"LIEDER MACHT!" mit Eric Fish, IC Falkenberg und
Wanda Thot am 30. Juni 2010 in Königs Wusterhausen



Bericht: Petra Heinzel
Fotos: Petra Heinzel



IC Falkenberg

Vom 26. Juni bis 03. Juli 2010 fand auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen die KULTA statt. Acht Tage lang ging es um Kunst und Kultur. Musik, Film, Theater und Literatur unter freiem Himmel auf drei verschiedenen Bühnen miteinander erleben.
Zitat Eric Fish, Schirmherr des KULTA Festivals: „Erlebenswert - denn Kultur macht das Leben wert!“, was „Ideelles und Einzigartiges“. „Seid willkommen bei diesem Fest der anderen Art“.

Kurz nach 19:00 Uhr fand ich mich auf dem Funkerberg vor dem Senderhaus 2 ein. Von diesem historischen Gebäude aus wurde 1920 die erste Rundfunksendung ausgestrahlt. Es hatte sich bereits eine Menschenschar bestehend aus jeder Altersgruppe angesammelt. Zwischen Bühne und Getränke- und Imbissständen hatte man die Möglichkeit sich einen Platz zu suchen um dann, bei freiem (!) Eintritt, das Liedermacherfestival erleben zu können. Zur Einstimmung lief keine Musik vom Band, ein junger Mann namens Christoph spielte ganz ungezwungen auf seiner Akustikgitarre.
Irgendwann, so gegen 19:45 Uhr, eröffnete Eric Fish den offiziellen Abend: „Ihr seid alle hier, das zeigt euren guten Geschmack... minimalistische akustische Musik, die uns was sagt, der man lauschen kann... lasst uns begrüßen aus Berlin Wanda Thot“.

Wanda Thot ist eine recht neue Stimme in der Liedermacherszene. Sie begann mit einem Lied über Liebe und beeindruckte anschließend mit ihrer Interpretation „Under der Linden“ von Walther von der Vogelweide. Die junge Wanda sang in verschiedenen Sprachen, ließ das Publikum in Jiddisch, Mittelhochdeutsch und auch in Englisch und Französisch träumen. Sie bildet sich nicht ein die Sprachen zu können aber meinte, dass diese so schön klingen. So hörten wir „Shprayz ikh mir“ und „You lost a friend“. Als weiteren Song vermeldete Wanda das „Sigh no more, ladies“. Es handelt sich dabei um ein Lied aus der Komödie „Much ado about nothing“ („Viel Lärm um nichts“), eine Komposition von William Shakespeare. Sogar an einen Ostrockhit wagte sich Wanda. Sie sang „Als ich fortging“ mit viel Hingabe, und daher störte es mich nicht all zu sehr in diesem Moment auf das Original verzichten zu müssen. Mit einer englischen Zugabe beendete Wanda um 20:30 Uhr ihren Programmteil.


Eric Fish

Eric Fish kam auf die Bühne zurück und erzählte was man noch so alles bei der KULTA erleben kann. Anschließend begrüßte er IC Falkenberg und Michael Lehrmann als nächsten Act. IC (ehemals Zeuthener) nahm seine Gitarre, schaute seinen Gitarristen an, griente und sagte: „Gitarristen machen nur Musik wegen der Mädchen, und es geht ums Rumreisen, Rumgucken... “. „Zigeuner auf Zeit“ passte sehr gut zur Open Air Veranstaltung auf dem Funkerberg. „Übers Wetter reden“ bzw. singen brauchten wir an diesem Abend nicht, ein lauer Sommerabend bescherte uns einen schönen Abend mit handgemachter Musik.
„Das Alles“ erzählt über das Leben. IC war sich sicher, dass er den Leuten vor Ort nichts erzählen braucht, es aber manche gibt die `nen falschen Plan haben. Ich war sicherlich nicht die Einzige die vor einiger Zeit den Wunsch äußerte, „Agonie und Ekstase“ wieder in das Live-Programm mit aufzunehmen. Nach Genuss meines Wunsches setzte sich IC an sein E-Piano und zelebrierte mit Micha als Zweitstimme im Refrain „So nah vom nächsten Meer“. Anschließend konnte ich mit „Für Krieger wie uns“ im Sonnenuntergang abtauchen.
Wer IC kennt weiß natürlich, dass er gerne einige Geschichten zum Besten gibt, auch vom grünen Parker. Wer eine Oma im Westen oder die richtigen Freunde hatte konnte mit einem richtig tollen Parker prominieren. Weiterhin erzählte er vom Pflicht- oder besser Notgetränk im Osten. Es gab nur den Rosentaler Kadarka, der eigentlich heute noch wirken müsste, da er für 40 Jahre Kopfschmerzen sorgte. „Besoffen und verliebt“ unterlegte IC mit Tönen seiner Mundharmonika und Micha begleitete ihn gekonnt auf einer seiner beiden Akustikgitarren. Im weiteren Verlauf bespielte Micha seine rote E-Gitarre, mit der er beim Song „Rauch mich“ für etwas anderen coolen Sound sorgte.
„Das ist der beste Tag seit Tagen, wir ersaufen in Euphorie“, genau so könnte man den Mittwochabend auf dem Funkerberg beschreiben. „Die fetten Jahre“ sorgten zufällig für Gesprächsstoff über die Wahl des neuen Bundespräsidenten. Alle beschlossen: Eric Fish ist unser musikalischer El Presidente!
Weitere bekannte gesellschaftskritische Songs hatten IC und Micha dabei und begeisterten damit die gut 250 Fans vor Ort. Bei der Zugabe „Dein Herz“ fehlte nicht einmal der Schrei als IC sang: „schrei es laut heraus“. Mit „Eine Nacht“ verabschiedeten sie sich kurz vor zehn vom jubelnden Publikum.


Das große Finale mit allen Beteiligten

Nach einer 15-minütigen Umbauphase betrat El Presidente... Eric Fish die Bühne. Er beorderte sofort zwei seiner Freunde hinzu. Rainer Michalek (zu Eric`s linker Seite) und Uwe Nordwig begleiteten Eric mit ihren Akustikgitarren in „Last und Lust“. „Ich fühle, dass ich singen muss, jetzt und hier“ war der Auftakt zur akustischen Glanzleistung. Gesang und Text konnte man vor Ort hören, sehen und spüren „und ihr sitzt da im Kerzenlicht“. Auch im zweiten Song „Wird es sein?“, für den Eric sich Gerit Hecht an den Tasten und B. Deutung am Cello hinzu holte, hieß es „zünd ich mir 'ne Kerze an“.
Die Fans vor Ort kennen ihren aus Königs Wusterhausen stammenden Sänger und seine Lieder ganz genau. Bei „Anders sein“ sangen viele das berühmte „Deideidadadadadei“. Eric wechselte zwischenzeitlich die Saiten. Nicht nur seine kraftvolle Stimme und charismatische Ausstrahlung sorgten für Ausdrucksstärke. Er bespielte auch Gitarre und Bouzouki, während Rainer zwischen Gitarre und Mundharmonika wechselte. In den Liedern teilt uns Eric Gedanken und Gefühle mit, die innersten Gefühle, das innerste Gedankengut wird nach außen gekehrt und regt zum Nachdenken an. Daher ist das Zuhören ein Muss. Ich mag diese Offenheit, die geschickt in faszinierende Arrangements verpackt ist. Unbedingt lobend zu erwähnen auch der brillante Satzgesang, den sie des Öfteren in die sternenklare Nacht sandten.
„Nägel im Kopf“, „Marietta“ und „Prinzessin auf der Erbse“ feierten die fünf "Fishe" mit ihren Fans. Auch englische Titel hatten sie in ihrem knapp eineinhalb-stündigen Programm: „Late night radio“ und „To the last whale“ von Crosby, Stills & Nash. Multikulturell wurde es als Uwe seiner Gitarre Balalaikaklänge entlockte, die "Fishe" gingen in die folkloristische „Bildungsoffensive“, und teilten uns anschließend mit, dass es egal ist in welcher Sprache man flucht.

Das sollte aber an diesem jenen Abend noch lange nicht alles gewesen sein. Eric und seine Freunde baten noch einmal Wanda Thot zu sich auf die Bühne. Gemeinsam sangen sie das irische „Paddy`s Lament“. Bei den Einsätzen musste Eric der jungen Dame zwar etwas helfen. Letztendlich sorgten sie damit für ein musikalisches Highlight.
Danach dann der krönende Abschluss. Erstens muss ich betonen dass ich schon immer die Fish-Version vom Karussell-Klassiker „Ehrlich will ich bleiben“ sehr mag, und zweitens hatte ich schon lange den Wunsch IC Falkenberg mit einem Cello auf einer Bühne zu erleben. Das nun sogar noch mit dem Profi-Cellisten B. Deutung. Alles perfekt, mein Lieblingsinstrument (Cello) war sehr gut zu hören und zauberte, wie schon so oft an diesem Abend, Gänsehaut hervor. Meine Erwartungen wurden erfüllt, es war großartig.
Vielen Dank an dieser Stelle an alle beteiligten Musiker für einen gelungenen Abend! Es menschelte auf der KULTA!




Fotoimpressionen:

Wanda Thot:















IC Falkenberg:











































Eric Fish & Friends:

















































Finale mit allen Musikern...