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MTS live am 24. Juni 2010 in Königs Wusterhausen Bericht: Reinhard Baer Fotos: Reinhard Baer
Schon das sechste Mal in Folge - immer irgendwie zum Sommeranfang - gastierte das Liedkabarett MTS in Königs Wusterhausen. Dass MTS in Königs Wusterhausen gerngesehene Gäste sind, sieht man schon daran, dass das Capitol in der Bahnhofstrasse mal wieder ausverkauft war. MTS, das waren mal vor etwas mehr als 35 Jahren die Anfangsbuchstaben der Gründungsmitglieder. Da dies in Folge mehrerer Umbesetzungen schon lange nicht mehr zutrifft, deuten die drei Musiker um den Sänger Thomas Schmitt die Abkürzung immer wieder mal anders, z.B. "Mut, Tatendrang, Schönheit" oder "Männlich, Temperamentvoll, Schnuckelig." Wie die gegenwärtig aktuelle Deutung ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die drei Buchstaben sind auch ohne Deutung ein Markenzeichen. Das aktuelle Programm von MTS heißt "Echte Männer". Das Konzert begann aber nach einer kurzen Begrüßung mit der Feststellung, "Irgendwas fehlt ja immer". Es folgten weitere Lieder wie "Tropft alledem" und "Nur liegen ist schöner" und schließlich auch "Echte Männer". Neben Titeln der aktuellen CD gab es auch einige Oldies aus dem über 35-jährigen Schaffen der Band. MTS setzt sich in ihren Liedtexten in lustiger und satirischer Form mit dem Alltag auseinander, wohl nach dem Motto "lach ganz einfach mal drüber", und lachen konnte man reichlich. Die Lieder werden im Wesentlichen gesanglich von Thomas Schmitt vorgetragen, seine beiden Mitstreiter sind der Gitarrist Herbert Treichel und der Schlagzeuger Mike Schafmeier (der war vor über 20 Jahren mal bei Silly). Aber nicht nur Thomas Schmitt, sondern auch Herbert und Mike tragen Lieder vor bzw. sangen einzelne Strophen. Mike singt z. B. davon, wie man "Heinz des Jahres" wird und am Ende des Programms ist er dann "der letzte Kunde", was er damals bei der Gruppe Silly auch schon war. Zwischen den Liedern führen die drei Akteure Gespräche, in denen sie sich gegenseitig auf die Schippe nahmen, sich anfrotzeln oder sie trugen Limericks vor. Im Titel "Kost the Ost" geht es um das Problem, wie es sein könnte, wenn die BRD der DDR beigetreten wäre. Davor erzählte Thomas noch einige deftige DDR-Witze - einschließlich Polizistenwitze, die leider langsam in Vergessenheit geraten und wie er sagte, heute irgendwie fehlen Als so genannte Oldies standen im Programm die "Ballade vom Förster und seiner sensiblen Tochter" und "Der Schein trügt nicht", bei "Das Schürbeln" geht es um eine neue Sportart und bei "Meix Bluhs" beweist Mike, dass er entgegen der Behauptung seiner Kollegen der englischen Sprache durchaus mächtig ist, das alles gut deutsch verständlich. Thomas hat sich in dem Lied "Meine Diät" so seine Gedanken gemacht, wie man ohne anstrengendes Hungern und ohne Jojo-Effekt sein Gewicht und seine Figur im Zaume behalten kann. Er legte das rechnerisch und mit angewandtem Wissen aus der Physik durchaus verständlich dar. Ob das alles so geht, bleibt abzuwarten. Als Thomas mal kurz von der Bühne ging, entwickelte sich ein Dialog zwischen Herbert und Mike, der es ebenfalls in sich hatte. Es ging u.a. um das Thema Grammatik. Nachdem Mike dann noch den letzten Kunden gegeben hatte, Verbeugung und Schluss. Thomas sagte dann, "Also, das runter von der Bühne und wieder rauf, das sollen Jüngere machen. Wir setzen gleich den Zugabenteil ran". Jetzt konnte sich das Publikum drei Titel von MTS wünschen. Sofort kamen die Zurufe "Ein Pferd wie Du und ich", "Daggi" und "Tamara". MTS legte noch mal los, nur dass der Hengst bei "Ein Pferd" nicht wie vor vielen Jahren am Ende Abteilungsleiter, sondern Manager in einem Gestüt wurde und bei "Tamara", einer Anspielung auf die strapazierte deutsch-sowjetische Freundschaft hat nicht die DSF, sondern der KGB mich und meine Taigabraut am Ende getraut. Danach war dann endgültig Schluss. Im nächsten Jahr will MTS wiederkommen. Bitte beachtet auch: ...das Portrait über die Gruppe MTS: HIER entlang!
Fotoimpressionen:
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