Der zweitbeste Sommer
Patti Heidrich & Andreas Hähle auf Sommertour / Begegnungen
bei Thomas Putensen, mit Dirk Zöllner, Dunja Averdung & Jörg Nassler,
Christian Haase und vielen anderen / Ein Tourbericht der anderen Art...


Bericht: Patricia Heidrich & Andreas Hähle
Fotos: Patti, Iris, Doris, Hähle


Um es vorwegzunehmen, das Duo Patti & Hähle war nicht unterwegs, um Künstler bei ihren Veranstaltungen im Sommer an der Ostsee aufzuspüren. Das hat sich einfach so ergeben und es war auch mehr so, dass die beiden sich mit Freunden trafen, die zufällig zur selben Zeit in derselben geographischen Ecke konzertierten, in welcher die beiden, organisiert vom Tourmanager René Wiggers, in verschiedenen Kindereinrichtungen ihr Kinderprogramm aufführten. Dies vormittags oder auch mal nachmittags, also immer zu Zeiten, welche vom Tag den Abend für eben jene Begegnungen übrig ließen. Eine Lesung gab es auch mit diesen beiden, doch dazu später. Und warum bezeichnen sie diese Tour, willentlich Gundermann zitierend, als ihren zweitbesten Sommer? Weil man ja immer glaubt, der beste Sommer käme noch. Strahlend kamen sie zurück ins brütende Berlin von einer Reise, die sich lohnte. Und Souvenirs haben sie für uns alle auch mitgebracht. Viele Fotos und dieses kleine Tourtagebuch.

Logistik ist wichtig. Das wissen nicht nur Musiker auf Tournee, auch alle anderen Menschen. Naja, mit Ausnahme der Manager der Deutschen Bahn vielleicht. Und deshalb fuhren wir mit dem Auto und haben uns dabei gut unterhalten... lassen. Von zwei völlig verschiedenen CDs. Zum einen von einer Promotion-CD aus der aktuellen Produktion von Katrin Lindner, die sie gemeinsam mit André Gensicke und Sonny Thet eingespielt hat. Sonny Thet kann man übrigens mit „Bayon“ am 20.8. in Altenhof erleben. Patti und ich werden auch dort sein. Logisch, denn am 21.8., einen Tag später, wird UNBEKANNT VERZOGEN am selben Ort gemeinsam mit Christian Haase & Band sowie Tino Eisbrenner konzertieren. Ich war vollkommen begeistert von dieser CD, selbst auch dann, wenn mir der Gesang von Katrin Lindner nicht ganz zusagte. Die kompositorischen Lösungen von André Gensicke kann man durchaus als absolut genial bezeichnen und irgendwie kam ich beim Hören dieser CD aus dem Staunen nicht heraus. Danach entschieden wir uns, Titel von Helga Hahnemann anzuhören, ja von der unvergesslich bleiben müssenden „Henne“. Ein wenig war es auch ein „Arbeitshören“, denn Patti plant aus eben genanntem Grunde, und auch weil sie die Lieder unglaublich liebt, mit einem Musiker einen Helga-Hahnemann-Abend zusammenzustellen, bei welchem sie deren Lieder interpretieren wird. Mit wem und ab wann dieser Abend auf Tour geht, das darf ich an dieser Stelle leider noch nicht verraten. Aber nach dieser Autofahrt wissen wir wenigstens ein paar der Titel, die in dieses Programm integriert werden. Und Spagat kann sie ja auch noch nicht...

Freitagabend kamen wir in Roggow, unserem Basislager, bei René Wiggers, unserem Tourmanager und in gewisser Weise Betreuer („Die Patti ist nicht normal und der Hähle ist verrückt.“ Zitat Dirk Zöllner) an und trafen dort Lutz aus Kühlungsborn und Charly aus Düren, zwei Menschen, die noch eine gewisse Rolle, auch in künstlerischer Hinsicht für uns in dieser Woche spielen sollten. Doch dazu später. Erst einmal war es ein wunderschöner Abend mit vielen witzigen Gesprächen an einem lauen Sommer.

