KARAT live am Naunhofer See am 2. Juli 2010


Bericht: Matthias Ziegert, Christian Reder
Fotos: Matthias & Sebastian Ziegert, Familie Alm, Karin Itzigehl


Eins vorweg: Man kann noch so genau planen und Absprachen treffen wie man möchte, wenn am Ende doch fast alles schief geht. Einige von Euch haben sicher auch schon so ihre Erfahrungen mit "Security"-Leuten gemacht. Wir vorgestern auch! Wir möchten an dieser Stelle aber nicht in Stereotypen abdriften, so manches Vorurteil bestätigt sich aber leider doch immer wieder...
Mit dem Karat-Management war alles abgesprochen, wir verabredeten uns für das letzte Karat-Konzert über das wir für Euch bis zum Herbst (Tournee-Start) berichten wollten. Das Management setzte uns auf die Gästeliste, und wir bereiteten uns auf einen schönen Konzertabend vor. Die Akkus waren geladen (in der Kamera und auch in uns) und los ging's zum Naunhofer See. Dort endete unser Vorhaben plötzlich bei einem dieser Sicherheitsleute. Unfreundlich und wenig kooperativ versuchte er uns abzuwimmeln. Wir stünden nicht auf der Gästeliste und das Thema wäre für ihn erledigt. Lag es vielleicht daran, dass er nicht lesen kann? Lag es vielleicht am zu warmen Wetter? Lag es möglicherweise sogar daran, dass er viel lieber im See schwimmend statt am See arbeitend gewesen wäre, und nun seinen Frust an uns ausließ? Oder lag es an der wenig professionellen Organisation vor Ort? Wir wissen es nicht genau, freuen uns aber, dass der gute Mann zumindest Freitag eine Aufgabe hatte und endlich mal wichtig sein durfte. Wichtigtuend erledigte er dann auch weiter seine Arbeit wie ein Hütehund auf der Weide, so wurden Konzertgästen am Eingang z.B. die Getränke abgenommen. Und das bei den Temperaturen! Wir verpassten wartend auf kompetente Leute jedenfalls das Vorprogramm, über das an dieser Stelle Dank des unheimlich wichtigen Sicherheitsmannes nicht berichtet werden kann. Um 21:00 Uhr traf dann eben erwähnte Kompetenz ein: Die Band fuhr am Ort des Geschehens vor, und Managerin Adele Walther begrüßte uns am Eingang. Und hier zeigten sich die Vorteile gut geplanter und organisierter Abläufe. Adele nahm uns mit rein, und vor dem Auftritt der Band lief alles wie am Schnürchen... Wir bekamen noch den letzten Titel der zweiten Vorband (The Butlers) mit, allerdings nur akustisch und nicht optisch. Karat konzentrierte sich derweil auf den Einsatz vor dem Naunhofer Publikum. So kommt Ihr dann jetzt doch noch in den Genuss eines Konzertberichts über KARAT in Naunhof...

Aufgrund der Kennzeichen der Autos auf dem Parkplatz konnte man feststellen, dass viele Fans mehrere Hundert Kilometer für dieses Konzert angereist waren. Die Temperaturen waren - wie wohl überall im Land - ziemlich tropisch. Eigentlich kein Wetter für Höchstleistungen. Auch den Musikern machte die Schwucht zu Schaffen. Vor dem Auftritt wurde der Flüssigkeitshaushalt noch schnell ausgeglichen, die ein oder andere Getränkeflasche wurde kurzerhand mitgenommen und dann ging's auf die Bühne. Im Vorfeld hatten wir gehört, dass das Konzert um 22:30 Uhr beginnen sollte. KARAT startete aber schon um kurz vor 22:00 Uhr. Gerade war das letzte Kabel der Butlers von der Bühne gezogen, da eröffnete KARAT den musikalischen Abend auch schon mit dem "Sturmwind". Was dann folgte, war ein über zweistündiges Rock-Gewitter der Extraklasse!

