandel & Freunde“, eine Truppe aus Neubrandenburg. Aus Berlin kam Wolfgang Wündsch, den Berlinern vielleicht besser bekannt als Schauspieler, Kabarettist und Coupletist, vor allem in seiner Rolle als „Eckensteher Nante“, einem Berliner Original, welches tatsächlich lebte. Wolfgang Wündsch brachte Titel aus der DDR zum Vortrag, welche zumindest ich entweder gar nicht kannte oder vergessen hatte. Und traf in die Seele der nun mittlerweile bereits sich am Lagerfeuer wärmenden. Ein wundervoller Abend, der noch lange und mit vielem musikalisch weiterging. Mit von der Partie war natürlich auch René Wiggers, der vielleicht nächstes Jahr mal etwas von seinen eigenen literarischen Werken dort vorstellen wird, hoffe ich, aber auch aus Berlin unsere ganz ganz engen Freunde Birgit und Bernd, denen wir auch an dieser Stelle für vieles danken möchten sowie unser Freund und auch deutsche-mugge-Autor aus dem Vogtland, Frank Rofall. Unsere Freunde sind uns sehr wichtig und da diesmal der Tourbericht ein wenig privater ausfällt als sonst, möchten wir sie einfach auch mal erwähnen. Das ist eine Herzenssache. Am nächsten Morgen stieß die Nachrichtensprecherin Tina Torge zu uns, auch eine unserer Freundinnen. Und immer wieder ist es schön, im Sommer auf Frau Hase zu treffen, für die Thomas Putensen bereits zwei Titel schrieb, vor allem „Wenn Dorf dann Wendorf“. So schließen sich die Kreise immer wieder, auch an diesem unseren zweitbesten Sommer. Der Tag danach – nein, kein Tag der „Schnapsleichen“. Alkohol fließt bei diesem Ereignis auch, aber nie in Strömen. Der Tag danach war ein gemeinsames Frühstücken, Singen, Musizieren, manchmal wild durcheinander, aber immer wieder sich findend und es ist eine Freude, dies zu erleben und zu genießen. Unsere Herzen glühten wie die hitzige Sonne über Wendorf. Und sie werden es aushalten, dass wir uns erst im Winter wieder sehen. Obschon Pute vor ein paar Tagen zu mir am Telefon sagte, man könnte vielleicht auch mal im Herbst etwas Schönes machen. Mal sehen... Dann brachen wir auf und hatten einen wundervollen Anfang, denn am Abend wollten wir zum Konzert von Dirk Zöllner und André Gensicke in Kühlungsborn sein. Blöd war nur, dass ich so viel Bier – die Hitze nicht bedenkend – getrunken hatte, dass ich zwar an diesem Abend in Kühlungsborn viel Spass hatte und witzige Gespräche führte, aber nun mal die Patti lieber kurz von diesem Konzert an dieser Stelle erzählen lasse. Denn wachen Sinnes, um es mal so zu sagen, war ich nur vor dem Konzert, in der Pause und danach. Bei dem Konzert trafen wir Jörg Nassler und Dunja Averdung wieder, von denen wir uns gefühlt gerade eben in Wendorf verabschiedet hatten wie auch Lutz aus Kühlungsborn und das Zöllner-Fanpaar Jana und Mark, die wir sehr lange nicht mehr gesehen hatten. Und natürlich die Zöllner-Crew. Und was sah der Axel Lorenz gut aus, wenn ich das mal als Mann so sagen darf...