Am nächsten Tag fuhren wir zu Thomas Putensen, der seine diesjährige Sommerklöne veranstaltete. Diese Sommerklöne, ein lockeres Treffen verschiedener Künstler, Freunde, Dorfbewohner und Kunstinteressierten ist immer wieder ein wunderschönes Ereignis, eine große Begegnungsfreude und irgendetwas, ja irgendetwas und wenn es nur ein sehr gutes inneres Gefühl ist, nimmt man immer davon mit. Und witzigerweise trifft man dort auch alljährlich auf Menschen zum ersten Mal, von denen man selbst nie etwas gehört hat und zu denen man sich die Frage stellt: Warum eigentlich nicht?
Auf Hardy Henning, der nach Aussage Thomas Putensens in einem Seniorenheim in Greifswald lebt (bei Pute weiss man aber nie, ob dies stimmt oder ein Scherz ist, aber das entsprechende Alter hat der Hardy schon) trifft das nicht zu, denn den trafen wir bereits im letzten Jahr. Aber da hatte er – also Überraschung – nicht gesungen. Und diesmal hat er es. Und so wunderbar, dass ich mich nicht mehr gewundert hatte, dass Thomas Putensen öfter mit ihm arbeitet.


Thomas Putensen (Foto Quelle:
www.myspace.com/thomasputensen)

Aber nicht nur „Alte“ kamen zu Gehör, sondern auch Kinder, entweder rockig oder klassisch. Bei Putensens Sommerklöne ist alles drin und alle mögliche Mischformen ebenso.
Wie eben auch das Kurzkonzert des Duos „Liaisong“, bestehend aus dem grandiosen Gitarristen Jörg Nassler und seiner Lebensgefährtin, der wunderbaren Dunja Averdung, die auch Stücke aus ihrem neuen deutschsprachigen Programm vorstellten. Die beiden haben wir letztes Jahr bei Pute auf der „Sommerklöne“ getroffen und daraus entstand die Zusammenarbeit, die zu diesem Programm führte, für das ich die Texte schreiben darf. Welch Ehre und welch Ehre, dass die beiden dies, an diesem Abend geäußert, wiederum für eine Ehre halten. Das klingt eitel, aber um ehrlich zu sein, bin ich stolz auf diese Arbeit und finde solche Äußerungen eben auch anerkennend und schön. Ein neuer Titel von Reinhard Fißler ist auch dabei und ich bin auch darauf stolz, dass es einen Titel von Fißler/Hähle als Autorenduo gibt, denn auch Reinhard soll weiter getragen werden mit seiner großartigen Musikalität. Leider konnte er in diesem Jahr – aus logistischen Gründen – nicht dabei sein. Ich hoffe, wir sehen uns – das sowieso – nicht nur „zwischendurch“ in Berlin wieder, sondern auch nächstes Jahr auf Putes „Sommerklöne“ im klönen Wendorf. Dass Patti keinen Text von mir sang, sondern das russische Zigeunerlied „zuiganka molodaja“ fand wiederum Pute erstaunlich. Und so wie er und Jörg Nassler sie begleiteten und wie sie es mit ihrer unverwechselbaren Stimme sang, das war einfach... schweißtreibend im besten Sinne und dies, als es schon dunkel ward.

Zuvor durfte ich auch drei Texte aus meinem Buch „Und schuld an allem ist das Leben, die Sau...“ lesen. Also auch Literatur gehört auf jeden Fall mit zu dieser Klöne. Dies bewies auch, allerdings in Form von sehr ergreifenden tollen witzigen Liedern der Sänger und Songwriter Harald Wandel mit seinen Freunden. Bei dem Titel „Kackende Hunde“ zerriss Dunja Averdung fast das musikalische Werk mit einem überaus heftigen Lachanfall – des unglaublich wortwitzigen und stimmigen Textes wegen. Meine Empfehlung also außer natürlich allem bisher genanntem und noch zu nennendem: „Harald Wandel & Freunde“, eine Truppe aus Neubrandenburg.

Aus Berlin kam Wolfgang Wündsch, den Berlinern vielleicht besser bekannt als Schauspieler, Kabarettist und Coupletist, vor allem in seiner Rolle als „Eckensteher Nante“, einem Berliner Original, welches tatsächlich lebte. Wolfgang Wündsch brachte Titel aus der DDR zum Vortrag, welche zumindest ich entweder gar nicht kannte oder vergessen hatte. Und traf in die Seele der nun mittlerweile bereits sich am Lagerfeuer wärmenden.

Ein wundervoller Abend, der noch lange und mit vielem musikalisch weiterging. Mit von der Partie war natürlich auch René Wiggers, der vielleicht nächstes Jahr mal etwas von seinen eigenen literarischen Werken dort vorstellen wird, hoffe ich, aber auch aus Berlin unsere ganz ganz engen Freunde Birgit und Bernd, denen wir auch an dieser Stelle für vieles danken möchten sowie unser Freund und auch deutsche-mugge-Autor aus dem Vogtland, Frank Rofall. Unsere Freunde sind uns sehr wichtig und da diesmal der Tourbericht ein wenig privater ausfällt als sonst, möchten wir sie einfach auch mal erwähnen. Das ist eine Herzenssache. Am nächsten Morgen stieß die Nachrichtensprecherin Tina Torge zu uns, auch eine unserer Freundinnen. Und immer wieder ist es schön, im Sommer auf Frau Hase zu treffen, für die Thomas Putensen bereits zwei Titel schrieb, vor allem „Wenn Dorf dann Wendorf“. So schließen sich die Kreise immer wieder, auch an diesem unseren zweitbesten Sommer.

Der Tag danach – nein, kein Tag der „Schnapsleichen“. Alkohol fließt bei diesem Ereignis auch, aber nie in Strömen. Der Tag danach war ein gemeinsames Frühstücken, Singen, Musizieren, manchmal wild durcheinander, aber immer wieder sich findend und es ist eine Freude, dies zu erleben und zu genießen. Unsere Herzen glühten wie die hitzige Sonne über Wendorf. Und sie werden es aushalten, dass wir uns erst im Winter wieder sehen. Obschon Pute vor ein paar Tagen zu mir am Telefon sagte, man könnte vielleicht auch mal im Herbst etwas Schönes machen. Mal sehen...

Dann brachen wir auf und hatten einen wundervollen Anfang, denn am Abend wollten wir zum Konzert von Dirk Zöllner und André Gensicke in Kühlungsborn sein. Blöd war nur, dass ich so viel Bier – die Hitze nicht bedenkend – getrunken hatte, dass ich zwar an diesem Abend in Kühlungsborn viel Spass hatte und witzige Gespräche führte, aber nun mal die Patti lieber kurz von diesem Konzert an dieser Stelle erzählen lasse. Denn wachen Sinnes, um es mal so zu sagen, war ich nur vor dem Konzert, in der Pause und danach. Bei dem Konzert trafen wir Jörg Nassler und Dunja Averdung wieder, von denen wir uns gefühlt gerade eben in Wendorf verabschiedet hatten wie auch Lutz aus Kühlungsborn und das Zöllner-Fanpaar Jana und Mark, die wir sehr lange nicht mehr gesehen hatten. Und natürlich die Zöllner-Crew. Und was sah der Axel Lorenz gut aus, wenn ich das mal als Mann so sagen darf...


Kunsthalle Kühlungsborn (Foto Quelle: www.kunsthalle-kuehlungsborn.smatrix.de)

Darf man, sag ich mal so als Frau. Ziemlich spät erreichten wir die Kunsthalle in Kühlungsborn, deren „Manko“ nicht nur war, dass sie so ziemlich ausverkauft und für Späteintrudler die Sitzplatzsuche sich schwierig gestaltete, nein, die Kunsthalle vom Franz liegt auch direkt am Strand, direkt an der See, so dass man schon an diesem herrlichen Sommerabend etwas wehmütig die salzige Ostseeluft noch einschnuppernd in die immerhin gut klimatisierte Kunsthalle wandelte. Man muss schon Opfer bringen, wenn Zöllner & Gensicke nicht am Strand konzertieren. Sollte die Erderwärmung fortschreiten und die Sommer trockener und heißer werden, könnte man über derartige Konzerte, am Strand und drei Meter von den Wellen entfernt, doch mal ernsthaft nachdenken. Oder gar gleich im Wasser... Von zart bis hart war dann alles irgendwie im Programm, eine melancholische und doch witzig zwischenkommentierte Reise durch zig Ehejahre Zöllner-Gensicke. Immerhin stammte auch die Setliste im Großen und Ganzen, von wenigen handschriftlichen Änderungen mal abgesehen, vom 30. Oktober 2009, Erfurt; das gemeinsam Erlebte und Erlittene lässt sich ja nicht mehr wegdenken, wie der Jurist zu sagen pflegt. Aus diesem Grunde ist es schön und angenehm, immer mal wieder das Duo Infernale zu sehen und Altbekanntem zu lauschen und für sich selbst zu denken, "ach, damals...". Und man freut sich jedes Mal neu, dass die beiden noch zusammen auf Lebenstour sind, manch bedeutungsschwangere Beziehung ging ja in den Wirren des Alltags und des Suffs über den Jordan, diese beiden scheinen sich aber doch den Luxus zu leisten, sich immer wieder zu verzeihen und immer irgendwie weiter zu suchen und zu wandern, Frust in Lust zu wandeln – „Alles oder nichts“, „Königin“, „Viel zu weit“, „Café Größenwahn“, „Arschgesicht“, „Aus Liebe“ „König der Verwöhner“, „Käfer auf dem Blatt“ und und und... Und einem eingespielten Ehepaar gleich lieferten sie sich gegenseitig musikalische Steilvorlagen oder ließen vieles ohne Worte, einfach durch jahrelange Übung angediehen, einfach laufen. Die Frauen im Publikum, die teilweise ihre männliche Begleitung wohl lieber zu Hause oder im Zelt gelassen hätten, bekamen jedenfalls glasige Augen, sehnsuchtsvolle Blicke und feuchte Hände. Und die noch minderjährigen Söhne haben wohl noch einmal über ihre Berufspläne nachgedacht... Und irgendwie waren die Damen der Gesellschaft – zumindest in meinem näheren Umfeld – sehr textsicher. Um diesen, und vielleicht auch sich selbst, doch etwas Abwechslung zum Albekannten zu schenken, luden sich Zöllner und Gensicke zwei sehr symphatische Gäste ein. Zum einen spielte Thomas Braun, einigen vielleicht bekannt als der Geiger des Putensen Beat Ensembles, bei einigen Songs das Salz in die Suppe. Zum anderen musste bzw. durfte auch der Tourmanager, der eingangs erwähnte schöne Mann aus Meerane, auch der Pate von Meerane genannt, herhalten. Schon beim 7-Sünden-Programm feierte er mit seiner Trompete ab – diesmal hatte er sein Instrument entweder in den Wirrungen der Tourmanagement-Planung vergessen oder aber die Idee seines Mitdabeiseins entstand einfach erst unterwegs. Jedenfalls kann Herr Axel Lorenz, der Pate eben, vortrefflich eine Trompete mit Hand und Mund imitieren. Und dass der Lorenz nicht nur verdammt gut aussieht und nicht nur richtig geil trompeten – sondern auch noch singen kann, ja, das war dann doch auch wieder nichts Neues. Aber schön.


Andreas Hähle mit seinem Programm für Kinder

Nun war erst einmal Arbeit angesagt. René hatte uns in Mecklenburg-Vorpommern eine Tour mit einem unserer Kinderprogramme organisiert und die absolvierten wir auch. Und das war phantastisch geplant und wir fühlten uns unglaublich gut betreut. Wir verneigen uns an dieser Stelle mit sehr gerührtem Herzen und den allerfreundschaftlichsten Gefühlen nicht nur für diese tolle Arbeit, sondern auch vor einem großartigen Menschen. „Nebenher“ durften wir auch noch Gäste und Interviewpartner in dessen eigener Radiosendung sein, dem „Bad Doberan Magazin“ auf Radio LOHRO, einem freien Radiosender in Rostock. Und da lernten wir auch Kofi kennen, einen Afrikaner, der so sehr für die deutsche Fussballmannschaft, die Kanzlerin und den neuen Bundespräsidenten schwärmte, dass wir fast meinten, wir wären in eine Comedy-Show geraten, aber dieser herzensschöne Mensch mit einem im Grunde auch grässlichen Schicksal (für das man die deutschen Behörden eher schelten denn loben sollte) meinte es durchaus ernst. Patti erwies sich ein wenig als wortkarg, so dass ich mir überlege, ob ich sie nicht immer mal zu einem Radiointerview schicken sollte, wenn ich der Ansicht bin, sie erzählt mir gerade zuviel. Und so machten wir, telefonisch unterstützt vom Haase-Manager André Kemnitz-Voigt, zugeschalten aus Berlin, etwas Werbung für das samstägliche Haase-Konzert in Garvsmühlen und für das Konzert von UNBEKANNT VERZOGEN am 1. Januar in Bad Doberan. Also wir hieß letzten Endes: René, André und ich. Patti zog es nach einer halben Stunde vor, im Studio zu fotografieren. Danach waren wir noch etwas essen mit René und Kofi. Witzigerweise heißt Kofi Freitag und wir überlegten, auf wen die Rolle von Robinson Crusoe passt und entschieden uns für René.

Ansonsten trieben wir uns zwischen den Auftritten am Salzhaff und an der Ostsee herum, erlebten dies und jenes und abends dann die Sonnenuntergangsgespräche mit René, Charly aus Düren und seiner Lebensgefährtin Doris. Und schnell hatten wir die beiden Dürener sehr ins Herz geschlossen, wunderbare Menschen. Und so bereiteten wir nebenher eine gemeinsame Lesung von René und mir vor, die am Donnerstagabend in der Kösterschün in Rerik stattfand und da Patti dort ein paar Titel singen sollte, jedoch keine Musiker dabei hatte, gründeten wir die Formation „Die Reibis“, sowohl für die Lesung als auch als Vorband für „Haase & Band“ am Samstag. Nicht, dass wir keine Musiker suchten für Patti. Wir fanden nur keine. Christian Haase schlug per SMS vor, dass ich doch Vuvuzela spielen sollte und Steffen Huth – ebenfalls ein deutsche-mugge-Autor aus Russow und fleissiger Forenschreiber auf diesem Portal – empfand die Vorbereitungszeit als nicht gegeben, da er erst am Donnerstag von seiner Arbeit in Baden-Württemberg oben im Norden daheim anlanden würde. Also kam es dazu, dass Charly, der ja auch ein sehr vielfältiger Musiker ist, sich entschied, Patti bei der Lesung zumindest auf dem Cajon zu begleiten. Was auch gelang. So konnte die Lesung gewagt und durchgezogen werden. Es war so schön und es kam so gut an, nicht nur weil das Zöllnerfan-Paar Jana und Mark mit im Publikum saß und Doris eifrig fotografierte wider den Lichtverhältnissen, dass wir es auf jeden Fall versuchen werden, auch mal in Berlin in dieser Form zu wiederholen. Und dann bleibt auch den Berlinern nicht erspart, was ich mir zu dieser Lesung nebst dem Vortragen eigenen Werkes leistete, nämlich zu singen. „In der Nachbarschaft“, ein Tom Waits Song mit einem Text von Gundermann. Interessant fand Patti, dass wir beiden Schreibenden, der René und ich, mit Texten aus DDR-Zeiten uns von völlig verschiedenen Ansätzen her näherten und uns im Heute, nicht nur literarisch sondern auch von den Ansichten her trafen. Patti sang phantastisch, wie nicht anders zu erwarten war und stieg mit ihrem Gesang dem Publikum treffend und schönend in die Seelen. Und für Jana zelebrierte sie a capella einen bisher völlig unveröffentlichten neuen Song von UNBEKANNT VERZOGEN, den „Vollmond“. Unter anderem kamen auch „Treibgut“ und „Nachtvögelin“ sowie Gundermanns „Vater“ zu Gehör. Es war ein toller Abend. Nicht sehr viel Publikum, aber dennoch – mit etwas mehr und besserer Werbung – dürfen wir nächstes Jahr wiederkommen. Das ist doch immer wieder etwas, was man gerne vernimmt, Einladungen zum Auftritt.


