Bericht:
Reinhard Baer

Fotos:
Reinhard Baer





FOUR ROSES im Neu Helgoland: Aller guten Dinge sind drei...
Es war ein anstrengendes Muggen-Wochenende für mich. Am Freitag habe ich im Lindenpark Potsdam beim Auftaktkonzert der Rockhaus-Tour zum neuen Album die Fotos geschossen, und am Samstag habe ich mich auf den Weg nach Berlin an den kleinen Müggelsee ins Neu Helgoland zum Konzert der Gruppe FOUR ROSES gemacht.
Als ich am Samstag um kurz vor 20:30 Uhr am Neu Helgoland ankam dachte ich anfangs noch, ich hätte mich im Tag geirrt. War doch bei den letzten beiden Veranstaltungen, welche ich hier besuchte (Stern-Combo Meißen und Modern Soul Band) der Parkplatz gerammelt voll, so stand diesmal kaum ein Auto hier. Für mich also kein Problem, einen Stellplatz zu finden. Im Saal saßen auch nicht viele Leute aber auf den Tischen standen mehrere Schilder mit der Aufschrift "Reserviert". Also werden sicherlich noch Leute kommen. Am Eingang neben dem Einlass erkannte ich "Rose", oder besser gesagt Thomas, den Sänger und Gitarristen der Band. Ich kannte ihn bis dahin noch nicht persönlich, hatte ihn aber auf dem Plakat erkannt. Ich stellte mich ihm kurz vor und als ich was von "Deutsche Mugge" sagte, meinte er, dass die Band fast ausschließlich nur englischsprachige Titel spielen würde. Auf Deutsch höchstens was von City, aber sonst nicht viel. Ich konnte "Rose" aber schnell aufklären. Ich sagte ihm, dass "Deutsche Mugge" konzert-technisch nicht auf die deutsche Sprache festgenagelt ist. Gerade was die Live-Szene in Deutschland betrifft, sind wir sehr offen und besuchen gerne jedes Konzert, auf dem es etwas Außergewöhnliches zu erleben gibt. Völlig egal, ob da deutsch, russisch, englisch oder französisch gesungen wird. Hauptsache die "Mugge" findet auf deutschem Boden statt (Quasi eine "deutsche Mugge" ;-)).


Die FOUR ROSES

Bis gegen 21:00 Uhr füllte sich der Saal dann auch noch sehr gut mit Konzertbesuchern. Meine anfänglichen Befürchtungen, es könnte heute leer bleiben, bestätigten sich also nicht. Wunderbar! So kamen z.B. auch einige angemeldete Reisegruppen - wie ich erfuhr aus NRW, Braunschweig und Dresden -, so dass die Band doch vor einem sehr gut gefüllten Saal spielte.

Die Gruppe FOUR ROSES kommt aus Leipzig, und die Band besteht seit etwa elf Jahren. Zu den FOUR ROSES gehören derzeit Thomas 'Rose' Rosanski (Gesang und Gitarre), Heiko 'Flecke' Flechsig (Leadgitarre, Background-Gesang), Ingo Paul (Bass, Background- und Leadgesang) und Henri Dassler (Drums). Vom Äußeren entsprechen sie einer Rockband, wie es sie in den 70er und auch noch in den 80er Jahren gab: schulterlanges Haar und keineswegs irgendwelche "noblen" Klamotten. Keine bunte Kleidung, toupierte Frisuren oder Makeup, wie diese später aufkommenden Poser-Bands das als äußeres Erkennungsmerkmal einsetzten. FOUR ROSES ist definitiv eine waschechte Rockband! Originell fand ich z.B. die aus schwarzen und weißen Stoffstücken zusammengesetzte Hose von Heiko 'Flecke' Flechsig.
Im Neu Helgoland gastierten die FOUR ROSES am Samstag zum dritten Mal. Das Repertoire der Gruppe besteht aus gecoverten Songs quer durch den Rock- und Pop-Gemüsegarten. Es geht von Heavy Metal über klassischen Rock, über Disco-Sound bis fast hin zum Schlager. Oder anders gesagt: es werden Titel von Motörhead, Deep Purple, Jimi Hendrix, Tom Petty, Chris Rea, Neil Young, Rolling Stones, Beatles, Pink Floyd oder Dire Straits gespielt. Aber auch deutsche Songs kommen nicht zu kurz, auch wenn 'Rose' eingangs meinte, sie seien eher in der Minderheit. Aus diesem Bereich gibt's z.B. Rio Reiser und CITY zu hören. Auch die Roten Gitarren aus Polen müssen dran glauben.


...das volle Besteck

Als die Band dann um 21:00 Uhr auf die Bühne kam und 'Rose' in den Saal rief "schönen guten Abend", ging es anschließend mit Chris Rea's "Road To Hell" los, gefolgt von Tom Petty's "I Won't Back Down". Noch einige Titel musste die Band spielen, dann wagten sich die ersten Tänzer auf die Tanzfläche. Die meissten Titel spielte FOUR ROSES im Original-Arrangement, bei einigen Stücken gab es eigene Interpretationen. Im Original wurde z.B. der Rolling Stones-Titel "Anybody Seen My Baby" mit der bekannten Basslinie gespielt. Den nächste Stones-Song "Dead Flowers" sang Ingo. Das Arrangement von "Ring Of Fire" entsprach nicht dem Original von Johnny Cash; hier gab es harte Gitarrenriffs und das ganze klang sehr rockig. Gitarrist 'Flecke', den ich immer etwas in der Ecke hinter dem Vorhang sah, brauchte sich ob seines Gitarrenspiels in keinster Weise zu verstecken. Ob bei "Sultans Of Swing" von den Dire Straits, "While My Guitar Gently Weeps" von den Beatles, "Purple Haze" von Jimi Hendrix oder "Like A Hurricane" von Neil Young, überall lieferte er eine einwandfreie Arbeit auf seiner Ibanez ab. Dass eine Gitarre wie eine Hammond-Orgel klingen kann, zeigte er bei "Perfect Strangers" von Deep Purple, und bei "Am Fenster" von CITY ersetzte die Gitarre die Geige. Nicht nur, dass Ton für Ton nachgespielt wurde, mittels Effektgeräten und Lautstärkeregler am Instrument sowie einer ausgeklügelten Spieltechnik klang es auch wie eine Geige. "Am Fenster" wird besonders bei Auftritten der Band in den alten Bundesländern oft vom Publikum gefordert. Ein weiterer kleiner Höhepunkt war der Titel "Neh Nah Neh Nah" von Vaya Con Dios, ebenfalls mit einer soliden Gitarrenleistung sowohl von 'Flecke' als auch von Thomas 'Rose' Rosanski. Letzterer bewältigte den größten Teil der Gesangsparts. Dabei begleitete er sich mal auf der Ovation-Akustikgitarre, mal auf einer Stratocaster. Bei einigen Songs wurde ohne Gitarre mit dem Mikrofon in der Hand oder den Mikrofonständer haltend gesungen.

Ingo stand auf der rechten Seite der Bühne. An seinem Bass hingen einige bunte Tücher, die am Gurtknauf befestigt waren. Die Band gönnte sich während ihres über 3-stündigen Konzertes nur zwei kleine Pausen.

Als es dann nach 0:00 Uhr endlich Schluss sein sollte, gab es natürlich Rufe nach Zugaben. Da das Neu Helgoland auch ein Hotel ist und Gäste im Hause waren, sollte um 0.30 Uhr spätestens Ruhe sein, und die wenigen Minuten bis dahin wurden noch mit Zugaben ausgefüllt. Im Laufe des Abends war bereits "Another Brick In The Wall" von Pink Floyd gespielt worden. Jetzt gab es noch "Wish You Were Here" und "Run Like Hell". Als letzten Titel spielte die Band dann von den Roten Gitarren das "Weiße Boot", etwas mit einem Augenzwinkern vorgetragen, denn der polnische Dialekt wurde hier beim Gesang nachempfunden. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass sowas beim Publikum sehr gut ankommt. Bei der letzten Strophe dieses Klassikers gab es allerdings einen kleinen Break, und plötzlich klang das "Weiße Boot" so, als ob die Toten Hosen ihn spielen würden.

Am Ende des Konzertes dankte 'Rose' allen dafür, dass sie bei der Kälte nicht davor zurückgeschreckt sind, den Weg ins Neu Helgoland am Müggelsee zu finden. Er dankte René, der für den guten Ton und gutes Licht sorgte, und es gab ein besonderes Dankeschön an Michelle, eine junge Dame, die alleine den Einlass organisierte. Die Band ging von der Bühne, und ich begab mich wieder auf die Landstraße, die inzwischen etwas glatt geworden war. Immer noch die Four Roses im Ohr war ich nach einer Stunde wieder zu Hause.





Die nächsten Termine:
07.02.2012 - Leipzig - Anker (2 Roses)
11.02.2012 - Zwickau - Rockcafè Ringkeller
17.02.2012 - Taucha - Café Esprit (2 Roses)
18.02.2012 - Magdeburg - Gaststätte am Schiffshebewerk
24.02.2012 - Leipzig - Gasthof Hohenheida
25.02.2012 - Schkeuditz - Kulturhaus Sonne
02.03.2012 - Leipzig - Gaststätte "Seilbahn"
10.03.2012 - Wolfsburg - Privatkonzert
16.03.2012 - Hamburg - Marias Ballroom
17.03.2012 - Stralsund - Kulturschmiede Stralsund
24.03.2012 - Leipzig - HT L.E.
30.03.2012 - Leipzig - Tonelli's
31.03.2012 - Waldheim - Alte Brauerei Richzenhain
weitere Infos und Termine auf der bandeigenen Homepage


Bitte beachtet auch:
- Off. Homepage der FOUR ROSES: www.fourroses.de
- Homepage des NEU HELGOLAND: www.neu-helgoland.de




Live-Impressionen:

Auf der Bühne...



































































Nicht auf der Bühne...
...aber trotzdem sehr wichtig:


Ton und Licht: René


Organisation am Einlass: Michelle