Bericht:
Dietmar Meixner

Fotos:
Dietmar Meixner





Er ist einfach ein uriger Typ: Dirk Michaelis, musikalisch überzeugend, mal kantig und provozierend, mal liebevoll. Eben Michaelis mit all seinen Stärken und Schwächen. Deshalb mag ich ihn und seine Lieder und besuche gern seine Auftritte.

Das Konzert vom Samstag sollte eigentlich schon am 25. Juni 2011 stattfinden, aber gewisse Terminzwänge machten das nicht möglich und so stand schon seit langem der neue Konzerttermin fest. Eine gute Terminentscheidung, denn der Sommer machte noch mal kurz Rast an diesen Samstag. So einem schönen Sommerabend konnte doch nur ein schönes Konzert folgen, oder? Als ich mit Susi um 19.30 Uhr vor Ort eintraf, war das Rund schon gut gefüllt und es wurde vielerorts etwas für das leibliche Wohl getan. Das erweiterte Angebot an Speisen und Getränken ließ auch keinen der Besucher länger als 5 Minuten auf die erhofften Gaumenfreuden warten.

Toll wieder der Stuhlservice. Es waren 180 Stühle aufgestellt, aber es war abzusehen, daß mehr Leute Dirk Michaelis an diesem Abend live erleben wollten, also wurden noch Stühle ausgeteilt, bis die ca. 250 Fans alle ihren Sitzplatz hatten.

Es war kurz nach 20.00 Uhr, als Ralf Lauckner, der Leiter der Arche, die Bühne betrat und mit blumigen Bemerkungen den Konzertgast vorstellte und natürlich auch erwähnte, dass Dirk hier eigentlich schon so etwas wie ein Stammgast sei. Danach erschien Dirk auf der Bühne und sang seine erste Ballade, auch von ihm sehr umfassend angekündigt. Danach sollte das zweite Lied folgen... doch beim dritten oder vierten Akkord riss eine Gitarrenseite. Laut fluchend verließ Dirk erst einmal die Bühne. Ralf Lauckner und Dirk beschlossen dann hinter der Bühne etwas, das sofort für eine gewisse Heiterkeit und Leichtigkeit bei den Fans und auch auf der Bühne sorgte und dieses gute Gefühl hielt den ganzen Abend an. Und das ging so: Ralf Lauckner betrat nach ca. 15 Minuten wieder die Bühne und sagte (frei) den Text von vorhin noch einmal an, also er wünschte allen ein gutes Konzert mit Dirk Michaelis u.s.w. Dirk betrat danach wieder solo die Bühne (als ob er diesen Abend noch nicht auf dieser gestanden hätte) und begrüßte seine Zuschauer ebenfalls genauso, wie er es kurz zuvor schon einmal getan hatte. Als er dann sogar noch auf den Mond, der am Himmel zu sehen war, verwies (genau wie vorhin), hörte man lautes Lachen im Rund und auch Dirk hatte Mühe, ein Lachen zu unterdrücken, denn der Mond war inzwischen nicht mehr zu sehen. Aber genau das war der Stimmungsbogen, der den ganzen Abend hielt und der dann noch erhöht wurde, als Dirk sein erstes Lied noch einmal sang.

Eine Setliste hatte er an diesem Abend nicht, ganz spontan kamen die Lieder oder Balladen aus seiner gesamten Schaffenszeit zum Einsatz. Michaelis, der sich selbst nicht als Moderator bezeichnen möchte, erzeugte jedoch mit seiner humorvollen Art zwischen den Liedern eine fast schon unheimliche Nähe zu den Anwesenden im Hof der Arche. Nicht nur seine Art zu singen, sondern auch der Tiefgang seiner Texte trug ebenfalls dazu bei, daß das Publikum dem Auftritt gebannt folgte und sicher auch die eine oder andere Gänsehaut entstand. Besonders viel Beifall bekam er nach den Songs "Felsenfest", "Stilles Dorf", "Schattenkreuze" und natürlich dem Klassiker "Als ich fortging".

Nach einiger Zeit gesellte sich sein musikalischer Freund Sören Birke zu ihm und gab den weiteren Songs mit seiner Mundharmonika nicht nur eine besondere Note, sondern heizte auch die gute Stimmung noch weiter an.
Zu einem besonderen musikalischen Leckerbissen gestaltete sich das Maultrommelduett der beiden Protagonisten. Das Spiel auf diesem Instrument hatte Dirk erst in diesem Jahr auf einem Festival der Maultrommelspieler im russischen Jakutien gelernt.
Natürlich erinnerte Dirk auch an seinen langjährigen Freund und musikalischen Mitstreiter Thomas Maser, der seinen chancenlosen Kampf gegen seine schwere Krankheit verlor und im April 2011 verstarb.

Auf Zugaben lässt Dirk seine Fans nie lange warten und somit kamen auch hier alle auf ihre Kosten. Aber eins fehlte noch nach fast zwei Stunden Konzert: Das Lied, auf das alle warteten... Somit erschien Dirk zum Schluß noch einmal ganz allein auf der Bildfläche und zelebrierte, nach nicht enden wollendem Beifall, "Wie ein Fischlein unterm Eis" a capella. Immer wieder auf's Neue ein Gänsehauterlebnis!

Der Hof der Arche leerte sich anschließend nur langsam, da sich Dirk und Sören unters Volk mischten und für ihre weiteren Projekte Rede und Antwort standen. Ich persönlich hatte auch das Glück, wieder mal richtig persönlich mit Dirk zu plauschen und er bestellte herzliche Grüße an die Leser von "Deutsche-Mugge" und an die Karusseller.

Fazit: Ein gelungener Konzertabend. Dirk Michaelis überzeugend in Wort, Gesang und Instrumentenspiel. Die Tontechnik war sehr gut abgestimmt und alle Texte waren klar verständlich. Sören Birke war wieder sehr souverän. Das Licht mehr als sparsam, aber sehr stimmungsvoll und passend. Ich freue mich jetzt auf den 26. November 2011, denn da wird Dirk Michaelis das Geheimnis um seine neue CD lüften und sie an seinem 50. Geburtstag live im Admiralspalast in Berlin vorstellen. Noch hütet er das Geheimnis um diese CD wie "einen guten Wein der erst reifen muss", so seine Worte...

Bitte beachtet auch:
- off. Homepage von Dirk Michaelis: www.dirkmichaelis.de
- Homepage der Arche in Neuenhagen: www.arche-neuenhagen.de




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