Monokel am 12. Oktober 2007 in Weimar
(beim "Weimar Zwiebelmarkt", Bühne am Goetheplatz)


Bericht: Nadja Notzke
Fotos: Nadja Notzke




Wie jedes Jahr am zweiten Oktober-Wochenende steht in Weimar der Zwiebelmarkt auf dem Programm, und der hat dieses Jahr wieder ordentlich was zu bieten.
Dafür schiebt man dann schon mal Überstunden, um am Freitag schon Mittag gehen zu können, schließlich liegen noch etwa 450 km zwischen mir und dem Zwiebelmarkt. Um 20:30 Uhr spielt die erste interessante Band, nämlich Monokel, das sollte zu schaffen sein. Allerdings hatte ich die Rechnung ohne die Bahn gemacht, weil ausgerechnet heute Streik im Nahverkehr angesagt war, was zur Folge hatte, dass wesentlich mehr Autos auf den Autobahnen unterwegs waren als an anderen Freitagen, und das sind normalerweise schon nicht wenige. Die 450 km benötigen heute etwa 7 Stunden, und damit wird es fast unmöglich, rechtzeitig zu Monokel in Weimar zu sein.
Was ich auch nicht auf der Rechnung hatte, war die Bequemlichkeit der Leute. Die extra eingerichteten Parkplätze am Stadtrand mit Shuttle-Bus-Anbindung in die Innenstadt waren uninteressant, bis in die Innenstadt zu fahren ist doch viel bequemer. Und ich als Anwohner guck in die Röhre. Die Parkplatzsuche zieht sich hin, und Monokel werden wohl mittlerweile schon auf der Bühne stehen.
Immerhin bis 21:00 Uhr habe ich es dann doch samt Übernachtungsgästen bis zum Goetheplatz geschafft, Monokel waren natürlich schon anständig in Fahrt. Das Publikum war bei bester Stimmung, was uns sofort angesteckt hat. Blues-Rock vom Feinsten, über die musikalischen Qualitäten von Monokel braucht man sicher kein Wort zu verlieren. Die Bühne am Goetheplatz war mit Abstand die lauteste, was wohl daran lag, dass weit und breit keine weitere Bühne in Reichweite war, die dadurch hätte gestört werden können. Der Sound war aber vom Feinsten, da gab es nix auszusetzen, auch die Ausleuchtung der Bühne war ordentlich, vielleicht nicht gerade ideal zum Fotos machen, aber für die Stimmung konnte es nicht besser sein.
Monokel hatten einen Special Guest im Gepäck: Martin Becker, der normalerweise bei Karat in die Tasten haut. Und der hat unheimlich überzeugt. Martin Becker war hier viel mehr gefordert als bei Karat und man merkte ihm an, wie viel Spaß er dabei hatte. Einmal hat er falsch eingesetzt, aber hey, das ist live und beim Special Guest sieht man da auch mal drüber weg! Sein Keyboard- und Mundharmonika-Spiel hat auf jeden Fall Akzente gesetzt und die ohnehin schon sehr gute Darbietung von Lefty Linke und Band aufgewertet.
Klassiker wie "Das Monster vom Schilkinsee" gab es genauso auf die Ohren wie aktuelle Themen ("Schweine nach vorn"), das Publikum konnte gar nicht genug bekommen. Lefty Linke bedankte sich bei den Weimaranern, es hat ihnen richtig gut gefallen und sie würden gerne nächstes Jahr wieder kommen.
Wegen mir können sie gerne wieder kommen, nur sollten sie vielleicht im Hinterkopf behalten, dass ein Weimaraner ein Hund ist ;) ich bin Weimarer. Als Zugabe gab es dann noch ein schönes Instrumentalstück: "Albatros"... nein, nicht von Karat, von Fleetwood Mac! Gestärkt mit Zwiebelkuchen und Thüringer Rostbratwurst geht es jetzt nach Hause, morgen stehen Stern Meißen und die Modern Soul Band auf dem Programm!