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In Extremo live am 05.09.2008 in Schwerin Bericht: Steffen Huth Fotos: Steffen Huth
Vorab heizte die Rostocker Gruppe "Mainpoint" mit hartmetallischen Klängen und einer lemmymäßigen Stimmgewalt dem Publikum ein. Apropos Publikum: selten habe ich ein Konzert erlebt, wo die Gäste so gut ausgestattet waren! Das Merchandising funktionierte also schon im Mittelalter. Aber auch ohne Jacke wurde es jetzt warm: die Flammenwerfer gingen an und sieben Musiker betraten die Bühne mit Instrumenten, dass man sich fragte: "Wie geht das zusammen? Eine Marktsackpfeife (so eine Art Dudelsack) und ein modernes Schlagzeug? Ein Trumscheit (heute vergleichbar mit einem Cello) und ein E-Bass? Eine Harfe (zum umhängen) mit einer E-Gitarre und mittendrin ein singender Fahrensmann mit Zither?"... UND OB DAS GING! Es war hart, es war sanft, mal war es liedhaft, mal brachial und rau. Die klassischen Rockintstrumente (git, b, dr) trieben den IN EXTREMO-Sound an, der manchmal an Rammstein erinnert, und dazu diese herrlich klingenden mittelalterlichen Instrumente, die der Musik die Qualität und Farbe verleihen. Michi Rhein, der mit martialischen Sangessound seine Stimmbänder zu zerstören drohte, enterte die Bühne und sorgte nach mittelalterlicher Manier auf (und auch vor) der Bühne für klare Verhältnisse. Sein Name ist übrigens "das letzte Einhorn", genauso wie es "Flex der Biegsame" und "Yello Pfeiffer" gibt, der Schlagzeuger nennt sich "der Morgenstern", der Basser ist "der Lutter" und dann ist da noch "Dr. Pymonte" an Harfe und anderen Klangkörpern, der übrigens auch einige dieser Instrumente selbst hergestellt hat. Mit "van Lange" an der Gitarre und explodierender Pyrotechnik, mit einer super Lightshow, die die Bühne immer wieder in neue Farben tauchte, wurde es bunt und multikulturell. In verschiedenen Sprachen, vornehmlich in Deutsch und Latein, aber auch spanisch und isländisch wurden die IN EXTREMO-Songs vorgetragen, und es waren alles Hits! Ich kann nur jedem raten, einmal diese Rockgruppe bei einem Konzert zu besuchen. Man wird merken, dass es jeder Titel wert ist, herausgehoben zu werden. Jetzt und hier wurde mir auch klar, warum diese Band, ohne unzählige Singles herausgebracht zu haben, im Mai dieses Jahres mit der Platte "Sängerkrieg" auf Platz 1 der deutschen Albumcharts lag. Die Musik, mit ihren mitunter düsteren, teils viele hundert Jahren alten Texten, passt überall hin - Ob in die Berge Spaniens, (übrigens kann ich jetzt spanisch klatschen), an die "Raue Spree" oder zum "Vollmond" an die Mecklenburger Seen, diese Musik ist zeitlos (oder zeitvoll) wie auch am Abend des 05.09.2008. Nach einem fulminanten Feuerwerk ist der IE-Spielmannszug nun weiter gezogen und hinterlässt.. des Sängers Fluch… Foto Impressionen: ![]()
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