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IC Falkenberg live am 13. März 2009 in Naunhof Bericht: Fred Heiduk Fotos: Matthias Ziegert
Der Bürgersaal hat eine besondere Atmosphäre. Zum einen beginnen die Stuhlreihen nur gut einen Meter von der Bühne, zum anderen müssen die Künstler durch ihr Publikum, um auf die Bühne zu gelangen, und last but not least hat der Saal auch akustisch besondere Bedingungen. Er ist so gestaltet, dass man jeden Laut im Raum überall deutlich hören kann. Die Tonanlage unterstützt nur. Für die Künstler heißt das "exakt arbeiten". Das Publikum hört alles und reagiert. Für das Publikum bedeutet das, dem Künstler die Aufmerksamkeit widmen, die er fordert. In sofern sei gesagt (Hochachtung IC): nach dem Tag so ein phänomenales Konzert hinzulegen, und das obgleich alle Nase lang, zu jeder unpassenden Gelegenheit, eine laute Kamera klickte... Respekt!!! Der Reihe nach... Für mich war das der erste bewusste Kontakt mit IC auf der Bühne. Bisher war er für mich vor allem einer der beiden Pop Ralfs aus den 80gern mit den komischen Namen, eben "Ralf" Bummi Bursy und "Ralf" Schmidt alias IC Falkenberg. Vorurteile? Über Jahre sorgsam gepflegt! Zumindest bis mich einige mir viel mehr liegende Musiker darauf hinwiesen, welch hohe Meinung sie gerade von IC haben. Zudem habe ich registriert, dass IC über die gesamte Zeit zu den Musikern gehört, der Säle füllen, die immer wieder Neues angehen, und produktiv und kreativ sind, wie nur wenige seiner Kollegen. Trotz allem ist er streitbar geblieben. Genau aus diesem Grunde habe ich mich gern bereit erklärt, mir das Naunhofer Konzert vom Freitag den 13ten anzuhören und etwas dazu zu schreiben. Zugegeben, mit dem Zwiespalt einerseits und Neugierde andererseits, ging ich das Konzert an. Außerdem wollte ich endlich ein wenig mitreden können, und dennoch vorurteilsbeladen bleiben, denn die alten Zöpfe opfert man ja nicht so leicht. Und dann kam IC auf die Bühne. Er beginnt zu plaudern. Und gewinnt die ersten ganz, ganz wichtigen Punkte bei mir. Er spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, in bestem Hallenser Dialekt. Für einen Anhaltiner Bördebauern wie mich mist das ein wunderbarer Klang. Überhaupt ist das ganze Konzert viel mehr als ein normales Konzert. IC ist sowohl in seinen Liedern ein begnadeter Geschichtenerzähler, genauso wie er es in den Teilen zwischen den einzelnen Songs ist. IC nimmt seine Zuhörer mit in seine Welt... wenn sie ihn lassen, wenn sie mitgehen wollen. Und er ist jemand, der sehr wohl über sich selbst lachen kann. Ganz bewusst ohne Selbstverliebtheit oder Eitelkeiten zeigt sich IC gerade in seinen Geschichten als Mensch wie du und ich, verletzlich, verwundert, lustig - die ganze Palette. Und ich bin mir sicher: Sie sind keine Masche, nicht einstudiert, sondern wirklich situativ und damit immer wieder neu. Wer die Musik von IC nicht mag, seine Contenance allein wäre einen IC Besuch wert. Nun hatte ich durchaus den Eindruck, dass IC ein sehr ehrlicher Arbeiter ist, der sich von seinem Publikum inspirieren lässt. In dem Zusammenhang muss man den Naunhofern wohl das Kompliment machen, dass sie IC einerseits forderten, andererseits ihm den Raum ließen sich nach Gusto zu entfalten. Und IC braucht Raum, ist er doch bei aller liebenswürdigen Natürlichkeit ein wenig Diva und Macho. So wurde das Ganze ein überaus kurzweiliges Konzert von zweieinhalb Stunden Dauer, was IC zur Bemerkung veranlasste, man möge es nicht weitersagen, das verderbe die Preise. Da es Freitag der 13. war, blieb es nicht ohne kleine Pannen. Das lustige Klicken einer sehr beflissenen Fotografin sprach ich schon an. Aber darüber stand IC ebenso, wie über der gerissenen Gitarrenseite seiner Lieblingsgitarre, und dem letztlich sehr, sehr langen Tag. Eins muss an dieser Stelle noch angemerkt werden, da IC das Thema explizit und gleich zu Beginn des Konzerts ansprach: Stern Combo / Stern akustisch. IC hatte die Größe das Thema sehr sachlich und zurückhaltend zu behandeln. Er wies mit Stolz auf die veröffentlichte Stern Akustik CD hin und vermied, bei aller erkennbarer persönlichen Enttäuschung um die Geschehnisse bei den Sternen, irgendwelche offenen oder versteckten Seitenhiebe. Das hab ich von anderer Seite schon anders erlebt. Doch das gehört hier nicht her. Hierher gehört das IC Konzert. Und hier sollen die Gedanken die mir beim hören der Musik IC's kamen Platz finden. Das Konzert stand musikalisch unter dem Schwerpunkt des neuen IC Albums "So nah vom nächsten Meer". Dazu kamen Titel aus allen Schaffensphasen IC's. Insgesamt bekam Naunhof 20 Titel plus 2 Titel Extrazugabe zu Gehör. Los ging es mit dem Titelsong der neuen CD. Der Titel zeigt fast alles was IC ausmacht. Zumindest denke ich so. Eine fantastische Melodie. Von den gesungenen 20 Titeln haben 15 eine oftmals einfache aber dafür umso eingängigere Melodie oder wenigstens ein Motiv, das direkt ins Ohr geht. Mein Eindruck: Ja, so muss Musik klingen, wenn man viele Menschen erreichen will. Dazu den typischen IC Gesangsstil, seine Art Worte zu singen. Diesen Stil für den ihn seine Fans feiern und den ich nicht mag. IC ist ein grandioser Sänger mit großem Stimmvolumen, fantastischen Möglichkeiten und einer sagenhaften Musikalität. Das beweist er in allen gesungenen Titeln. IC gehört unzweifelhaft zu den besten aktiven Gesangsstimmen Deutschlands. Und dann sind da noch die 4 oder 5 herausragenden Titel, die er eben nicht im 80-ger IC-Stil singt. Dafür lohnt ein Konzertbesuch. Titel von einer Art, wie sie nicht allzu häufig sind. Viele Musiker schaffen nicht einen einzigen auf diesem Niveau zu erschaffen und vorzutragen. Fans mögen mich für mein Unwissen schelten - ich denke, dass meine Favoriten "Im Osten geboren", "Wolf unter Wölfen" und "Krieger wie wir" heißen. Dort und nicht nur dort unterstreicht IC, dass er mit Worten malen kann. Was für gewaltige Texte. Dazu passende Interpretationen... Mal melancholisch, mal explosiv und gewaltig, oder auch ganz leise und lyrisch. IC kann von Lied zu Lied begeistern. Seine Fans im Bürgersaal zu Naunhof sowieso. Die sind längst verzaubert von dem Herren auf der Bühne, hängen an den Tönen und haben am Freitag den 13. einen Glückstag. Einige Interpretationen wirken akustisch stärker als die, die man auf den Platten hören kann. Andere kann man akustisch vermutlich nicht spielen, glaube ich. Aber dafür hat IC ein Händchen. Leider fehlt so zum Beispiel "Vergessen". Ein genialer Studiotitel, den ich allerdings gern akustisch hören würde. Insgesamt ist IC richtig gut drauf. Das kommt beim Publikum an und wird von ihm zurück gegeben. Natürlich interpretiert IC auch einige seiner Stern Meißen Titel. Während "Schönheit" mir wunderbar gefiel, war "Was fang ich an" für mich die Enttäuschung des Abends. Der Titel ist einer meiner großen Favoriten überhaupt. Die Interpretation an diesem Abend war ein anderer Titel. So empfand ich das. Allerdings ohne Groll, denn es gab ja andere Entdeckungen, die mich wieder versöhnten. Zum Beispiel auch "Ich bin frei". Bei diesem Titel ist IC, so hab ich den Eindruck, in Gedanken... wo auch immer... jedenfalls geradezu versunken. Entsprechend intensiv ist seine Interpretation. Oder IC den Flamencospieler. Bei einem Titel macht er seine Gitarre, die er spanisch spielt, geradezu zum ganzen Orchester. Brillant! Für mich hieß der Titel "Das alles". Und dann waren da noch die allerletzten Titel. Der wunderschöne "Mann im Mond", wo mir der mir nicht genehme IC Stil dann doch gefällt, sowie IC's Geheimwaffe "Besoffen und verliebt", ein toller Titel, in dem er stellenweise swingt wie Roger Cicero. Irgendwie hat man bei der Anmoderation dieses Titels den Eindruck: jetzt, nach gut 2 Stunden IC, kann das Konzert richtig losgehen. Doch nach dem Lied ist unwiderruflich Schluss. Unter dem Strich, ein großes Konzert. Ich kann jedem nur raten, der die gleichen Vorurteile gegenüber IC hat, wie ich sie pflegte, sich ein Solokonzert von IC mit Gitarre und Flügel anzutun. Das was dort geboten wird ist allerbeste Liveunterhaltung. Und in gewisser Weise ganz und gar nicht mit dem vergleichbar, was es auf Tonträgern zu hören gibt. IC live ist ungekünstelte, gradlinige Musik mit Herz, Seele und Inhalt, vorgetragen von einem der etwas zu sagen hat, Musik machen kann und es Song für Song mit Leidenschaft tut. Foto Impressionen: ![]()
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