Ansonsten trieben wir uns zwischen den Auftritten am Salzhaff und an der Ostsee herum, erlebten dies und jenes und abends dann die Sonnenuntergangsgespräche mit René, Charly aus Düren und seiner Lebensgefährtin Doris. Und schnell hatten wir die beiden Dürener sehr ins Herz geschlossen, wunderbare Menschen. Und so bereiteten wir nebenher eine gemeinsame Lesung von René und mir vor, die am Donnerstagabend in der Kösterschün in Rerik stattfand und da Patti dort ein paar Titel singen sollte, jedoch keine Musiker dabei hatte, gründeten wir die Formation „Die Reibis“, sowohl für die Lesung als auch als Vorband für „Haase & Band“ am Samstag. Nicht, dass wir keine Musiker suchten für Patti. Wir fanden nur keine. Christian Haase schlug per SMS vor, dass ich doch Vuvuzela spielen sollte und Steffen Huth – ebenfalls ein deutsche-mugge-Autor aus Russow und fleissiger Forenschreiber auf diesem Portal – empfand die Vorbereitungszeit als nicht gegeben, da er erst am Donnerstag von seiner Arbeit in Baden-Württemberg oben im Norden daheim anlanden würde. Also kam es dazu, dass Charly, der ja auch ein sehr vielfältiger Musiker ist, sich entschied, Patti bei der Lesung zumindest auf dem Cajon zu begleiten. Was auch gelang. So konnte die Lesung gewagt und durchgezogen werden. Es war so schön und es kam so gut an, nicht nur weil das Zöllnerfan-Paar Jana und Mark mit im Publikum saß und Doris eifrig fotografierte wider den Lichtverhältnissen, dass wir es auf jeden Fall versuchen werden, auch mal in Berlin in dieser Form zu wiederholen. Und dann bleibt auch den Berlinern nicht erspart, was ich mir zu dieser Lesung nebst dem Vortragen eigenen Werkes leistete, nämlich zu singen. „In der Nachbarschaft“, ein Tom Waits Song mit einem Text von Gundermann. Interessant fand Patti, dass wir beiden Schreibenden, der René und ich, mit Texten aus DDR-Zeiten uns von völlig verschiedenen Ansätzen her näherten und uns im Heute, nicht nur literarisch sondern auch von den Ansichten her trafen. Patti sang phantastisch, wie nicht anders zu erwarten war und stieg mit ihrem Gesang dem Publikum treffend und schönend in die Seelen. Und für Jana zelebrierte sie a capella einen bisher völlig unveröffentlichten neuen Song von UNBEKANNT VERZOGEN, den „Vollmond“. Unter anderem kamen auch „Treibgut“ und „Nachtvögelin“ sowie Gundermanns „Vater“ zu Gehör. Es war ein toller Abend. Nicht sehr viel Publikum, aber dennoch – mit etwas mehr und besserer Werbung – dürfen wir nächstes Jahr wiederkommen. Das ist doch immer wieder etwas, was man gerne vernimmt, Einladungen zum Auftritt.
Vielen Dank an alle, denen wir begegnen durften, den Erwähnten und den Unerwähnten. DANKE! Auf Wiedersehen, sehr sehr gern und … bald! Patti & Hähle
Fotoimpressionen:
![]() Jörg Nassler beim Werkeln ![]() Thomas Putensen - Der Sommerklönevater ![]() Thomas Putensen und Iris Langer - Die KlöneELTERN ![]() Die drei Herren vom Grill: Andreas Hähle, René Wiggers und Bernd ![]() Sommerköne 2010 ![]() Wolfgang Wündsch - Eckensteher Nante ![]() Harald Wandel und Freunde ![]() Pute's Home is our castle ![]() Hähle liest aus seinem Buch "Und Schuld an allem ist das Leben - die Sau" ![]() Dunja Averdung und Jörg Nassler: LIAISONG ![]() Jörg Nassler - Schnipsyking ![]() Patti im Hasenbau ![]() Nasslers Gitarre wird gestimmt ;-) ![]() Morgens gemeinsam singen... ![]() Patti und die Sesselfeder ![]() Dirk Zöllner ![]() Cäsars Schuhe nicht zollfrei ![]() www.dirk-zoellner.de ![]() Die Pforte zum Duo Infernale ![]() Dirk Zöllner mit Thomas Braun (sonst beim Putensen Beat Ensemble) ![]() Er lebe hoch! ![]() André Gensicke ![]() Axel Lorenz und Dirk Zöllner ![]() Axel und Dirk ![]() Kunsthalle Kühlungsborn - ausverkauft! ![]() Duo Infernale mit Gast Thomas Braun ![]() Zöllners Gitarre ![]() Kofi und René Wiggers von Radio LOHRO - im Interview mit Andreas Hähle und Patricia Heidrich (UNBEKANNT VERZOGEN) ![]() Patti (UNBEKANNT VERZOGEN) segelt mit Bruno Blank und Hähle auf dem Salzhaff ![]() Zeitreise - Lesung mit Gesang: René Wiggers, Hähle und Patti (UNBEKANNT VERZOGEN) ![]() René Wiggers und Andreas Hähle - Zeitreise durch die letzten 25 Jahre ![]() Haase Band präsentiert von Radio LOHRO ![]() Bruno Blank ![]() Bruno's Kulturscheune - generationsübergreifend und schön voll ![]() Tina Powileit ![]() Christian Haase ![]() André Kemnitz-Voigt und Andreas Hähle ![]() Haase und seine Fans ![]() Emma auf dem Weg zum Haase-Konzert ![]() René Schostak, Haase und Klaus Wehrmann ![]() Haase und Band in Brunos Spiegel ![]() Lutz und André, der Haasemanager, zelebrieren "Hase im Rausch" ![]() René, Klaus, Tina, Haase, Dani - Haase Band ![]() Hähle und Haase ![]() Lutz und Haase ![]() Karsten Matschei (Haasetechnik) ![]() Bohnensuppe in René's Küche |