Bericht: Holger Stürenburg
Fotos: Sylvia Canel






Ein (nicht geringer) Hauch von "Woodstock" wehte (bzw. eher stürmte) am vergangenen Samstag, dem 28. August 2010, über dem "Luruper Bogen" der Trabrennbahn zu Hamburg-Bahrenfeld. Im Rahmen des viertägigen "HAMBURGER KULTURSOMMERS 2010", hatten die Verantwortlichen des rührigen Konzertveranstalters "FKP SCORPIO" zum "CLASSIC ROCK FESTIVAL" geladen. Dieses bedeutete für die meisten der insgesamt ca. 4.000 Zuschauer - darunter mehrheitlich gestandene Altrocker, weitaus weniger ‚Nachgeborene' - eine spektakuläre Zeitreise in die Ära von APO, Rudi Dutschke, Kurt Kiesinger, "Make Love - not War" und "Unter den Talaren - der Muff von Tausend Jahren".

Fünf Bands aus jenen Tagen hatte "FKP Scorpio" gebucht. Die meisten derer überzeugten auf ganzer Linie. Los ging's, gegen 14.00 Uhr mit der britischen Bluesrock-Legende "TEN YEARS AFTER". Die 1967 begründete Truppe bestach durch ehrlichen, trockenen, authentischen Blues - selbst, wenn der Urvater von "Zehn Jahre A****" (Holger Stürenburg), Alvin Lee, bereits 2003 sein musikalisches Ziehkind zugunsten einer Solokarriere verlassen hatte, und durch den wesentlich jüngeren, erst 33-jährigen Gitarristen und Sänger JOE GOOCH ersetzt wurde, haben die Qualität des gelebten Blues und die Spielfreude des Quartetts keinesfalls nachgelassen.
Gemeinsam mit den drei Gründungsmitgliedern Ric Lee (dr), Leo Lyons (b) und Chick Churchill (key), führte der 33jährige Jungspund das in Nostalgie schwelgende Auditorium durch die Untiefen des mal schwerfällig rockenden ("Love like a Man"), mal Hippie-mäßig verträumten ("I'd loved to change the World"), oder - DER Tophit aus 1969 - rasenden, gehetzten, treibenden Blues ("I'm going Home") in allen Facetten. Der Bassist "schlug" zum Ende hin sein Instrument regelrecht, Joes Gitarrenparts brannten förmlich - wohlmundende Zitate aus "Blue Suede Shoes", "Hound Dog" (Elvis Presley) oder "Whole lotta shakin' going on" (Jerry Lee Lewis) kamen integrativ zum Einsatz. Die ellenlangen Duelle zwischen Gitarre und Bass waren einfach nur köstlich anzuhören und gleichermaßen mit viel Liebe zum Detail ausgetüftelt. "Ten Years After" dürften also auch über 40 Years nach ihren größten Erfolgen noch für so Einiges zu haben sein!

