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Haase-Fantreffen in der Illing- mühle am 7. August 2010 (Teil 1) Bericht: Hartmut Helms Fotos: Hartmut Helms
Das ist jetzt, verdammt noch mal, über m-zig Jahre her und als ich an diesem Samstag wieder durch den Ort fuhr, meinte ich, meine Musiklehrerin Renate würde jeden Augenblick auf dem Weg runter zur Herberge auftauchen und mir zuwinken. Dabei hatte ich sie gerade erst ein Wochenende vorher in Berlin besucht. Also fahre ich durch den kleinen Kurort weiter auf der Kammstraße in Richtung Altenberg, dorthin, wo zwischen den Wiesen ein steiler und schmaler Weg runter in das von Nebelschwaden verhangene Tal zur Illingmühle führt. Hier im Tal der Gimmlitz sammelt sich das Wasser der Berge, das dieses Bächlein zur knapp 30 Kilometer entfernten Freiberger Mulde transportiert. Hier, in diesem abgelegenen Tal, will ich einer von vielen beim ersten HAASE-Fantreffen sein.
Im Halbdunkel des Holzhauses stolpert man über Schienenreste, Bretter und Kabel. Ein langer Tisch mit Bänken ist zu erkennen und der Längsseite gegenüber, auf einem Podium, sind Instrumente aufgebaut. Dazwischen plätschert ein Teil der Gimmlitz durch den Raum und genau darin stehen die Mikrofonständer, darüber hängen die Kabel und Schweinwerfer. Improvisieren ist des "Ossi's" liebstes Spiel. Die meisten Gesichter sind mir unbekannt, doch irgendwann fühle ich mich dazu gehörig. Mit TINA POWILEIT komme ich ins Gespräch und alte Fotodokumente und das LP-Cover von MONA LISE zu einem Autogramm. Ich entdecke den Basskrahn von RENFT und später begreife ich auch, dass der hierher "UNBEKANNT VERZOGEN" ist. Davon hatte ich schon einiges vernommen, heute und später würde ich auch einen musikalischen Eindruck bekommen. Drinnen musiziert inzwischen ein Amerikaner namens WAYNE GRAJEDA im Stile eines Singer- und Songwriters, unterstützt von RENE SCHOSTAK, dem Haase-Gitarristen. Vor allem die leicht angejazzten und eher swingenden Stücke mit Rene's perlenden Gitarrensoli gehen mir ins Ohr. Später am Abend spielen auf dem schmalen Holzsteg KLARtext, die Kundi-Band, ihre rockenden Lied-Geschichten von "Trampern" und "Gipfelstürmern" und HAASE eine kurze Session mit SCHLOUSSEN, PATTI und Tina als UNBEKANNT VERZOGEN. Das machte neugierig und Lust auf mehr. Noch später trifft AXEL STILLER aus Dresden ein. Der musste zunächst seine "fresswütige" Katze versorgen und hatte seinen Nachtschlaf im Wartezimmer eines Tierarztes verbracht. Das war ihm allerdings bei seinen Liedern und dem "von den Tauben" nicht anzumerken.
Um die Mitternachtsstunde ist es vor der Holzhütte stockdunkel. Im Tal hallen die Klänge vom HAASE, die sich durch die offenen Fenster und Türen zwängen, wider und die Lichter aus den wenigen Häusern weisen mir den Weg zur Wiese, wo mein Blechfreund wartet. Während der Fahrt hoch zur Kammstraße frage ich mich, wie die da unten im winterlichen Schnee und Eis wohl in der Woche zu ihren frischen Brötchen oder sonntags in die Kirche kommen. Als ich in der Frühe die Lichter von Dresden im Tal erblicke, bin ich froh, die schmalen und nassen Straßen hinter mir gelassen zu haben, aber auch ein wenig traurig, jetzt nicht unten im Gimmlitztal das ausklingende Treffen miterleben zu können. Beim Einschlafen in der dritten Morgenstunde träume ich mich dann schon zur zweiten Auflage von HAASE, der Band, den Musikanten und "De Bärbl". Bis denne!
Fotoimpressionen:
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