Suse Jank & Band: "Record Release-Konzert" am
30. November 2009 im "B-Flat" zu Berlin



Bericht: Rüdiger Lübeck
Fotos: Rüdiger Lübeck





Mehr als folgerichtig war es für Suse Jank und Clemens Süssenbach, nach dem großen Erfolg ihres gleichnamigen Projektes "Ostpoesie" (Potsdam, 8. April 2009, Konzertbericht HIER / Leipzig, 20. April 2009, Konzertbericht HIER und Würzburg, 28. April 2009, Konzertbericht HIER) dieses nicht in der sprichwörtlichen Versenkung verschwinden zu lassen, sondern für die Nachwelt zu erhalten. Also zog man sich mitsamt Band ins Studio zurück und bannte das ganze auf CD (Rezension: HIER). Und da dieses Live-Projekt selbstverständlich nach wie vor auf die Bühne gehört, schlug man flugs zwei Fliegen mit einer Klappe und lud zum Record Release-Konzert ins "B-Flat" am Rosenthaler Platz, eine der Adressen für gute Live-Musik in der Hauptstadt.
Das Podium schien fast zu klein für die imposante Musikerschar, die da aufmarschierte: neben Gitarre (Enrico Antico), Kontra-Bass (Malte Tönißen), Schlagzeug (Javier Reyes), Percussion (Minas Suluyan) und Piano (Clemens Süssenbach) sollten ganze drei Streicher (deren Namen leider nicht herauszufinden waren) das Geschehen unterstützen.
Die Plätze alle besetzt, die großen, Wand ausfüllenden schaufensterartigen Scheiben zur Straße komplett beschlagen - es konnte losgehen! Silly's "S.O.S." durfte dabei als Opener herhalten. Die Instrumentierung wurde dabei (noch) bewusst sparsam gehalten, weniger ist halt manchmal mehr. Wer das Original nicht kennt, wird angesichts der Darbietung wohl unter dem Stichwort: "Jazz pur" recherchieren.
Auch in der Folge vermochte man die Vorlagen kaum wiederzuerkennen, was aber durchaus als positiv, weil progressiv, zu verstehen ist. Dass die Protagonistin allerdings Cäsar's "Wiegenlied für Susan" noch nie (!) im Original gehört haben will, mag man ihr nicht recht abnehmen.
Suse Jank, bereits ob ihrer jugendlichen Frische Sympathie ausstrahlend, führte gekonnt und souverän durch's Programm, von Lampenfieber keine Spur. Gewisse Entertainerqualitäten sind unübersehbar. Da wurde nahezu jeder Song mit einer Anekdote anmoderiert - im Kontext mit dem breit gefächerten Repertoire ergibt das Kurzweil in Vollendung! Nicht zuletzt natürlich auch Verdienst des musikalischen Kopfes des Projektes, Clemens Süssenbach, der sich für die Arrangements verantwortlich zeichnet, sowie der durchweg überzeugenden, weil hochprofessionell besetzten Bank der Mitmusikanten.
Auch Dirk Michaelis, der im Publikum ausfindig zu machen war, durfte sich an diesem Abend davon überzeugen. Apropos: Der Dank der Künstler in den Abschiedsworten galt zuvorderst denjenigen Kollegen, denen dieses wunderbare Liedgut zu verdanken ist, die es geschaffen haben. Und das es zu bewahren gilt! Und wenn dies dann zudem auf eine derart unterhaltsame Art und Wiese wie vorliegend geschieht, braucht es uns um dessen Bestand nicht bange zu sein!

Setlist:
(1) S.O.S. (Silly)
(2) Paradiesvögel (Silly)
(3) Wenn's draußen grün wird (Manfred Krug)
(4) Nachtigall (VierPS)
(5) Als der Regen niederging (Holger Biege)
(6) Wenn du schläfst, mein Kind (Manfred Krug)
(7) Wiegenlied für Susan (Renft)
(8) Du bist kein Märchenbuch (Regine Dobberschütz)
(9) In jener Nacht (Veronika Fischer)
(10) Katzen bei Nacht (Petra Zieger)
Pause
(11) Neuer Tag, neue Nacht (Jank & Süssenbach)
(12) Champus-Lied (Angelika Mann)
(13) Sagen meine Tanten (Scirocco)
(14) Guten Tag (Veronika Fischer)
(15) Jule wäscht sich nie (Gerhard Schöne)
(16) Nr. Sicher (Silly)
(17) Wasser und Wein (Lift)
(18) Tausendschön (Aniko)
(19) Als ich fortging (Karussell)
Zugabe
(20) Wand an Wand (City)
(21) Deine Liebe und mein Lied (Holger Biege)





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