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Polkaholix beim Folklorefest am 26.09.2008 in der Wabe Berlin (mit dabei: Ralf Kothe, Scarlett O' & Jürgen Ehle, sowie Schulle & Lemmer) Bericht: Petra Heinzel Fotos: Petra Heinzel
Gegen 19:00 Uhr traf ich ein und wurde an der Tür zufällig sehr freundlich von Jürgen Ehle (u. a. Pankow) begrüßt, wunderte mich allerdings ein wenig, ihn gerade hier anzutreffen. Von ihm erfuhr ich schließlich, dass an diesem Abend ein Folklorefestival mit verschiedenen Künstlern stattfindet. Meine suchenden Blicke durchstreiften den Saal, ob denn auch jemand von Polkaholix in der Nähe ist?! Jürgen begleitete mich zum Trompeter Hille, bei dem ich mich vorstellte und mein erstes Polkaholix-Konzert gestand. Im Foyer begegnete mir Scarlett. Sie philosophierte in diesem Moment mit Andy über die dort aufgestellten Erinnerungstafeln. Andy erzählte mir hierzu mit großer Freude kleine Anekdoten. Es klang so, als wäre es erst gestern gewesen, dabei lagen diese Ereignisse bereits 26 bis 30 Jahre zurück. Er freute sich über die spektakulären Fotos, auf denen auch er zu entdecken war. Andy war von 1992 bis 1998 in Gundermanns Band und hat daher bei drei Gundermann-Alben mitgewirkt. Anschließend hörte ich aus der Ferne schottische Töne. Schottenschulle durchstreifte die Wabe mit seinem Great Highland Bagpipe (Dudelsack). Das war eine schöne Einstimmung auf einen umfangreichen Abend. Nach dem dritten Klingelton betrat ich den Saal, in dem bereits ein Film in Form von Bildern über 30 Jahre Folklorefestival lief. Es wurden Bilder aus den Jahren 1978 bis 1982 gezeigt. Beispielweise traten bei dem Folklorefestival im Jahr 1981 ganze 21 Gruppen und Solisten auf. Es ging um die Revolution Folk, die eigene Aufmüpfigkeit konnte man dort präsentieren. Den musikalischen Abend eröffnete Ralf Kothe. Er ist ein Genie auf seinen Gitarren. In zwanzig Minuten hörte ich Dudelsackklänge, wohlgemerkt auf einer Gitarre, und auch Beatlessongs waren sehr leicht erkennbar. Er wechselte zwischendurch auf eine schmalere Gitarre und meinte hierzu: "Im Laufe der Zeit sind die Bäuche immer dicker geworden, aber die Gitarren immer schmaler". Dann wurde es spanisch, Titel von Carlos Santana erklangen. Man konnte bei seinen Gitarrenklängen in Gedanken über's weite Land bis zur Hazienda reiten. Nun waren Schulle (Gesang und Bandoneon) und Lemmer (Geige) mit ihren Schauerballaden aus den 20er Jahren an der Reihe. In einem Lied wurde vom "angepissten Kuchen" gesungen. Nachdem der Kuchen heimlich vom Hund angep... wurde, wollte ihn keiner mehr essen. Der Vater sagte schließlich: Der Kuchen schmeckt ja nach Natron... und am Ende gibt er diesen dem Hund, der sich umdreht und diesen noch mal anp... Für den Song "Mord aus Geldgier" wurde Andys Hilfe benötigt. Er bekam einen Zeigestock und verfolgte hiermit auf einem Bild, das Manfred Butzmann gezeichnet hat, den Songtext von "Mord aus Geldgier". Das Duo präsentierte auch ein Stück von Otto Reuter und "Die Radpartie" von Kläre Walldorf aus dem Jahr 1922. Als nächstes waren Scarlett O` und Jürgen Ehle mit einem Ausschnitt aus ihrem aktuellen Tourprogramm "Fifty - Fifty" am Start. Scarlett erklärte den Titel ihrer Tour mit ihrem und Jürgens eigentlichem Alter. In ihren Texten geht es um diese Lebenserfahrung, sowohl positive als auch negative Erlebnisse. Scarlett klatschte zwischendurch mal im Takt oder nahm auch ihre Tin Whistle, eine irre Flöte, d.h. ursprünglich aus Irland stammend, zur Hand, bzw. forderte sie das Publikum zum Mitsingen auf. Der ganze Saal sang: Dubidu ba yeah. Den ursprünglichen Song hörte Jürgen auf BBC und hat ihm einen deutschen Text verpasst. Das Duo verabschiedete sich mit dem "Berlin-Lied". Hierzu spielte Scarlett Akkordeon und Jürgen wechselte zu anderen Saiten, es könnte eine Art Mandoline gewesen sein. Auch hier hatte er die Saiten perfekt im Griff. Für diesen Song hatte Scarlett einen lustigen Comic von OL vertont. Folgende Textstellen habe ich noch im Kopf: "Es sind Zwillinge, Mädchen und Junge, ein oder zweieiig? Der Junge hat zwei" und "Orgasmusschule, und an der Tür steht: Komme gleich wieder". Nach einer kurzen Umbauphase sollte die Gruppe "Aufwind" spielen. Ich begab mich in den Backstagebereich, da ich mit Jo von Polkaholix zum Interview verabredet war. Andy kam mir in einem knallgelben Hemd entgegen, was mich auf Anhieb in Erstaunen versetzte. Er sagte strahlend: "Mut zur Farbe". Nachdem ich das Interview im Kasten hatte war "Aufwind" leider schon mit ihrem Programm durch. Informationen über diese Band kann man auf www.aufwindmusik.de finden.
Kurz darauf eilte ich in den Backstagebereich und fragte nach einem Bandfoto. Worauf alle lustig erwiderten: "Von welcher Band denn?". Ich erwiderte: "Ihr ward so geil!" Sehr spontan entstand dann das hier im Text eingefügte Foto (bei den Fotos unten nochmal größer zu sehen). Thomas hielt sich noch schnell das Hemd vor seinen bereits freien Oberkörper, Jo setzte kurzerhand seine Sonnenbrille auf. Christoph erklärte ich, dass er Andys Saxophon auf dem Foto mitten im Gesicht hätte. Er lächelte darauf: "Hey, hab ich `ne goldene Nase". Am Merchandisingstand kaufte ich mir das aktuelle Album "The Great Polka Swindle" und ließ es noch von allen Bandmitgliedern signieren. Beim Hören dieser Scheibe habe ich noch die wilden Live-Bilder vor Augen. Beim nächsten Berlin-Konzert werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein. Foto Impressionen: ![]()
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