Die Musiker von KARAT feiern in diesem Jahr das 35. Bandjubiläum, und das Live-Programm beinhaltet eine bunte Mischung aus alten Titeln der Anfangszeit und Songs der Neuzeit. Über die neue CD ist ja schon viel gesagt und geschrieben worden. Sie polarisiert extrem... dem einen gefällt sie gut, dem anderen ist sie zu wenig Rock. Aber recht macht man es sowieso nicht jedem. Den Leuten vor der Bühne gefiel das, was sie da zu hören und zu sehen bekamen. Man muss überhaupt sagen, dass das Publikum von Anfang an gut mitging, und im Festzelt deshalb eine sehr gute Stimmung herrschte. Bei den bekannten Klassikern zeigten sich die Konzertbesucher textsicher. Bei den neueren Titel war das noch nicht ganz so der Fall, aber sowas braucht halt seine Zeit. Obwohl es draußen schon etwas kühler wurde, und das auch durch die geöffneten Seitenwände des Zelts zu spüren war, hielt das Publikum die Temperaturen durch Mitsingen und Tanzen hoch.

Claudius Dreilich, der vor etwas mehr als fünf Jahren die Position am Mikrophon von seinem Vater übernommen hatte, ist längst in der Band angekommen. Sein Gesang, seine Gestiken und Bewegungen auf der Bühne lassen ihn auch schon gefühlte 35 Jahre mit dabei sein. Professionell, und als ob er nie etwas anderes gemacht hätte, ist er vom Anfang bis zum Ende der Dreh- und Angelpunkt auf der Bühne. Von den Zuschauern aus links von ihm gesehen steht der Mann mit der immer noch blonden Mähne: Bernd Römer. Er spielte seinen Part souverän und seine Soli sind stets ein Highlight im Programm. Auf der anderen Seite der Mann für die tiefen Töne, Christian Liebig. Zusammen mit Micha Schwandt an den Drums bildet er die Rhythmus-Fraktion, die auch am Freitag wieder ausgezeichnet funktionierte. Auf keinen Fall vergessen darf man Martin Becker, der neben den inzwischen nicht wenigen Kompostionen aus seiner Feder auch die seiner großartigen Vorgänger Ed Swillms und Thomas Kurzhals perfekt über die Rampe bringt. Etwas schade fand ich, dass die Naunhofer Mugge nicht zu denen zählte, die für einen Einsatz von Ed Swillms in Frage kamen. Ihn hätte ich gerne gesehen und gehört, und ein zweites Keyboard auf der Bühne hätte das Klangerlebnis wohl noch beeindruckender werden lassen. Aber auch ohne den Altmeister kam die Band sehr gut klar.

Ohne Pause zog die Kapelle durch und ließ u.a. mit "Gewitterregen", "Jede Stunde", den "Schwanenkönig", "Narrenschiff" oder "Über sieben Brücken" kaum einen Klassiker aus. Nach insgesamt drei Zugaben und etwas über zwei Stunden war das Konzert um kurz vor 0:00 Uhr zu Ende. Man kann wirklich nicht behaupten, die Spielfreude oder die Qualität der Musik hätte unter den Temperaturen gelitten. Es war ein wirklich gutes Konzert, und scheinbar war das Wetter dann doch für Höchstleistungen geeignet. Das war auch eindeutig am Applaus und den gut gelaunten Gesichtertn des Publikums ablesbar. Mag die neue CD nicht alle Fans glücklich machen, live tut es KARAT aber dafür umso mehr. Es ist schon erstaunlich, wie frisch eine 35 Jahre alte Kapelle klingen kann und wieviele Leute sie noch immer anzieht. Wir können nur jedem empfehlen, sich KARAT mal anzuschau'n, wenn sie in der Nähe gastieren. Im Herbst geht KARAT auf große Jubiläums Tour.




Setlist vom 2. Juli 2010:





Fotoimpressionen:

Fotos von Matthias und Sebastian Ziegert:



















































































Fotos von Familie Alm:







































Fotos von Karin Itzigehl: