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Festival „Für Ehrlichkeit, Offenheit und Toleranz“ am 29. Mai 2010 in Dresden (mit Akim Jensch, AufSturz, Lautmaler, Tommy S., Stefan Lux Band, u.v.a.) Bericht: Gundolf Zimmermann Fotos: Gundolf Zimmermann
Mein Bienchen wartete auch schon im Zwinger ungeduldig auf Auslauf und Spielstunde. Andere Dinge mussten auch noch erledigt werden. Es blieb gerade noch Zeit, um mich etwas frisch zu machen. Um 15.00 Uhr stieg ich in meine Kalesche und auf ging es Richtung Dresden. Ich kam noch rechtzeitig am Sportplatz Dresden–Strehlen an. Vertraute Fetzen Musik empfingen mich und als ich näher kam, sah ich die vier Experten der Liederrock-Brigade AufSturz fleißig beim Soundcheck wirken. Ich hatte also nichts verpasst und konnte erstmal ganz in Ruhe mit lieben Freunden wie zum Beispiel Akim und Tommy ein paar Begrüßungsworte wechseln. Es waren ja jede Menge liebe Menschen zu begrüßen, Musiker, Leute vom Verein sowie die üblichen Verdächtigen vom Puhdys-Forum. Mit Sunny aus Magdeburg hatte ich aber nicht gerechnet. Sie gehört schon lange zu den treuesten Fans von AufSturz und in der Magdeburger Gegend habe ich sie in der Vergangenheit mehrmals bei Konzerten getroffen. Natürlich war sie korrekt gekleidet. Nun waren wir schon zwei mit AufSturz-Shirt. Ich merke schon, dass ich wieder zu weit aushole, aber das ist ein altbekanntes Phänomen, wer wenig Zeit hat, schreibt automatisch mehr. Doch ich bemühe mich ja schon auf den berühmten Punkt zu kommen.
Die Sonne schien besonders hell und mir kam es so vor, als wenn sie den Veranstaltern damit Mut geben wollte. Zuschauer waren mittlerweile auch schon da, aber ein paar mehr hätten es schon sein dürfen. Verdient hätte es das Festival allemal. Doch Dresden ist ein schweres Pflaster, und es waren in der Umgebung am selben Tag auch noch jede Menge andere Veranstaltungen, wie das Bluesfestival im „Tante Je“ sowie die Stadtfeste in Heidenau und Coswig.
Den musikalischen Reigen eröffneten Tommy S. und sein Bühnenpartner André Hellwig. Wer an diesem Tag große Reden und Parolen erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Musik und die Künstler sprachen schon für sich. Tommy S. begrüßte die Gäste kurz, knapp und herzlich. Der Dresdner Liedermacher hatte sich ganz bewusst entschieden, die undankbare Aufgabe des ersten Kulturbeitrages zu übernehmen. Der Auftritt war sehr kurz gehalten, aber das sprichwörtliche Eis war erstmal gebrochen. Tommy hat das unter anderem dadurch geschafft, dass er ein sehr bekanntes Lied von Gerhard Gundermann interpretierte. Dieses Lied kennen viele Leute und Tommy’s außergewöhnliche, intensive Stimme kommt dabei ganz besonders zum Tragen. Aus seinem Innersten heraus fanden seine Töne den Weg in die Ohren des Publikums und erreichte dabei auch so manche Seele. Für mich war das ja keine Überraschung, denn oft genug habe ich ihn schon singen gehört. Aber ich freute mich sehr, dass unsere Musikexpertin aus dem Striegistal von Tommy`s Gesang total beeindruckt und gefesselt war.
Bei so einer tollen Atmosphäre fühlte sich wohl jeder wohl. Der nächste Künstler war Jan Koch aus Berlin. Er stellte sich unter anderem mit seinem Lied „Versager“ vor. Nun als Versager würde ich Koch nicht gerade bezeichnen. Was er in Dresden gespielt hat, war völlig okay und gute Liedermachermugge. Aber er kam mir sehr zurückhaltend vor. Ich mag mich ja täuschen, aber irgendwie fehlte meiner Meinung nach der richtige Funken. Mag sein, dass es daran lag, dass ich Jan Koch bisher nicht kannte.