Kurz darauf betrat ein sichtlich neben sich stehender ROGER CHAPMAN, zusammen mit seiner fünfköpfigen Begleitband "THE SHORTLIST", die Bühne des sich zunehmend füllenden Open-Air-Geländes in Bahrenfeld.
Zwar zählte von jeher ein gewisses "Quäken", "Röcheln" und "Wiehern" zum unkopierbaren Markenzeichen des 68-jährigen Leicesters - doch anno 2010 konnten sich selbst die tolerantesten Ohren nur darüber wundern, wie sich ein so geschichtsträchtiger Künstler, wie "Chappo" fraglos einer ist, mittels eines blamablen Auftritts der Lächerlichkeit preisgab. Er traf kaum einen Ton, vergaß seine Texte - sogar diejenigen, die er seinerzeit selbst geschrieben hatte - und wusste bei der Bandvorstellung nicht mal mehr den Namen seines Bassisten...
Das Songprogramm als solches war einwandfrei, keine Frage - es wurde nur seitens des Hauptakteurs unglücklich umgesetzt. Außerdem fehlten diesmal die allgemein gewohnten zwei oder drei Chor-Mädels, die früher manch stimmlichen Ausfall Chapmans soulig ausglichen; die Chorpassagen übernahm der Gitarrist, dessen Stimmorgan mit dem seines musikalischen Chefs in keiner Weise kompatibel war.
In den Eröffner "Sweet Vanilla" (1984, aus der LP "The Shadow knows") integrierte "Chappo" Bo Diddleys 1956er-Bluesopus "Who do you Love?". Es folgten hymnische, gediegene Perlen des poporientierten Blues, wie z.B. "Hyenas only laugh for Fun", "Prisoner", "Stone free/Bitches Brew" (alle 1981). Beim edlen Pop/Rock-Blues "Kiss my Soul (Gypsy Kiss)" (1996) kamen Akkordeon und Bouzuki - eigentlich ja bluesuntypisches Instrumentarium - zum gelungenen Einsatz. Ausführlich, Dank eines Gitarrensolos von Geoff Whitehorn, der von jeher zu "The Shortlist" zählt, erklang "He was... She was", ein brodelnder Bluesrocker, der seit 1980 bei keinem "Chappo"-Auftritt fehlen darf. Diesmal verband der Whisky-Experte aus der Grafschaft Leicestershire diesen Titel mit dem sozialkritischen US-Folk/Country-Song "Sixteen Tons", den wir in Deutschland zumeist mit der Betextung "Sie hieß Mary-Ann", interpretiert von u.a. Freddy Quinn, Ralf Bendix oder Achim Reichel, kennen. Doch der Hauptakteur zerstörte aufgrund stimmlicher Patzer ein ums andere Mal Coverversionen, wie eigene Kreationen. Die Kommunikation mit dem Publikum erfolgte in einer Weise, die selbst die besten Kenner der englischen Sprache kaum nachvollziehen konnten. Das Gegrunze, oft inhaltlich wirr, tat nicht wenigen Anwesenden geradezu weh. Zudem zeigte sich "Chappo" in gewisser Hinsicht als "Kommissar Schimanski des Bluesrock". Während Götz George zu seinen Hochzeiten als "Tatort"-Mogul erwiesenermaßen bis zu 88 (!) Mal pro Folge der unschlagbaren TV-Krimiserie das Unwort "Sch*****" nutzte, diente bei Chapmans (ohnehin recht fragwürdigen) Zwischentexten und Song-Anmoderationen "F***ing" als meist gebrauchte Vokabel - meine inzwischen eingetroffenen Begleiter/Photographen, eine befreundete Bundestagsabgeordnete und deren Persönlicher Referent, und ich konnten uns vor Lachen kaum noch halten...
Bei des Verfassers absolutem Chapman-Songfavoriten "The Unknown Soldier (Can't get to Heaven)" (1980) - hier musste George Gershwins Jazzstandart "I got Rhythm" als Interlude herhalten - konnte sich derselbe, bekanntlich jeglicher Form von Arroganz und/oder Anmaßung abhold, die Bemerkung nicht verkneifen, er habe den Text des romantischen, hymnischen, eingängigen Blues-Ohrwurms besser drauf, als dessen Protagonist auf dem "Classic Rock Festival" ad Personam. Wie bei nicht wenigen seiner selbstverfassten Nummern, verhaspelte sich Chapman wiederum bei der Intonation - es tat einem langjährigen Verehrer "Chappos", wie dem Rezensenten, von Grund auf leid, wie sich ein derart kreativer Musiker an jenem Nachmittag eigenverantwortlich von seinem hart und ehrlich erarbeiteten Thron stieß.
Mit "Who pulled the Nite down", entstammend des "Quäkers" Solodebüt "Chappo" (1979), endete die Aufwartung eines eigentlichen Könners, der aber - zumindest letzten Samstag in Bahrenfeld - eine derart erbärmliche Figur abgab, die diesem letzten Endes ganz und gar nicht würdig ist. Ich habe seit 1984 bestimmt an die 15/20 Konzerte von Roger Chapman besucht - und war ein ums andere Mal schlichtweg hingerissen. Im Rahmen des "Classic Rock Festivals" 2010 war nicht nur meine Wenigkeit enttäuscht von der - oft wahrlich peinlichen - Aufwartung eines der größten, bodenständigsten und authentischsten Heroen poppigen Bluesrocks. Die anderen Besucher des Festivals sahen dies vermutlich genauso. Normalerweise drängen die Fans den jeweils auftretenden Act zur Darreichung von Zugaben. Diesmal war es genau umgekehrt. Kaum jemand im Auditorium rief nach einer "Zu-ga-be" - doch Chapman und Band betraten erneut die ‚Bretter, die die Welt bedeuten', und zwangen dem entnervten Publikum regelrecht den kommerziell erfolgreichsten Beitrag aus dem endlosen Songkatalog der trinkfesten Bluesrock-Ikone auf: "Shadow on the Wall" ist eine Komposition des britischen Klangzauberers/Arrangeurs Mike Oldfield, die im Herbst 1983, eingesungen von Roger Chapman, immerhin Rang 3 der hiesigen Single-Hitparaden zu erreichen vermochte, und seitdem als unverbrüchlicher Evergreen der 80er Jahre gilt.
So interpretierte "Chappo" - natürlich nicht, ohne das Wort "F***ing" mehrfach zu wiederholen - seinen auf dem Markt rentabelsten Hit, der aber, wie bekannt, unter "Mike Oldfield" und NICHT unter "Roger Chapman" erschien, in einer (viel zu) ausführlichen Auslegung, was vielen noch so gutmütigen Zuschauern letztlich den letzten Nerv raubte. Über zehn Minuten lang, inkl. der von Pubrock-Koryphäe Mickey Jupp ersonnenen ‚Band-Erkennungsmelodie' "They put me on the SHORTLIST" (1978) im Mittelteil, malträtierten "Chappo" und "The Shortlist" unsere Ohren - nicht wenige Anwesende atmeten auf, als dieser schlicht blamable Auftritt zu Ende war.

Es wurde fleißig umgebaut - und nun stand DAS Highlight des "Classic Rock Festivals" auf der Agenda: Das sprichwörtliche ‚Stehaufmännchen' des erdigen Blues, ERIC BURDON, die mutmaßlich beste ‚weiße' Soulstimme zog, von der ersten Sekunde an, seine lauthals mitsingenden Fans (darunter auch der Rezensent und seine erwähnte Begleiterin) in seinen Bann. Der 69-jährige sorgte dafür, dass wir uns über eine Stunde lang mental nicht im Jahr 2010, sondern irgendwo verloren in den wilden 60ern befanden. Augen geschlossen - und schon war das Heute und Hier, zwischen Wirtschaftskrisen, nahezu täglichen Politiker-Rücktritten, und ebenso häufigen Protestpartei-Gründungen, völlig vergessen. Der überaus gut gelaunte Eric Victor Burdon, in Newcastle upon Tyne geboren, vor 30 Jahren einige Zeit lang in Hamburg, im Mittelweg zu Pöseldorf lebend, ließ sogleich den Funken auf das über alle Maßen beeindruckte Publikum überspringen.
Los ging's mit dem trotzigen Überlebenshymnus "It's my Life" (1965), woraufhin wir (augenzwinkernd) wieder ‚jung' wurden: "When I was young" (1967) brachte der lakonische, selbstironische, total stimmstarke Eric B. feurig, anarchisch und frühlingsfrisch rüber, als sei diese zynische Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit erst gestern entstanden. Damals, when Eric was young, gab's die "Beatles", Otis Redding, Muddy Waters, Elvis Presley, James Brown... - und keine Nulpen a la "Tokio Hotel", keinen Hip Hop, Tekkno, Billigpop...
Überzeichnete Depression pur gab's dagegen im psychedelischen Hammondorgel-Klangdrama "Don't bring me down" (1968). Als stimmungsbezogenes Gegenstück kam in Erics Setlist die vermeintliche, sagen wir ruhig: verlogene, oberflächliche Romantik des noch heute überaus nachdenkenswerten, beißend zynischen Hippie-Hymnus "San Franciscan Nights" (1967) zum Zuge. Fetzigen, drallen Boogie-Rock per Excellanze bot der rasende John-Lee-Hooker-Partyblues "Boom, Boom". Erics Keyboarder/Pianist Red Young ‚besprang' geradezu sein Instrument während seines genialischen Solos. Er hämmerte auf das Piano ein, bearbeitete es mit Händen und Füßen (!), hätte er es auch noch angezündet, wäre er womöglich als "Bahrenfelder Jerry Lee Lewis" in die Annalen der Rockhistorie eingegangen...

