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Bericht: PetraHERZ Fotos: PetraHERZ
Ein Unikum... Immer wieder zieht es mich zum Künstler der besonderen Art. Helge Schneider ist nicht nur der "Telefonmann" mit dem "Katzenklo". Nein, er ist ein Multitalent. Beherrscher vieler Instrumente, Unterhaltungsgenie, Improvisator, Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur. Auch live kann man ihn in verschiedenen Facetten erleben. Im Dezember 2006 verbrachte ich den Silvesterabend mit seiner Liveshow "I breake together" im Admiralsparalast und Anfang März 2009 gab es "Wullewupp Kartoffelsupp" (Bericht vom 02.03.2009: HIER). ...aus logistischen Gründen... Der in Mühlheim an der Ruhr geborene Künstler lud wieder einmal zum Jazzkonzert. Stattfinden sollten diese bereits am 27. und 28. März 2011. Wegen Krankheit erfolgte eine Verschiebung auf vier Konzerte im Juni. Alle vier Konzerte waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Eine weitere Verschiebung folgte. Unsere Reservierungen blieben erhalten, und wir erwarteten ungeduldig den 3. Februar 2012.
Im Jazzkeller, der sich in der Kantstraße direkt neben dem Theater des Westens befindet, beginnen Konzerte immer zu etwas vorangeschrittener Stunde. Um 21:00 Uhr ist Einlass und 22:00 Uhr beginnen die Konzerte. Ähnlich auch an diesem jenen Abend. Um 22:20 Uhr betrat der 56-jährige die Bühne. Im Schlepptau hatte er seine beiden Musiker. Den Schlagzeuger Willy Ketzer, der am selbigen Abend seinen 61. Geburtstag feierte, auch wenn Helge mehrmals darüber nachdachte, ob es vielleicht doch der 71. Geburtstag gewesen ist. Ketzer trommelte u.a. bereits für Tom Jones und Lisa Minelli. Und an der Gitarre wurde Helge von seinem langjährigen Freund Sandro Giampietro begleitet. Helge Schneider setzte sich an seine Hammond-Orgel und der Jazzabend nahm seinen Lauf. Helge hatte sich an seiner B3 fest platziert und "lief" mit Händen und Füßen über's Gerät. Auch Sandro hatte seine Läufe voll im Griff. Er ist ein wahrer Künstler an seinen sechs Saiten. Für entsprechendes Feuerwerk sorgte Willy mit seinen exzellenten Einsätzen. Pyrotechnik ist an so einem exklusiven Abend nicht nötig. Die Spielkünste der Jazzmusiker überzeugten das erlesene Publikum. An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, dass ins Quasimodo max. 350 Personen passen, und trotzdem waren die Eintrittspreise mit 25,00 Euro pro Person erschwinglich. Helge erwähnte kurz die Verlegung der Konzerttermine "aus logistischen Gründen", und erklärte warum Konzerte gespielt werden: "Zu Hause kann man nicht so laut spielen (die Nachbarn). Deshalb geht man auf Tour".
Die überragenden Spielkünste der drei Musiker ließen den Ärger über den künstlich verlängerten Abend schnell vergessen. Bewundernswert war nicht nur Helges Fingerfertigkeit, sondern auch seine Stiefel (im Schlangen-Look), die sich wippender Weise ständig in Bewegung befanden. Wie gut, wenn ein Instrument mal nach hinten offen ist und man dadurch in der Lage ist alles genauestens zu verfolgen. Sogar ein Schraubenzieher diente für einen kurzen Moment als Hilfsmittel. Dieser konnte, während Helge anderweitig beschäftigt war, für kurze Zeit den Ton halten. Interpretationen vieler Jazzstandards wurden zu Gehör gebracht. "In-A-Gadda-Da-Vida" von Iron Butterfly und Neue Welle = Bossa Nova gestalteten den Abend recht abwechslungsreich. Sandro sang "On the sunny side of the street" und im dritten Teil des Abends Bill Withers' "Ain`t no sunshine".
In den Hörgenuss des roten Congapaares (Trommeln), die sich im Bühnenhintergrund befanden, kam man selten. Dafür wurden wir aber mit James Last's "Tico tico" verwöhnt. Kurz vor 0:00 Uhr, bevor der Geburtstag von Willy Ketzer vorbei gewesen wäre, stand Helge auf und sang für seinen Musikerkollegen "Ich hab den Blues" - einen Geburtstagsblues für Willy. Er nannte ihn "Blues für Willy" und achtete penibel darauf dass Sandro "A" spielt und er selbst "B". Nach der zweiten Pause wurde mit "Highway to hell" gerockt. Auch wenn sich Sandro laut Helge "verzettelt" hatte. Statt "D" hatte er "L" gespielt. Helge meinte dann: "Irgendwann müssen wir auch nach Hause gehen. Die Kapazität ist erschöpft". Griente, und ließ Sandro das zweite Mal singen. Um 0:50 Uhr zog er den Stecker seiner Orgel und verabschiedete sich mit seiner Band vom begeisterten Publikum. Trotz massiver Zugabenforderungen kamen sie nicht noch einmal zurück. Nach einer Stunde und 50 Minuten reiner Spielzeit ging es raus in die eisige Nacht. Die nächsten Termine: 09.02.2012 - Hannover - AWD Hall ausverkauft 10.02.2012 - Oldenburg - Weser-Emshalle ausverkauft 11.02.2012 - Mülheim - Stadthalle ausverkauft 12.02.2012 - Mülheim - Stadthalle ausverkauft 13.02.2012 - Mülheim - Stadthalle ausverkauft 15.02.2012 - Lingen - Emslandhallen 17.02.2012 - Köln - Kölner Philharmonie ausverkauft 18.02.2012 - Köln - Kölner Philharmonie ausverkauft 19.02.2012 - Köln - Kölner Philhamonie ausverkauft 20.02.2012 - Frankfurt - Alte Oper 21.02.2012 - Stuttgart - Liederhalle Beethovensaal 22.02.2012 - Stuttgart - Liederhalle Beethovensaal 24.02.2012 - Karlsruhe - Schwarzwaldhalle 25.02.2012 - Saarbrücken - Saarlandhalle 26.02.2012 - Mannheim - Rosengarten 01.03.2012 - Göttingen - Lokhalle weitere Infos und Termine auf Helges Homepage Bitte beachtet auch: - Off. Homepage von Helge Schneider: www.helgeschneider.de - Homepage des Quasimodo in Berlin: www.quasimodo.de |