Es wurde Zeit für die erste Band und das waren die Lautmaler aus Berlin. Miri, Manfred und Olaf entführten uns wieder in ihre außergewöhnlichen Klangwelten. Ihre Musik passt in keine der herkömmlichen Schubladen. Sie ist vielfältig, bedient sich verschiedener Stilelemente von Jazz, über Folk bis hin zu klassisch klingenden Tönen. Die drei Musiker verzauberten mit Miri’s Gesangsstimme, zwei Gitarren und wechselnden zusätzlichen Instrumenten. Die verträumten, romantischen, nachdenklichen Texte brauchen keinen Lärm, sondern entfalten sich gerade bei dieser sparsamen Instrumentierung besonders intensiv. Manfred Gruber ist ein Ausnahmegitarrist, der wieder wunderbare Melodien aus den sechs Saiten seiner akustischen Gitarre herausholte. Miri beeindruckte die Zuhörer mit ihrer phantastischen, zarten Stimme, die ganz hervorragend zur Musik der Lautmaler passt. Olaf Garbow zeigte sein Können wieder an den verschiedenen Flöten, Pfeifen, an der Maultrommel und anderen Trommeln. Der Mann ist einfach Klasse, hat immer einen lustigen Kommentar bereit, und er geht in seinen vielen Instrumenten einfach auf. Wenn die Instrumente nicht mehr reichen, dann pfeift er eine Melodie auch einfach mal so ins Mikro. Neben ihren bekannten Liedern wie „Reiselust“ oder „Luftschloss“ hatten die Lautmaler auch zwei neue Lieder im Gepäck, eines davon hieß „Turmuhr“. Mein Kumpel Uwe ist ja sonst nicht so leicht zu beeindrucken, doch die Lautmaler hatten es ihm auf Anhieb angetan. Nach dem Auftritt kaufte er sich sofort ihre CD „Denkräume und Klangwelten“.
Ganz stark war natürlich auch ihre Interpretation von Stoppok’s „Aus dem Beton“. Da kam bei mir richtig Freude auf. Doch eines muss ich kritisieren: das Keimzeit’sche „Kling Klang“ musste nun wirklich nicht sein. Bei dem Lied bekomme ich mittlerweile automatisch Ohrenkrebs und da ist es auch egal, wer das gerade spielt. Trotzdem war die Mugge von AufSturz eine runde Sache. Für mich persönlich waren sie sogar der Höhepunkt des Tages. Einige Besucher forderten noch mehr von AufSturz, aber das Organisationskommitee kannte kein Erbarmen und hielt am Zeitplan fest.
Wenn ein Liedermacher die richtigen Mitstreiter findet, kann aus der Liedermacherei ganz schnell gute und handgemachte Rockmusik werden. Das muss nicht immer und bei jedem funktionieren. Aber bei der Stefan Lux Band klappt das bestens. Stefan und Robert spielten Anfang des Jahrtausends schon zusammen bei den Muggefuckers und Stefan schlug nach seinem Ausstieg bei der Band erst einmal Solopfade ein. Er machte sich schnell einen Namen als Liedermacher. Als er dann Robert mal wieder traf, spielte man fortan im Duo mit Gitarre und Bass. Das klang schon wieder rockiger. Seit letztem Jahr ist die Stefan Lux Band mit Schlagzeuger Lars Mothes und Gitarrist Konrad Hartsch komplett.
Ab 22.45 Uhr wurde flink abgebaut und die Technik verstaut. Doch die Nacht war noch zu jung und so trafen sich Musiker, Helfer und Freunde anschließend noch in den Räumlichkeiten des „IDEE 01239 e.V.“ und ließ den Abend bei Musik zur Gitarre sowie netten Gesprächen ganz langsam ausklingen. Lieder von Gundi, MTS und Amor & den Kids sorgten noch mal für Stimmung. Doch die Helden und auch ich wurden langsam müde. Kurz nach 3.00 Uhr wurden die Gitarren verpackt, der letzte Schluck getrunken und jeder trat den Weg nach Hause bzw. ins Quartier an. Etwa eine Stunde rollte auch ich endlich auf dem heimischen Hof.
Fotoimpressionen:
Beobachtungen am Rande: ![]()
Organisator Lutz Stein ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt "Tommy S." ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt "Jan Koch" ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt "Akim Jensch" ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt "Lautmaler" ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt "AufSturz" ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt "Thomas Koppe" ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt "Stefan Lux Band" ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Aftershow-Party ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |