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Rockfest Neustadt in der Kulturscheune Langburkersdorf am 2. und 3. Juli 2010 (Teil 2) (Mit 7ieben, RENFT, Fed Zeppelin und BERLUC) Bericht: Gundolf Zimmermann Fotos: Gundolf Zimmermann
Den musikalischen Teil des Freitages kann man wohl mit "Treff der Rockgenerationen" am besten beschreiben. Die junge Band 7ieben aus Dresden teilte sich nämlich die Bühne mit der Ostrocklegende RENFT. Ich hielt diese Konstellation im Vorfeld für sehr gewagt, aber sie hat wirklich hervorragend funktioniert. Das hat mich natürlich für die 7iebener besonders gefreut. Es sind auch die kleinen Details, die das Rockfest zu einem echten Erlebnis machten. Da gab es für die Jäger und Sammler wieder ein echtes RENFT – Bier käuflich zu erwerben. Dieses Jahr war es sogar ein leckeres Schwarzbier und selbstverständlich habe auch ich 2 Flaschen als Trophäen mit heim genommen. Außerdem leistete man sich wieder den angenehmen Luxus eines Programmansagers. Paddy Wendler, seines Zeichens sonst Frontmann von Paddys Bluesband (www.paddy-blues.com) löste diese Aufgabe wieder mit Bravour und er stimmte die Gäste auf sympathische Weise auf die jeweilige Band ein.
Nach der obligatorischen Umbaupause hieß es dann „Willkommen bei RENFT“. Monster, Delle, Pitti und der Basskran brachten natürlich einen ganzen Sack der bekanntesten und beliebtesten RENFT-Lieder mit. Was mich an der aktuellen RENFT-Band unter anderem fasziniert ist die Tatsache, dass es ihnen gelingt die alten Schätze in ein modernes und rockiges Gewand zu hüllen. Wir alle kennen ja die Geschichte der Band und RENFT 2010 ist nicht RENFT 1974, kann es aus den bekannten Gründen auch gar nicht sein. Doch die Legende lebt, und sie lässt es live immer noch ordentlich krachen. Thomas „Monster“ Schoppe war ordentlich bei Stimme, und es wurde in der Scheune bei Klassikern wie „Liebeslied“, „Wandersmann“ oder „So starb auch Neruda“ von Minute zu Minute heißer. Der Basskran Marcus Schloussen sang „Irgendwo dazwischen“. Dann kam die bei RENFT sowieso übliche Pause nach „Sonne wie ein Clown“ Musikern und Fans gerade recht um frische Luft zu schnappen und die Flüssigkeitstanks etwas aufzufüllen.
Am Sonnabend trafen sich die üblichen Verdächtigen schon relativ zeitig in Langburkersdorf. Wir ließen uns an einem Tisch nieder und plauderten endlich mal in Ruhe über Fußball, Ostrock, Diäten und das aktuelle Weltgeschehen. Nebenbei lauschten wir den Soundcheck-Klängen von BERLUC. Aufmerksame Beobachter konnten dort auch Interessantes entdecken. Zum Beispiel, dass die Jungs eifrig die neuen Lieder „Achterbahn“ und „Flieg Adler flieg“ probten. Erst als Paddy die erste Band des Abends ansagte, begaben wir uns in Richtung Bühne. Fed Zeppelin hieß die Formation, die uns mit den Klassikern von Led Zeppelin den Abend versüßen wollte. Die Band war echt der Bringer. Sänger Felix Stayfix und seine drei Kollegen aus dem Erzgebirge spielten auf sehr hohem Niveau und brachten die Sache auch noch mit einer gehörigen Portion Spaß rüber. Felix hat nicht nur eine gnadenlos gute Rockröhre, der Mann ist auch noch sehr humorvoll und es gab mehr als einmal Grund zum Lachen, wenn er auf Kommentare aus dem Publikum einging. Stellenweise klang Fed Zeppelin und besonders die Stimme von Felix ganz nach dem Original. Der Mann erkletterte auch die schwierigen Gesangshöhen eines Robert Plant nahezu mühelos. Es ist kaum zu glauben, aber der Knabe spielte in den 60ern mit Udo L. und war auch viele Jahre Mitglied der Band von Frank Zander. Gitarrist Slave Sustain (bürgerlicher Name Lutz Winkler) knallte uns die Solis locker-flockig um die Ohren. Schlagzeuger Nafta (Philipp Dießl) sorgte aus dem Hintergrund für den richtigen Druck und HB war für den Bass zuständig. Natürlich fuhren die vier Musiker auch die großen musikalischen Geschütze aus dem Hause Led Zeppelin von „Black Dog“ über „Whole Lotta Love“ bis hin zu Stairway To Heaven“ auf. Mir hat die Truppe sehr gefallen und es ist klar, dass ich mir die Burschen jetzt merken werde.
In Langburkersdorf spielten sie auch die neuen Lieder „Achterbahn“ und „Flieg Adler flieg“. Beide Lieder klingen einfach total nach BERLUC, wie man sich das wünscht und das finde ich Klasse. Basser Tino Schultheis ist der zweite Blickfang bei der Band. Sein Gepose ist immer sehenswert, er steht auf der Bühne ständig wie unter Strom und lebt einfach den puren Rock’n Roll aus. Natürlich ließ ich mich gerne wieder von BERLUC bei Liedern „Glaube an dich“ und „Gradaus“ mitreißen und ich reiste gedanklich in meine Jugendzeit zurück. Ich bin damals schon zu den Muggen der so genannten Küstenrocker gerannt, und auch heute noch ist jedes BERLUC–Konzert für mich ein Fest. Die Zeiten haben sich geändert, aber mein Musikgeschmack ist geblieben. Viele Helden meiner Jugendzeit machen erfreuerlicherweise noch heute Musik. Mit „Fliegen vor der Zeit“ legte die Kapelle den nächsten kräftigen Riemen auf die Orgel. Bei „Die Erde lebt“ zog die halbe Band wieder spielend durch's Publikum und manch verdutzter Fan hatte plötzlich Pilles Gesangsmikro vor der Nase. In der Scheune war es heiß und der Schweiß floss in Strömen. Doch auch BERLUC wurde nicht ohne Zugaben von der Bühne gelassen. „Segelnd mit dem Wind“ und „Hallo Erde, hier ist Alpha“ waren der Vorbote für die „Blaue Stunde“. Traditionell spielt bei diesem Lied immer Gitarrist Bert Hoffmann das Keyboard. Natürlich war das auch in der Scheune so. Ronnie Pilgrim saß derweil auf dem Schlagzeugpodest und sang diese behutsame, besinnliche Ballade von der Stunde zwischen Tag und Nacht. Für mich war die Zeitreise mit den Rockern eigentlich viel zu schnell vorbei. Aber das geht mir immer so. Nach der Mugge war noch Zeit für ein Feierabendbierchen sowie das eine oder andere Gespräch. Doch zwei Tage Rockfest schlauchen auch den härtesten Fan, und so brachen wir bald Richtung Heimat auf. Abschließend möchte ich mich hiermit noch einmal bei Tina, Axel, den Bands und den vielen fleißigen Helfern für die beiden schönen Abende in der Kulturscheune Langburkersdorf bedanken.
Fotoimpressionen:
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