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Four Roses live am 11. Juni 2010 beim Stadtfest in Döbeln Bericht: Gundolf Zimmermann Fotos: Gundolf Zimmermann
Frontmann Thomas „Rose“ Rosanki verkündete dann ironisch, dass es jetzt 21.30 Uhr sei, und ohne lange Vorrede begann die Band ordentlich zu rocken. For Roses ist eine Coverband, aber eine von den guten ihres Metiers. Die vier Musiker sind allesamt Profis und spielten vorher schon in anderen Bands. Frontmann "Rose" spielte unter anderem Ende der 80er Jahre bei der ostdeutschen Heavy Metal–Bands "Cobra" und "Metall". "P 70" und "Factory of Art" sind nur einige Stationen von Gitarrist Heiko „Flecke“ Flechsig. Auch Schlagzeuger Henri Dassler sammelte schon Erfahrungen in anderen Bands, u.a. bei "Jamborree" und bei Tino Standhaft. Basser Ingo Paul tourt aktuell auch noch im Duo mit Sabine Martick als "Take It Naked" durch die Gegend. Frühere Stationen von ihm sind "Pauls neue Rock–AG", "Steam" und "Dr. Jenzz". Vor dem geschichtlichen Hintergrund verwundert es nicht, dass die vier es auf der Bühne ordentlich krachen lassen. Energiegeladener und kraftvoller Rock hieß die Marschrichtung, die Four Roses auch gestern einschlug. Da wurde also nicht geschmachtet oder weichgespült. Ganz im Gegenteil, in der Fassung von Four Roses sind für mich sogar solche unseligen Titel wie „Let Me Entertain You“ von Robbie Williams oder „Enjoy The Silence“ von Depeche Mode durchaus hörbar. Besonders "Rose" und Ingo taten auch eine ganze Menge, um das Publikum in Fahrt zu bringen. Da wurde heftig gepost, gerockt und auch öfter der Weg zum Bühnenrand gesucht. Die Setlist enthielt eigentlich nur bekannte Gassenhauer wie „With Or Without“ von U2 und „Message In A Bootle“ von The Police. Bei „Blumen aus Eis“ konnte ich mich ganz dunkel daran erinnern, dass Karat mal eine Rockband war. Thomas „Rose“ Rosanski wurde nicht müde und auch sein Umgang mit dem Mikrofonständer hatte was. Vorsichtshalber hielt ich da immer etwas Abstand von der Bühne ;-)
Besonders wenn er bei einigen Liedern andere im Original vorkommenden Instrumente ersetzen muss. So ersetzt er bei dem Deep Purple–Klassiker „Perfect Stranger“ die Orgel. Aber sein absolutes Prunkstück lieferte er bei Citys „Am Fenster“ ab! Was er da als „Geigensolo“ zelebrierte, war traumhaft und klang wie von einem anderen Musikstern. Ingo Paul spielte einen kräftig–deftigen und blubbernden Bass. Wenn man direkt vor den Boxen stand, kribbelte es einem schon im Bauch. Henri Weihrauch sah an seinem Instrument von weitem aus, als könnte er kein Wässerchen trübern. Aber der Eindruck täuschte, denn Henri hat seine Felle und Becken auf das Heftigste bearbeitet. Das sah zwar unspektakulär aus, aber er erzeugte doch ein großartiges, donnerndes und grollendes Trommelgewitter. Das wunderbare irische Volkslied „Whisky in the Jar“, das in der Fassung der Band Thin Lizzy weltberühmt wurde, schlug für mich dann doch indirekt den Bogen vom Getränk "Four Roses" zur auf der Bühne agierenden Band. Doch ich blieb bei meinem Mineralwasser, obwohl zu dieser Party auch ein guter Whisky gepasst hätte. Zum Ende hin wurde es auf der Bühne mit „Song 2“ von Blur und der The Clash-Perle „Should I Stay, Or Should I Go“ noch einmal richtig punkig. Mit „Smells Like Teen Sprit“ spielten Four Roses auch einen der wichtigsten Songs der neunziger Jahre. Mit „Ring Of Fire“ versuchte die Band noch einmal das Publikum zum Mitsingen zu motivieren, aber das Stadtfestpublikum war etwas träge. Obwohl den Zuschauern die Mugge gut gefiel, hielten sich die Leute lieber an ihrem Getränk fest und besahen sich das Ganze also wie eine TV–Show. „Purple Rain“ von Prince kann durchaus fett und kräftig klingend. Die vier Rosen bewiesen das zum Abschluss noch mal ganz eindrucksvoll. Nach der satten 2,5 Stunden dauernden Rockshow machte ich mich ziemlich schnell auf dem Heimweg, denn mir steckte mal wieder die Arbeitswoche ganz schön in den Knochen. Schlaf ist ja bekanntlich die beste Medizin gegen Schlafmangel, und ich freute mich während der Fahrt schon sehr auf meine Koje.
Fotoimpressionen:
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