Jackson Browne live am 15. April 2009 in Berlin


Bericht: Petra Heinzel
Fotos: Archiv Jackson Browne, Petra Heinzel





Es schon einige Zeit her, dass ich in der Arena war. Im Jahr 2003 erlebte ich dort ein Konzert der Isländerin Björk. Nun hatte mit Jackson Browne ein Amerikaner zum Konzert geladen. Browne ist eigentlich ein gebürtiger Heidelberger, lebt aber seit seinem dritten Lebensjahr in Los Angeles. Er ist einer der ganz Großen, wurde im Jahr 2004 mit der Aufnahme in die "Rock and Roll Hall of Frame" gewürdigt und wurde vor 2 Jahren auch in die "Songwriter Hall of Frame" aufgenommen. Seit den 60er Jahren befasst sich Jackson Browne mit Musik und war bereits in den 70ern ein bedeutender Liedermacher. Er schrieb den ersten Hit der Eagles "Take It Easy" und seine Musik ist in vielen Filmen zu finden, z.B. auch "Forrest Gump" oder "Miami Vice". Daher war ich sehr neugierig: Wie singt er heute, wie sieht er aus, was für eine Band hat er im Gepäck? Jackson Browne befand sich auf seiner "Time The Conqueror - Tour 2009" (so auch der Titel seines im Jahr 2008 erschienenen Albums. Bereits sein 17.) und machte Station in Berlin. Das sollte man sich also nicht entgehen lassen. Dass die Arena voll werden würde stand außer Frage.
Kurz vor Beginn des Konzertes traf ich in der Arena ein. Vor der großen Bühne waren viele, inzwischen schon voll besetzte, Stuhlreihen aufgestellt. Mittig dahinter war die Technik zu finden und weitere zwei Meter dahinter befanden sich die Ränge. Es hieß also Sitzmugge, woran ich mich natürlich wieder nicht hielt, jedenfalls nicht den überwiegenden Teil des Abends. Schräg links neben der Bühne konnte man die beschrifteten Kisten, in denen die Technik verstaut war, entdecken. Zu Beginn des Konzertes, um 20:07 Uhr, hielt ich mich an der linken Bühnenseite auf, ich wollte alle Musiker aus der Nähe betrachten. In solchen Momenten wird einem erst einmal bewusst, wie groß doch so eine Arena ist, denn spürende Nähe war nicht.
Jackson Browne betrat als erster im Halbdunkeln mit Sonnenbrille die Bühne. Er begrüßte das Publikum und spielte mit seiner Gitarre einen Titel aus den 80er Jahren "Boulevard". Anschließend folgte seine Band: ganz links der Gitarrist Mark Goldenberg, daneben die beiden Backroundsängerinnen Aletha Mills und Chavonne Morris und direkt hinter Jackson Browne der Schlagzeuger Mauricio "Fritz" Lewak. Die rechte vordere Seite nahmen der Bassgitarrist Kevin McCormick ein, und dahinter direkt der Keyboarder Jeff Young. Am Ende des zweiten Titels "Everywhere I Go" riss Jackson Browne stolz seine Gitarre in die Höhe und dankte dem
jubelnden Publikum: "Thank you very much, Danke schön". Für "Barricades Of Heaven" wurde die Arena in blaues Licht gehüllt und die Zuschauer zeigten am Ende riesige Begeisterung. Zwischendurch nahm ich einen Seitenwechsel vor (in der Mitte verweilen war nicht möglich, da man sonst dem sitzenden Publikum die Sicht genommen hätte). Ich stand also plötzlich auf der rechten Seite und hatte hier innerhalb kurzer Zeit das Gefühl, es halten sich dort die "echten" Fans auf. Man wippte im Takt und manch einer tanzte. "Fountain Of Sorrow" spielte Jackson Browne selbst an einem Keyboard. Der Titel der Tour durfte natürlich auch nicht fehlen, hierbei spielte Jackson Browne auf einer E-Gitarre. Es folgten drei weitere Songs des aktuellen Albums. Sobald ein älteres Lied, wie z.B. "Doctor My Eyes", angespielt wurde, spürte man sofort im Publikum eine übermäßige Freude, auch die Backroundsängerinnen klatschten hier im Takt.
Nach einer kurzen Pause ging es mit vier älteren Titeln weiter. Für "For Taking The Trouble" und "Lives In The Balance" wechselte Kevin McCormick zum Electric Upright Bass und Mauricio "Fritz" Lewak saß auf einem Cajon während Mark Goldenberg seiner Gitarre spanische Klänge entlockte. "Lives In The Balance" zählte an diesem Abend zu meinen absoluten Favoriten. Auch im zweiten Teil wurden vier Titel vom aktuellen Album gespielt. Mit "Going Down To Cuba" widmet sich Jackson Browne der Politik, es geht um die aktuelle politische Situation in dem Inselstaat. Er verwies damit auf die erneute Aktualität dieses Themas. Hier wirkte die inhaltliche Aussage mehr als die Melodie, was sicher auch der Sinn des Ganzen sein sollte. Zwischenzeitlich hatte ich erneut die Fronten gewechselt. Nun saß ich ganz oben in der letzten Reihe. Fast mittig hatte ich dann doch den besseren Sound. Von dort aus konnte ich im roten Licht Jeff Young u.a. in "Just Say Yeah" mit seiner Hammondorgel und Mark Goldenbergs Gitarrensolo genießen. Für "Culver Moon" erstrahlte die Arena wieder im blauen Licht, "The Pretender" hingegen ist ein sehr berührender Song. Als aber die ersten Töne von "Running On Empty" erklangen waren die Fans sofort aus dem Häuschen, sie feierten diesen berühmt berüchtigten Song. Die Zugabe "Somebodys Baby" erkannte das Publikum auch auf Anhieb, es war schließlich der Soundtrack zum Film "Fast Times At Ridgemont High". Beim letzten Titel des Konzertabends sangen dann alle: "Oh won`t you stay just a little bit longer, oh please please stay just a little bit..."

Anmerkung: Leider war das Fotografieren der Band für die Presse nicht erlaubt, so dass wir nur ein paar Bilder vom "Drumherum" für Euch eingestellt haben.





Foto Impressionen: