|
Immergut Festival am 29. und 30. Mai 2009 in Neustrelitz Bericht: Dirk Schroeder Fotos: PR, Dirk Schroeder
Vorspann: Festival Beim Immergut in Neustrelitz haben die Freunde der Independent-Musik Nabelschau gehalten Am Ende der zwei Tage kommt Ebbot Lundberg auf die Bühne. Ein massiger, rauer Mann mit autoritärer Gelassenheit, so schein es, ist angetreten, dem Publikum beim ausverkauften Jubiläums-Immergut-Festival das Gute-Nacht-Lied zu singen. Aber wie! Brachial und einfühlsam zugleich. Mit Musik, die für die Fans der Indie-Musik, zu einem Soundtrack fürs Leben geworden ist. Die nicht kommerzialisiert ist und deshalb keine Millionen-Gewinne abwirft, die Unabhängigkeit bei der Arbeit betont. Die deshalb auch selten Eingang ins Formatradio findet. Lundbergs Band "The Soundtrack Of Our Lives" ist krachender Abschluss des Festivals, dem die Protagonisten der zwei Tage in Neustrelitz immer wieder huldigen. Dank an die Familie Immergut, dank an Mastermind Daniel "Kemper" Kempf - viele der Bands würdigen das, was aus der Idee geworden ist, die vor zehn Jahren losgetreten worden war und heute zum "Topmodel unter den Festivals" geworden ist. Klein, aber fein wäre zu kurz gegriffen für das auf 5000 Besucher limitierte Musik-Event, das der Stadt Neustrelitz und der Region einen Namen in der Musikwelt beschert hat. Gesprengt sind längst und auch in diesem Jahr die Grenzen, Indie Rock hat Zuwachs bekommen. An Pop wie von den Chartstürmern Polarkreis 18 ("Allein, allein") kann man sich reiben. An deren spaciger Bühnenshow hingegen kommt man nicht vorbei. Singing und Songwriting wie von "Hello Saferide" sind nicht mehr wegzudenken aus dem Programm. Eine Art Indie-Funk mit Hang zum House und Dancefloor kann mittlerweile als eine Art Headliner - wenn es den beim Immergut überhaupt gibt - agieren wie in diesem Jahr "The Whitest Boy Alive" am ersten Tag des Festivals. Wenn Sänger Erlend Oye mit sanfter Stimme die wie Techno anmutenden Gitarrenklänge begleitet, die vorangetrieben werden von Drums, die "abgehackter" kaum gespielt werden können, breitet sich kein Klangteppich, sondern Klanglaken über das Publikum. Die Musik zieht sich in die Beine, es geht nicht anders, man muss mittanzen, selbst in den hinteren Gefilden des Festival-Areals.
Das ist es, was unabhängig macht. Was wohl insbesondere auch der Philosophie des Festivals entspricht. Unabhängigkeit als Lebensnerv, wo das eigene Leben im Mittelpunkt steht. Die Freiheit als Lebensstil, die doch so schwer zu meistern ist. Hier beim Immergut stehen die Mühlen des Alltags still, besinnt man sich aufs eigene Ich, miteinander. Wie beim Fußballturnier, das mehr ist als Zeitüberbückung zwischen zwei Festivaltagen. Leben in vielen Facetten. Glück teilen - Immergut ist mehr als nur Musik. Die aber als Vorgabe dieser zwei Tage unheimlich wichtig ist. Musik, von der man hofft, dass sie nie erwachsen wird und ihre Unabhängigkeit verliert. Die dennoch im Leben bleibt und mit der auch Ebbot Lundberg mit seinen "Soundtrack Of Our Lives" ein Gute-Nacht-Lied singen darf. Foto Impressionen: ![]() (Friska Viljor) ![]() (Friska Viljor) ![]() (Olli Schulz)
|