Berlin Premiere: Katrin Lindner live
in der WABE zu Berlin am 9. Juli 2010



Bericht: Toralf Schneider
Fotos: Patricia Heidrich


In der Hitze der Nacht...
...trat Katrin Lindner zusammen mit André Gensicke am Piano und Sonny Thet am Cello auf (übrigens ist sein Cello nur eins von fünf Instrumenten auf der Welt, das er seit 40 Jahren spielt). Wieder mal eine Künstlerin aus meiner Vorjugendzeit, und ich war wieder mal gespannt auf das was mich erwarten würde. Klar hatte ich mich über Quadenschönfeld kundig gemacht, das Domizil von Katrin Lindner seit vielen Jahren, wo sie produziert und malt, auch über die Schubert Band... aber all dies, was ich ich gelesen hatte, taugt nicht zur Beschreibung des Abends.

Musik und Malerei, das war das Motto des Konzertes, und das fand ich beachtlich. Zu jedem Song von Katrin wurde ein von ihr gemaltes Bild via Beamer auf eine Leinwand projiziert. Katrin selbst sagt, "es sind vertonte Bilder", und das war genau der Reiz.
Die Verbindung des Gesehenen mit dem Gehörten und dann diese Stimme, die einen sofort umfängt. Die ersten Songs kommen, „Halt mich fest“, „Der Clown“ und „Die Dunkelheit“ (mein persönlicher Lieblingssong), und es macht sich eine glückliche Melancholie breit, liedhaft intelligent und doch sehr melodisch.
Das ist ein ganz besonders eigener Stil, man mag das sofort, wenn man diesen Ausdruck der späten achtziger Jahre Musik mag, gar nicht mal so sehr Ost, weil da nehmen sich Ost und West in dieser Zeit nicht so viel, aber eben auf die heutige Zeit adaptiert. Schön zu hören und überhaupt nicht vergangen, sondern frisch. Ulla Meinecke kann das auch sehr gut... Da ist diese Kraft, die sie ausspielt, die glatt ans Herz geht, ureigen, Lieder vom Leben, vom Erfahren, vom Erkennen und vom Verstehen, wenn es ins chansonhafte geht leidet diese Kraft etwas, so zumindest mein Empfinden. Aber dann wieder die Bilder und die Musik dazu... „Flügel wachsen mir“ und „Die Hoffnung“, weitertragend und voll zurückhaltender Zuversicht. Also Bilder und Musik in Verbindung, das war sowieso das Beste! Vor allem bei „Nichts bleibt“, der zweiten Zugabe, „Ich tauch wieder auf und werd wieder wach“. Da Capo, ja da ist sie wieder.

Fazit:
Wer aufgeweckt werden möchte und sich mit kraftvollen Songs, der im besten Sinne gehobenen ostdeutschen Schule, aufwecken lassen will, der gehe hin zu Katrin Lindner und lässt alles auf sich wirken, Bilder und... natürlich sie und ihre Songs...






Fotoimpressionen:



































Begegnungen am Rande:


Autor Toralf Schneider im Pausengespräch mit Sonny Thet