KLARtext am 30.08.2008 in Hoyerswerda


Bericht: Gundolf Zimmermann
Fotos: Gundolf Zimmermann




Am 10.05.08 spielte KLARtext als Vorband der PUHDYS in Kamenz auf der Hutbergbühne und legte dort einen astreinen Auftritt hin. So hätte es eigentlich weitergehen können. Doch kurz nach diesem Höhepunkt zeichneten sich schon erste Veränderungen bei KLARtext ab. Die letzten sechs Wochen war es sehr ruhig um die Band, dann kam die Nachricht, dass zwei Bandmitglieder die Band auf eigenen Wunsch verlassen hatten. Die verbliebenen vier Musiker waren nun auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Am gestrigen Abend präsentierte sich KLARtext dem Publikum erstmals in neuer Besetzung, und das natürlich in Hoyerswerda.
Der Irish-Pub Black Raven hatte für diesen Tag drei örtliche Bands engagiert, und der Veranstaltung den Namen Hoywoydreier gegeben. Neben KLARtext sollten also noch NACHSPIEL und IMMERHIN auftreten. Wir wollten das auf keinen Fall verpassen. Lissi und ich waren sehr gespannt auf diesen Auftritt unserer Freunde. Ein wenig mulmig war mir schon, denn unter den ausgeschiedenen beiden Musikern war auch der bisherige Sänger der KLARtext'ler. Überpünktlich kamen wir am Veranstaltungsort an, und hörten schon vom Parkplatz aus ein paar Takte vertraute Musik. KLARtext sollte ja open air spielen. Die Jungs waren also bereits beim Soundcheck, und ich erlebte dort schon die erste Überraschung. Doch dazu später mehr. Während das Team vom Black Raven noch den Auschank und einen Grill aufbaute, war noch genug Zeit mit den anwesenden Freunden und Bekannten zu reden.
Den Abend eröffnete die im Jahre 2006 gegründete Band NACHSPIEL. Die vier jungen Frauen und zwei Männer spielten eigene Titel. Musikalisch klang das sehr abwechslungsreich, weil die sechs Musiker zwar ihre Musik als deutschsprechigen Pop-Rock bezeichnen, sich aber auch verschiedener Musikstile bedienen. Jazz- und Funkelemente sind nicht zu überhören. Die Band hat schon eine eingefleischte Fangemeinde und in der Vergangenheit auch schon sehr erfolgreich an verschiedenen Bandcontests teilgenommen. Man darf gespannt sein, wie sich diese Band weiter entwickeln wird.
Dann hieß es Showtime für KLARtext und als die Musiker das Intro spielten, sahen Kenner der Band den neuen Bassisten "Moco" (Mario Bronke) und etwas ungläubig auf einen neuen Keyboarder. Dabei hatten doch unlängst Sänger und Bassist die Band verlassen. Was war denn hier los? Das Rätsel wurde schnell gelöst als mit "Biographie" der erste Gesangstitel erklang. Der bisherige Keyboarder "Samson" (Jörg Geidel) ist der neue Sänger und Frontmann von KLARtext und Andreas Foster ist ab sofort der Tastenmann der Band. Samson überragt auf Grund seiner Körpergröße auf der Bühne alle. Doch natürlich steht Jörg Geidel nicht deswegen jetzt am Gesangsmikrofon der Hoyerswerdaer Band: der Mann kann ganz einfach gut singen, und er kennt auch die Lieder der Band. Er drückt mit seiner Stimme den Titeln wie "Jäger" oder "Supermann" jetzt zwar seinen Stempel auf, aber was aus den Boxen kommt ist zusammen mit den Instrumenten immer noch ein unverkennbarer KLARtext-Sound.
Obwohl die Band in der Besetzung erst zwei Mal zusammen geprobt hat, klingt KLARtext jetzt noch frischer und kräftiger. Das liegt auch daran, dass Mario Bronke einen druckvolleren Bass spielt als sein Vorgänger. Der Bass und das Schlagzeugspiel von "Enni" (Enrico Lakotta) bilden das Rhythmus-Fundament für den typischen gitarrenlastigen Sound von KLARtext. Nach "Das Leben ist bunt" stellt der Frontmann seine Mitstreiter vor. Natürlich sind heute viele Augen besonders auf Samson gerichtet. Aber er meistert die Situation den ganzen Abend über hervorragend. Seine Ansagen zu den Titeln sind mal witzig und mal charmant. Außerdem kommuniziert er auch trefflich mit dem Publikum und mit seinen Bandkollegen. Da weht wirklich ein frischer Wind auf der KLARtext-Bühne. Momentan stützt sich KLARtext noch auf das vorhandene Songmaterial, aber mit "Schattenspieler" erklang auch ein Lied neueren Datums. Das Lied stammt aus der Feder von Leadgitarrist "Cäsar" (Gerhard Skirl). Er war bei seinen Gitarrensolos auf der Bühne wieder in seinem Element. Verspielt und variantenreich fliegen dabei seine Finger förmlich über die 6 Saiten.
"Das Bierlied" ist ja sowas wie der bandinterne Partykracher und durfte natürlich auch beim "Hoywoydreier" nicht fehlen. Bei "Nein, warum" trat Gitarrist "Lakki" (Mario Lakott) als Sänger in Erscheinung. Lakki hatte wie seine fünf Kollegen sichtlich großen Spaß an der Mugge. Mit "Sie ist 17", "Sommernacht" und "Die Lust" beendete KLARtext den ersten und erfolgreichen Gig in neuer Besetzung. Natürlich erhielten die Musiker viel Beifall vom Publikum. Kaum von der Bühne runter ging es bandintern an erste Auswertungen und Vorabsbsprachen für den nächsten Auftritt. Zwischenzeitlich verlagerte sich das Geschehen in die Räume des Black Raven, da dort die Band IMMERHIN jetzt spielte. Doch uns stand nicht der Sinn nach stickiger Kneipenluft, und so plauderten wir mit der Band und weiteren Freunden noch etwas, bevor die Jungs beim Abbau der Anlage noch einmal ins schwitzen kamen.
Auf der Heimfahrt waren Lissi und ich uns darüber einig, dass KLARtext jetzt frohen Mutes in die Zukunft starten kann. Wir freuen uns jedenfalls schon auf weitere Muggen mit Enni, Lakki, Samson, Cäsar, Mario und Moco.




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