Christian Haase

Das Konzert von „Haase & Band“ in Garvsmühlen in der Scheune des Holzbildhauers Bruno Blank. Ebenfalls übrigens ein sehr interessanter und toller Mensch, wie eigentlich alle, welchen wir auf dieser leider viel zu kurzen Zeit begegneten. Witzig fand ich im Vorfeld, dass in einer Lokalzeitung ein Interview mit Tina Powileit erschien, welches, bis auf zwei Fragen, aus dem Interview mit Tina auf www.deutsche-mugge.de entnommen ist. Aber nicht nur dieses. Das Konzert selbst zu beschreiben, darauf verzichte ich heute mal großmütig, aber einige Umstände zu diesem möchte ich nicht unerwähnt lassen. Erst einmal war es das erste Konzert überhaupt in der Scheune von Bruno Blank und für ein Konzert fertig hergerichtet war diese auch erst am Tag des Konzerts. Über Bruno hatten wir bereits im März berichtet, als wir mit Haase auf Ostsee-Tour waren (siehe Teil 5 der Reihe: HIER). Das dann aber auch richtig. Bruno tauchte zuvor unvermittelt auf, um zu berichten, was und wie er sich das Ganze ausstattungsmässig dachte. Dabei erwähnte er, dass das Schlagzeug auf ebener Erde stehen würde und wir wandten ein, dass das wohl nicht wirklich ginge. Und so ging er mit dem Gedanken, einen Teppich dafür auszulegen, denn eine Bühne zu bauen erschien ihm nicht mehr schaffbar. Mittwoch segelten Patti und ich mit Bruno auf einer Regatta und in den kurzen Pausen zwischen Kreuzen und Wenden erzählte er, dass er für das Schlagzeug ein Podest bauen würde. Am Freitag rief er bei René an und teilte ihm lapidar mit, dass er doch eine Bühne gebaut habe. Beim Segeln verriet er uns, dass er erst einmal Spass haben möchte mit diesem Konzert und dass diejenigen, die kommen würden, auch Spass haben sollten, das jedoch auf hohem Niveau und dieses hohe Niveau habe der Haase mit seiner Rocktruppe, was wir guten Gewissens durchaus bestätigten. Er würde mit 10 bis 100 Leuten rechnen. Eher mit 10, aber 100 Leute wären durchaus angemessen. Letztendlich waren ca. 120 Menschen in der Scheune zum Konzert von „Haase & Band“, ein Erfolg für diesen ersten Versuch von Bruno Blank und auch ein Erfolg für Haase und seine Truppe, die ein beachtlich tolles Konzert an diesem Abend absolvierten. Das machten sie sonst zwar auch, aber mitunter führen bestimmte Atmosphären dazu, wofür nun wiederum mehr der Veranstalter als die Band zuständig ist und eben das war an diesem Abend mehr als stimmig. Dann kommt es vor, dass eine Band richtig weit über sich selbst hinauswächst, immer noch eine Spur nach vorne, dies haltend, und noch 'ne Spur nach vorn. Bei so einem jungen Barden wie dem Haasen ist da noch ganz viel drin und er wird uns noch oft sprachlos machen vor Freude. Witzigerweise traf dieses Phänomen am 30.7. auch auf „Renft“ in der Parkbühne Biesdorf zu. Vielleicht liegt ja irgendetwas in der Luft. Und der Haase hatte diesmal bei Bruno auch eine Vorband, die bereits besagten „Reibis“. Das Ganze sah dann so aus, dass Patti mit dem Cajon auftaktete. Dann kam Charly mit einem aneinander geriebenen Schuhspanner-Paar hinzu, noch ein Rhythmusgerät und René gesellte sich hinzu, Parmesan geräuschvoll reibend. Da hinein trat dann unser Lutz, Masseur haupt- und Kabarettist nebenberuflich, und trug das komplette Werk „Der Hase im Rausch“ vor, mimisch und fast akrobatisch unterstützt vom gelernten Pantomimen und nun Haase-Manager André Kemnitz-Voigt. Abgeschlossen wurde dieser seltsame Reigen mit der dritten Strophe des bereits am Donnerstag zum Besten gegebenen „In der Nachbarschaft“, nur dass ich singend doch etwas diese Strophe veränderte, die nun lautete: „der rentner im garten nebenan rüstet auf / er hat sich nen stereorecorder gekauft / mit anna loos hat er mir all meine rosen geknickt / doch jetzt schlagen wir mit christian haase zurück“. Das Publikum war begeistert, etwas zu unserer Überraschung, denn ich muss zugeben, dass wir etwas skeptisch waren, ob das so funktionieren würde. Aber es funktionierte und Christian Haase mit Mannschaft haben uns nicht die Freundschaft gekündigt, das Leben kann also weiterhin wunderschön weitergehen, auch nach diesem unserem zweitbesten Sommer.

Vielen Dank an alle, denen wir begegnen durften, den Erwähnten und den Unerwähnten. DANKE! Auf Wiedersehen, sehr sehr gern und … bald! Patti & Hähle




Fotoimpressionen:


Jörg Nassler beim Werkeln



Thomas Putensen - Der Sommerklönevater



Thomas Putensen und Iris Langer - Die KlöneELTERN



Die drei Herren vom Grill: Andreas Hähle, René Wiggers und Bernd



Sommerköne 2010



Wolfgang Wündsch - Eckensteher Nante



Harald Wandel und Freunde



Pute's Home is our castle



Hähle liest aus seinem Buch "Und
Schuld an allem ist das Leben - die Sau"



Dunja Averdung und Jörg Nassler: LIAISONG



Jörg Nassler - Schnipsyking



Patti im Hasenbau



Nasslers Gitarre wird gestimmt ;-)



Morgens gemeinsam singen...



Patti und die Sesselfeder



Dirk Zöllner



Cäsars Schuhe nicht zollfrei



www.dirk-zoellner.de



Die Pforte zum Duo Infernale



Dirk Zöllner mit Thomas Braun (sonst beim Putensen Beat Ensemble)



Er lebe hoch!



André Gensicke



Axel Lorenz und Dirk Zöllner



Axel und Dirk



Kunsthalle Kühlungsborn - ausverkauft!



Duo Infernale mit Gast Thomas Braun



Zöllners Gitarre



Kofi und René Wiggers von Radio LOHRO - im Interview mit
Andreas Hähle und Patricia Heidrich (UNBEKANNT VERZOGEN)



Patti (UNBEKANNT VERZOGEN) segelt mit Bruno Blank und Hähle auf dem Salzhaff



Zeitreise - Lesung mit Gesang: René Wiggers,
Hähle und Patti (UNBEKANNT VERZOGEN)



René Wiggers und Andreas Hähle - Zeitreise durch die letzten 25 Jahre



Haase Band präsentiert von Radio LOHRO



Bruno Blank



Bruno's Kulturscheune - generationsübergreifend und schön voll



Tina Powileit



Christian Haase



André Kemnitz-Voigt und Andreas Hähle



Haase und seine Fans



Emma auf dem Weg zum Haase-Konzert



René Schostak, Haase und Klaus Wehrmann



Haase und Band in Brunos Spiegel



Lutz und André, der Haasemanager, zelebrieren "Hase im Rausch"



René, Klaus, Tina, Haase, Dani - Haase Band



Hähle und Haase



Lutz und Haase



Karsten Matschei (Haasetechnik)



Bohnensuppe in René's Küche