"I'm just a Soul / who's Intentions are good / oh Lord / please don't let me be misunderstood"... dieses zunächst von Jazz-Lady Nina Simone 1964 bekannt gemachte Lied, hatte Eric ein Jahr später mit seinen "Animals" ebenfalls aufgenommen. Auch mit seiner Sichtweise gelang dem offenbar niemals alternden Vollblutmusiker ein Treffer in den Hitlisten dieser Welt. In Bahrenfeld am letzten Samstag, musste er im Grunde genommen nur noch den Dirigenten mimen: Aus Tausenden Kehlen ertönte Wort für Wort der Text dieses unvergesslichen Klassikers des bluesorientierten Rock, der famos überleitete in den vorläufigen Höhepunkt von Erics Aufwartung auf der Trabrennbahn. Dieser hieß (selbstverständlich) "The House of the Rising Sun", jenes US-amerikanische Traditional, das laut Wikipedia.de bereits 1933 erstmals eingespielt worden sein soll. Eric Burdon & the Animals hatten sich 1964 dieser sagenumwobenen Moritat angenommen, verliehen der einstmals kinderliedhaften Melodie einen bluesigen Unterton, und schufen auf diese Weise nicht nur ihre endgültige ‚Erkennungshymne', sondern gleichermaßen ihren ersten und einzigen, fast weltweiten Nummer-1-Hit. Die Geschichte über ein Puff in New Orleans, das den Ruin für viele bettelarme, aber lustvolle Männer darstellte, präsentierten Eric & Co. 2010 mit einem nur seitens einer Akustikgitarre getragenen Intro, fügten dem Originalarrangement noch eine Prise mehr Bluesfeeling und jazzige Spielereien hinzu. Außerdem erzählte Eric in Form einer Art Talking-Blues einen skurrilen Plot aus der Sicht einer minderjährigen, im "House of the Rising Sun" tätigen Prostituierten, die eines schönen Tages vom US-amerikanischen Rockybilly-Musiker Gene Vincent gebucht wurde...

Nun verschwand Eric vorerst von der Bühne; es erfolgte ein ausführliches Schlagsolo von Brannen Temple, in das sich langsam, aber sicher, Bassist Terry Wilson einfügte - ja, und dann improvisierte die gesamte Truppe über zehn Minuten lang auf der Basis des unvergleichlichen Malocher-Epos "We've gotta get out of the Place" - seit Kinderzeiten ein "Lebens-Hit" für den Autor dieses Berichts. "Girl, there's a better Life for me and you" - ein Klasse Soulrocker, deprimierend und aufmunternd zugleich, in dessen Mittelteil Eric ein paar zeittypische "Love & Peace"-Floskeln ironisch einfließen ließ.
Eric Burdon ist und bleibt einer der größten Blues-, Rock- und Soulmusiker. Oft wurde er abgeschrieben, viele Besserwisser sahen ihn schon in der Gosse, doch er hat sich immer wieder aufgerappelt. Er ist in diversen Stilistiken der U-Musik zu Hause; er zeigte sich in Bahrenfeld als so vornehmer, wie selbstironischer "Elder Statesman" in Bestform. Die Zuhörer waren begeistert - sein trefflich ausgewähltes "Greatest Hits"-Programm ließ nichts zu wünschen übrig. Hoffentlich gibt es bald eine erneute Solotournee dieses kreativen Chaoten, der, allen Unkenrufen zum Trotz, ZUM GLÜCK nicht tot zu kriegen ist!

Um 19.15 Uhr waren dann, nach der obligatorischen Umbaupause, niemand geringeres, als "JETHRO TULL" an der Reihe. Die 1967 von Ian Anderson gegründete Folkrock-Kultband betörte seitdem nicht nur mit unzähligen, teilweise sehr vertrackten, oft extrem langen Klangkaskaden, sondern war auch das aller erste, dem Popgenre zuzurechnende Projekt, welches die zuvor ausschließlich im E-Musik-Kontext eingesetzte Querflöte in die Rockmusik einführte und ihr dort denselben Stellenwert verlieh, wie der elektronischen Leadgitarre.
Frontmann Ian, der zusätzlich so aberwitzige Instrumente wie z.B. Mandoline, Bouzouki, Balalaika, aber auch Konventionelleres wie Gitarre, Bass, Keyboard oder Sopransaxophon beherrscht - übrigens, ohne jemals eine klassische musikalische Ausbildung genossen zu haben, wieselte in Bahrenfeld wie eh und je wild gestikulierend durch die Gegend, überzeugte vehement mit seinem führenden Querflöten-Spiel, wirkte genauso mystisch, mittelaltergemäß und sagen-haft, wie zu Zeiten des Karrierebeginns von "Jethro Tull" anno dazumal. Wie ein junger Gott, sprang Ian herum. Seine 63 Jahre merkte man ihm zu keinem Zeitpunkt an. Vielleicht wirkte er ab und zu einwenig zu selbstverliebt, und wurden manche der ausufernden Improvisationen von manchem Zuhörer als zu lang, zu gleichförmig empfunden - Nichtsdestotrotz lieferten "Jethro Tull" am vergangenen Samstag eine perfekte Show. Ob Hardrock, Blues, Swing oder Folk - all diese Stilistiken beherrscht das Quintett aus der englischen Küstenstadt Blackpool wie aus dem eff-eff.

