Viel interessanter als an dieser Stelle etwas über das HanseStadtFest an sich zu erfahren, dürften wohl die neusten Nachrichten aus dem Hause Stern-Combo Meißen sein. Es gab zuletzt ja immer mal wieder terminliche Probleme innerhalb der Band. Die CD sollte längst in Sack und Tüten sein, aber es gestaltete sich dann doch äußerst schwierig, jeden einzelnen Musiker in einem bestimmten Zeitraum ins Studio zu bekommen. Auch live war das immer wieder mal ein Problem, da einige der Musiker neben der Stern-Combo auch noch bei anderen Bands und Projekten aktiv waren/sind. All das war der Grund, warum Lexa Schäfer, der u.a. mit Wenzel und Bobo in white wooden houses in diesem Jahr viele Termine hat, und sein Kollege Sebastian Düwelt bei der Stern-Combo ausgestiegen sind. Das ist zwar schade, die übrigen Stern-Combo-Musiker bedauern das ebenso wie die beiden Ehemaligen, aber manchmal läßt sich sowas nicht ändern. Darum trat die Band am 4. Juli erstmals in neuer Besetzung auf.
Jetzt kommen wir doch nochmal kurz auf das HanseStadtFest zu sprechen. Dieses Fest fand zwischen dem 2. und 4. Juli sowohl in Frankfurt/O. als auch im polnischen Slubice statt, und die Macher haben sich dafür ein wirklich buntes Musikprogramm ausgedacht. An den drei Tagen gab es für jeden Geschmack etwas, wobei der Sachsendreier dann neben SNAP, Stefanie Heinzmann, Kim Wilde und einer ganzen Reihe Schlager-Interpreten doch eher der anspruchsvollere Programmpunkt war. Trotz großer Hitze und tropischen Verhältnissen kamen eine ganze Menge Zuschauer und warteten gespannt auf das musikalische Sahnehäubchen des letzten Tages vom HanseStadtFest. Während im Hintergrund schon die Instrumente und die Technik für die drei Kultbands aus Sachsen abgeladen wurden, fand auf der Bühne noch ein Opern- und Operettenprogramm statt. Ein fliegender Wechsel war von Nöten, damit die Wartezeit zwischen Oper und Artrock nicht allzu lange dauern würde. Wenig Zeit also um die Instrumente und Stühle des Orchesters sowie die Chorpodeste gegen das Equipment des Sachsendreier zu tauschen. Mit knapp einer halben Stunde Verspätung startete dann aber das, worauf die Zuschauer vor der Bühne so lange gewartet haben: Der Sachsendreier live!
Die eingangs erwähnte Stern-Combo Meißen eröffnete den Abend. Neben den bekannten Gesichtern von Thomas Kurzhals, Martin Schreier, Norbert Jäger, Frank Schirmer und Larry B. kamen zwei unbekannte Musiker mit auf die Bühne: der Bassist Robert Brenner und der zweite Keyboarder Marek Arnold nahmen ihre Plätze ein. Ihre Live-Premiere feierten Brenner und Arnold mit "Der weite Weg" und man konnte sofort feststellen, dass die neuen Kollegen eine gute Wahl waren. Diese erneute Umbesetzung hat der Gruppe offenbar erneut einen weiteren Schub nach vorne gegeben. Satt und rund perlte der Sound von der Bühne, und die beiden neuen Kollegen spielten mit den anderen als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten. Das Zusammenspiel und die lautlosen Absprachen untereinander klappten hervorragend! Nach ganzen vier Titeln machte die Stern-Combo auf der Bühne aber erstmal Platz für LIFT, und die Premiere für Marek Arnold und Robert Brenner verlief nahezu perfekt!
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LIFT stand in bekannter Besetzung auf der Bühne... Halt! Nicht ganz. Der etatmäßige Basser Jens Brüssow fehlte aufgrund gesundheitlicher Probleme (Das Kreuz mit dem Kreuz). Also lieh sich die LIFT-Fraktion kurzerhand den electra-Kollegen Andreas Leuschner aus, und konnte so den Bass durch ein Keyboard ersetzen. Werther Lohse und seine Kollegen zelebrierten ihre bekannten Hits, und das Publikum dankte es ihnen mit Applaus. Nach LIFT kam die dritte Truppe im Bunde an die Reihe: electra
Die Herren um Bernd Aust spielten am Sonntag mit dem vollen Besteck. Neben der aktuellen Bandbesetzung standen mit Gisbert Koreng, Stefan Trepte und "Mampe" Peter Ludewig drei Sänger auf der Bühne. Am Schlagzeug saß diesmal Mike Müller. electra beendete mit ihrem Auftritt den ersten Teil der Sachsendreier-Mugge. Ohne Pause und Unterbrechung ging's gleich in den zweiten Teil des Programms. Die Stern-Combo Meißen kam zurück und erstmals konnte der neue Tastenmann im Keyboard-Duell mit Thomas Kurzhals sein Können zeigen. Die beiden brachten an diesem heißen Juli-Sonntag den "Frühling" nach Frankfurt/O. zurück. Man darf sich sicher sein, dass sich so mancher auch Frühlingstemperaturen statt dieser Hitze gewünscht hat.
Was nach der Stern-Combo folgte kann man wohl als Finale bezeichnen. Es gab keine Trennungen mehr zwischen den Bands. "Mampe" von electra hatte zwischendurch auch noch seinen standartisierten Auftritt mit "Der grüne Esel", und alle drei Bands musizierten und sangen gemeinsam. Es durfte kein Klassiker fehlen. "Wasser und Wein" und "Meine Schulden", von Stephan Trepte und Werther Lohse gemeinsam gesungen, electras "Tritt ein in den Dom", LIFTs "Tagesreise" und der "Kampf um den Südpol" der SCM lieferten kurz hintereinander ein Feuerwerk der Klassiker, das das Publikum logischerweise total begeisterte. Zwischendurch wurden noch die Bands vorgestellt, aber wer kennt sie nicht, die Protagonisten des Sachsendreier?
Wer aber glaubt, dass das Frankfurter Publikum die drei Bands aus Sachsen so ohne Weiteres ihren Feierabend einleuten ließen, der irrt gewaltig. Die Zuschauer erklatschten sich Zugaben, von jeder Band eine und nach fast drei Stunden bei tropischer Witterung endete ein großartiges Konzert. Bis weit über die Hälfte des Konzerts knallte die Sonne unbarmherzig auf die Bühne, was die Musiker am Ende auch ziemlich ausgelaugt hat. Es ist schon erstaunlich: Beim Sachsendreier stehen knapp 125 Jahre Musikgeschichte auf der Bühne, aber speziell der SCM und LIFT merkt man die Jahre nicht an. Auch nicht, wenn sie in den Tropen bei Frankfurt/O. spielen...