Folkrock-Arien a la "Songs from the Wood" (1977), "Thick as a Brick" (1972), "Aqualung" (1971) oder "A Change of Horses", welches "Jethro Tull" 2008 gemeinsam mit Anoushka Shankar, der 29jährigen Tochter von - richtig geraten - Ravi S., dem großen indischen Sitar-Virtuosen, aufgenommen hatten, sorgen immer noch für einen wohligen Schauer auf der Haut, selbst, wenn manche dieser Titel schon einige Jährchen auf dem Buckel haben.
Zu den ganz besonderen Momenten zählten z.B. die phantastische "Bourree", die auf einer Suite von Johannes Sebastian Bach basiert und sich seit ihrer Umarbeitung durch "Jethro Tull" 1969 nahezu auf jedem Konzert der querdenkenden, wie querflötenden Folkrock-Götter in deren Repertoire befindet, sowie die "Dire Straits"-ähnliche, knisternde Monumentalballade "Budapest", die erstmals auf dem hervorragenden 1987er-Album "Crest of a Knave" zum Zuge kam.
Die knapp 4.000 Zuschauer waren vollkommen aus dem Häuschen geraten, die Band gab alles, was nur möglich war. Alters- oder Abnutzungserscheinungen waren beim besten Willen nicht zu erkennen! Meine beiden Begleiter und ich warteten nun auf den größten Hit von Ian Anderson & Co.: Dieser ließ auch nicht lange auf sich warten. Als Zugabe ertönte die ‚Generationshymne' "LOCOMOTIVE BREATH", der Jahrhunderthit aus dem Konzeptalbum "Aqualung", das letztlich zeitgleich mit dem Rezensenten im April 1971 veröffentlicht wurde, und als wegweisendes Werk der 70er Jahre in die Geschichte der internationalen Rockmusik eingegangen ist.

Zum Schluß dieser wunderschönen ‚Sentimental Journey' in die ‚Better Days' (Zitat: der Boss) der Rockmusik, traten die hochgelobte Coverband "THE AUSTRALIAN PINK FLOYD SHOW" in Bahrenfeld auf. Die 1988 in Adelaide/South Australia ins Leben gerufene, 12köpfige Band um Sänger/Gitarrist Steve Mac hatte sich zum Ziel gesetzt, die wichtigsten Titel ihrer Idole "Pink Floyd" so originalgetreu, wie es nur geht, nachzuspielen.
Eine sehr rentable Idee, die aber der Rezensent und seine beiden Begleiter nicht mehr wahrnehmen konnten - Politiker und selbstständige Journalisten sind rastlose Menschen, die manchmal einfach aus reinem Sachzwang heraus ihren Zeitplan genau einhalten müssen... Wie ich jedoch vernahm, soll die "Australian Pink Floyd Show" ein äußerst prägnantes Konzert abgeliefert haben, welches die besten Songs der Originalband um Roger Waters und David Gilmour - so z.B. "Another Brick in the Wall", "Money" oder "Wish you were here" - in bestem, frischesten Kontext den Fans zuführte.

Trotz des wechselhaften Wetters, hat sich das "Classic Rock Festival" unzweifelhaft rentiert. Alle Kinder der 60er, 70er und 80er Jahre sollten "FKP Scorpio" dankbar dafür sein, dass diese Firma ihnen ein so tolles, abwechslungsreiches, präzises und historisch bedeutsames Programm ermöglicht hat.
Nach "Jethro Tull" fuhren meine Begleiter und ich in Richtung nach Hause; am S-Bahnhof Elbgaustraße verabschiedete ich mich mit einem kräftigen "F***ing" von den beiden, denen das Festival genauso gut gefallen hat, wie mir! Hoffe auf Wiederholung 2011 (und auf ein paar mal weniger die Nutzung des Wortes "F***ing" ; )))





Fotoimpressionen:





Auftritt Roger Chapman:











Auftritt Eric Burdon: